Betrüger fälschen Polizeinummern: Über 50 Fälle, gezielte Angriffe auf ältere Menschen

(Kanton JU). Das Phänomen der „falschen Polizisten“ lässt nicht nach – im Gegenteil, die Betrugsmasche entwickelt sich weiter.

Seit Jahresbeginn hat die Kantonspolizei Jura mehr als 50 bestätigte Betrugsfälle registriert, die von falschen Polizisten begangen wurden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Fälle: Seit Jahresbeginn mehr als 50 bestätigte Betrugsfälle
  • Masche: Täter geben sich am Telefon als Polizisten aus
  • Zielgruppe: Vor allem ältere Menschen
  • Spoofing: Sogar die Nummern 117 und 032 420 65 65 können gefälscht angezeigt werden
  • Vorwand: Angebliche Ermittlungen, gestohlene Bankkarten oder gefährdete Vermögenswerte
  • Abholung: Komplizen erscheinen als angebliche Polizisten bei den Opfern zu Hause
  • Beute: Bargeld, Bankkarten und Schmuck
  • Polizeirat: Fremden nichts übergeben und Identität immer überprüfen

Aktuell gelingt es den Tätern sogar, die Telefonnummer der Polizei (117 / 032 420 65 65) für ihre Anrufe zu missbrauchen. Auf die angezeigte Nummer darf man sich deshalb nicht verlassen, da diese gefälscht („gespooft“) werden kann.

Die Täter, häufig junge Personen, richten sich hauptsächlich an ältere Menschen. Sie nehmen telefonisch Kontakt auf und geben sich als jurassische Polizisten aus. Dabei behaupten sie etwa, dass eine Ermittlung laufe, Bankkarten gesperrt oder gestohlen worden seien oder dass die Vermögenswerte des Opfers in Gefahr seien.

Ein Komplize, der sich ebenfalls als jurassischer Polizist ausgibt, erscheint anschliessend bei der betroffenen Person zu Hause, um Wertgegenstände, Bankkarten oder Schmuck abzuholen.

Die Kantonspolizei Jura fordert die Bevölkerung und insbesondere Seniorinnen und Senioren zu grosser Vorsicht auf:

  • Lassen Sie keine unbekannte Person in Ihre Wohnung.
  • Übergeben Sie niemals Bankkarten oder PIN-Codes an andere Personen.
  • Wenn eine unbekannte Person oder jemand, der sich als Polizistin oder Polizist ausgibt, bei Ihnen erscheint, verlangen Sie einen Identitätsnachweis und rufen Sie die Polizeizentrale unter 032 420 65 65 an, um die Angaben zu überprüfen.
  • Informieren Sie im Zweifelsfall Ihre Angehörigen.

Übergeben Sie einer unbekannten Person niemals etwas.


Präventionstipp: Eine angezeigte Polizeinummer beweist gar nichts

Telefonnummern können technisch manipuliert werden. Selbst wenn auf dem Display die Nummer 117 oder eine bekannte Polizeinummer erscheint, bedeutet dies nicht automatisch, dass tatsächlich die Polizei anruft. Das Nationale Zentrum für Cybersicherheit bestätigt, dass sogenannte Caller-ID-Spoofing-Angriffe gefälschte Rufnummern anzeigen können.

Die Schweizerische Kriminalprävention rät deshalb: Gespräch beenden, keine Angaben zu Vermögen oder Bankdaten machen und niemals Bargeld, Karten oder Schmuck an unbekannte Personen übergeben. Im Zweifel die Polizei selbst über die bekannte Nummer oder über 117 kontaktieren.


 

Quelle: Kantonspolizei Jura
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