Halloween-Chaos: Über 130 Polizeieinsätze, Raubdrohungen und zahlreiche Böller

(Kanton Zürich ZH). Die Patrouillen der Kantonspolizei und der Kommunalpolizeien sind am Samstagabend sowie in der Nacht auf Sonntag (31.10./1.11.2026) stark gefordert gewesen und zum Beispiel im Zusammenhang mit Halloween zu über 130 Einsätzen ausgerückt.

Den Einsatzkräften sind in diesem Zusammenhang im ganzen Kantonsgebiet unter anderem Unfug, Ablassen von Böllern sowie Sachbeschädigungen gemeldet worden. Am Rand des Eishockeyspiels in Kloten wurde ein Polizist verletzt, und die Kantonspolizei unterstützte die Stadtpolizei Zürich bei deren Einsatz im Kreis 4.

Polizei.news | Schweiz | Täglich aktuell

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Zeitraum: Samstagabend, 31. Oktober, bis Sonntagmorgen, 1. November 2026.
  • Halloween: Mehr als 130 zusätzliche Polizeieinsätze im ganzen Kanton.
  • Feuerwerk: Mehr als 50 Meldungen wegen Böllern oder Pyrotechnik.
  • Unfug: Rund 60 polizeiliche Interventionen.
  • Schäden: Rund ein Dutzend Sachbeschädigungen und kleinere Brände.
  • Raubdrohungen: Jugendliche in Küsnacht und Meilen mit Böllern, Schlagringen und Pfefferspray bedroht.
  • Einsatzzentrale: Gegen 22 Uhr rund 80 Polizeieinsätze gleichzeitig koordiniert.
  • Eishockeyderby: Angriffe mit Feuerwerk, Raketen und Böllern auf Polizisten in Kloten.
  • Verletzter: Ein Polizist beim Eishockeyeinsatz leicht verletzt.
  • Ausschreitungen: Unterstützung der Stadtpolizei Zürich im Kreis 4.
  • Festnahmen: Zwei Schweizer im Alter von 19 und 21 Jahren.
  • Wegweisungen: 18 am Samstagabend ausgesprochen.

Halloween

Viele Gruppen von verkleideten Kindern und Jugendlichen zogen nach Einbruch der Dunkelheit friedlich in ihren gruseligen Kostümen durch die Strassen und wurden teils von Erwachsenen begleitet wurden. Trotzdem mussten die Polizeikräfte im ganzen Kantonsgebiet zu mehr als 130 zusätzlichen Fällen im Zusammenhang mit Halloween ausrücken. Mehr als 50 Meldungen betrafen das Ablassen von Böllern oder Feuerwerk. Neben rund 60 Interventionen wegen Unfugs, wurden rund ein Dutzend Sachbeschädigungen und kleinere Brände registriert, und es kam zu einigen tätlichen Auseinandersetzungen.

Die Kantonspolizei Zürich sowie die Kommunalpolizeien standen mit Zusatzaufgeboten im Einsatz. In der Einsatzzentrale der Kantonspolizei wurden um 22 Uhr gegen 80 Polizeieinsätze gleichzeitig koordiniert. Auffällig war, dass in verschiedenen Bezirken mehrere Halloween-Partys von Fremden gestört wurden, sodass die Polizei gerufen werden musste. In Küsnacht und Meilen wurden Jugendliche von Unbekannten mit Böllern, Schlagringen und Pfefferspray bedroht und zur Herausgabe eines Portemonnaies, einer Uhr und Jacken gezwungen.

Weitere Grosseinsätze

Die Kantonspolizei Zürich stand zudem am Samstagabend in Kloten am Rand des Eishockeyderbys mit Ordnungsdienstkräften im Einsatz. Die Polizistinnen und Polizisten wurden nach dem Spiel durch Fanchaoten des ZSC massiv mit Feuerwerk, Raketen und Böllern angegriffen. Ein Polizist wurde dadurch leicht verletzt. Die Polizei setzte Gummischrot ein.

In einem dritten grossen Einsatz stand die Kantonspolizei in der Nacht auf Sonntag in der Stadt Zürich. Dort unterstützte sie die Stadtpolizei rund um deren Ordungsdiensteinsatz im Kreis 4. Dabei verhafteten Fahnder der Kantonspolizei einen 19-jährigen und einen 21-jährigen Schweizer. Sie wurden dabei ertappt, wie sie auf einer Baustelle mutmasslich Wurfgegenstände sammelten, um diese später gegen die Polizei einsetzen zu können. Sie trugen Vermummungsmaterial und Waffen bei sich. Überdies wurden am Samstagabend 18 Wegweisungen ausgesprochen.

 

Quelle: Kantonspolizei Zürich
Bildquelle: Symbolbild © Kantonspolizei Zürich


Polizei.news informiert | Sicherheit an Halloween und bei Grossanlässen

Böller, aggressive Gruppen und gefährliche Situationen: So schützen sich Jugendliche und Eltern

Halloween-Partys, nächtliche Rundgänge und Sportveranstaltungen bringen viele Menschen zusammen. Die meisten Begegnungen verlaufen friedlich. Werden jedoch Feuerwerkskörper gegen Personen eingesetzt oder Jugendliche bedroht, kann schnell eine gefährliche Situation entstehen. Mit einigen einfachen Vorsichtsmassnahmen lassen sich Risiken reduzieren.

1. Feuerwerk ist kein harmloser Partyscherz

Böller und Raketen können schwere Verletzungen an Händen, Augen und Ohren verursachen. Besonders gefährlich wird es, wenn Feuerwerkskörper in Menschenmengen, in Richtung von Gebäuden oder auf Fahrzeuge geworfen werden.

Wer Feuerwerk verwendet, muss die geltenden Vorschriften und Sicherheitsabstände beachten. Feuerwerkskörper dürfen niemals gegen andere Menschen gerichtet werden. Jugendliche sollten zudem wissen, dass laute Knallkörper auch bei scheinbar harmlosen Streichen erhebliche Schäden verursachen können.

2. Was tun, wenn eine Gruppe andere Jugendliche bedroht?

Wer von unbekannten Personen bedrängt oder bedroht wird, sollte möglichst Abstand gewinnen und sich in einen sicheren, belebten Bereich begeben. Eine direkte Konfrontation kann die Gefahr erhöhen.

Bei Raubdrohungen: Die eigene Gesundheit hat Vorrang vor Geld, Kleidern oder anderen Wertsachen. Versuchen Sie nicht, bewaffnete oder gewalttätige Personen selbst aufzuhalten.

Verständigen Sie die Polizei unter 117. Beschreiben Sie nach Möglichkeit den Standort, die Anzahl beteiligter Personen, auffällige Merkmale und die Fluchtrichtung. Bringen Sie sich für solche Beobachtungen aber nicht zusätzlich in Gefahr.

3. Sicherheit bei Eishockeyspielen und anderen Grossanlässen

Bei Sportveranstaltungen können grosse Menschenmengen und aufgeheizte Situationen das Risiko von Auseinandersetzungen erhöhen. Gefährlich sind insbesondere geworfene Gegenstände, Feuerwerkskörper und aggressive Gruppierungen.

Konflikte meiden: Entfernen Sie sich frühzeitig, wenn die Stimmung kippt. Folgen Sie den Anweisungen des Sicherheitspersonals und der Polizei.

Halten Sie Ausgänge und Rettungswege frei. Wer sich in Sicherheit gebracht hat, sollte nicht für Fotos oder Videos in einen gefährlichen Bereich zurückkehren.

4. Eltern können nächtliche Ausgänge sicherer gestalten

Vor einem Halloween-Rundgang oder einer Abendveranstaltung helfen klare Absprachen über die Rückkehrzeit, den Aufenthaltsort und die Erreichbarkeit.

Treffpunkt vereinbaren: Kinder und Jugendliche sollten wissen, wo sie Hilfe finden, wenn sie von ihrer Gruppe getrennt werden.

Besprechen Sie auch, dass Drohungen, Sachbeschädigungen und Angriffe mit Feuerwerk keine harmlosen Streiche sind. Wer sich unsicher fühlt, sollte frühzeitig eine vertraute erwachsene Person kontaktieren.

Gut zu wissen: Bei einem Grossereignis können zahlreiche Polizeieinsätze gleichzeitig anfallen. Nicht jeder gemeldete Vorfall ist gleich dringend. Die Einsatzzentralen müssen deshalb die gemeldeten Gefahren beurteilen und verfügbare Einsatzkräfte entsprechend koordinieren.

Praktischer Tipp: Speichern Sie die Notrufnummern im Smartphone: Polizei 117, Feuerwehr 118 und Sanität 144. Bei einem laufenden Angriff oder einer unmittelbar gefährlichen Situation ist eine rasche Alarmierung besonders wichtig.

Für Eltern: Erinnern Sie Jugendliche daran, dass sie bei einer Bedrohung lieber frühzeitig um Hilfe bitten sollen. Ein sicherer Rückzug ist wichtiger als der Versuch, gegenüber einer aggressiven Gruppe Stärke zu zeigen.


 

Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion