Jugendkriminalität leicht rückläufig – Verkehrsdelikte steigen jedoch um 24 Prozent

(Kanton BL). Die Jugendanwaltschaft hat ihren Geschäftsbericht 2025 publiziert.

Während insgesamt eine leichte Abnahme von beanzeigten Delikten unter Kindern und Jugendlichen festzustellen ist, nahmen die Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz stark zu.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Strafverfahren: 1090 Fälle im Jahr 2025, nach 1101 im Vorjahr
  • Gesamtentwicklung: Leichte Abnahme um rund 1 Prozent
  • Betäubungsmitteldelikte: Rückgang von 120 auf 105 Fälle
  • Strassenverkehrsdelikte: Anstieg von 600 auf 790 Fälle
  • Zunahme im Verkehr: Rund 24 Prozent
  • Gewaltdelikte: Seit 2021 erstmals wieder ein Anstieg
  • Prävention: Ausbau eigener Gewaltpräventionsprogramme geplant

Strafverfahren bleiben auf hohem Niveau

Die Anzahl von Strafverfahren gegen Kinder und Jugendliche nahm 2025 im Vergleich zum Vorjahr auf hohem Niveau leicht ab.

Während 2024 insgesamt 1101 Fälle verzeichnet wurden, waren es 2025 noch 1090.

Auch die Anzeigen wegen Delikten gegen das Betäubungsmittelgesetz gingen zurück – von 120 auf 105 Fälle.

Starker Anstieg bei Delikten gegen das Strassenverkehrsgesetz

Deutlich anders präsentiert sich die Entwicklung bei den Delikten gegen das Strassenverkehrsgesetz.

Mit 790 Fällen löste das Jahr 2025 das Vorjahr mit 600 Fällen als Rekordjahr deutlich ab.

Dies entspricht einer Zunahme von rund 24 Prozent.

Warum die Verkehrsdelikte stark zunehmen

Die Jugendanwaltschaft führt die Zunahme im Verkehrsbereich auf die wachsende Anzahl von Elektro-Trendfahrzeugen im Strassenverkehr zurück.

Viele Jugendliche sind mit solchen Fahrzeugen unterwegs und halten dabei technische Vorgaben nicht ein oder verfügen nicht über die nötigen Fahrberechtigungen beziehungsweise den erforderlichen Versicherungsschutz.

Schwere Gewaltstraftaten nehmen wieder zu

Bei der Gesamtzahl an Gewaltdelikten ist seit 2021 erstmals wieder ein Anstieg ersichtlich.

Nach dem Rückgang der vergangenen Jahre verzeichnet die Jugendanwaltschaft damit wieder eine Zunahme im Bereich der schweren Gewaltstraftaten.

Gewaltprävention soll verstärkt werden

Die Prävention im vordeliktischen Gewaltbereich wird deshalb verstärkt.

Bei den Anmeldungen für die Gewaltpräventionsprogramme der Kantonspolizei Basel-Stadt, die diese als Partner der Jugendanwaltschaft Basel-Landschaft organisierte, war im Berichtsjahr ein markanter Anstieg zu verzeichnen.

Die Anmeldungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt.

Da diese Programme sistiert wurden, ist die Jugendanwaltschaft dabei, mit ausgewählten Coaches eigene Gewaltpräventionsprogramme zu entwickeln.

Auch das soziale Umfeld wird einbezogen

Ebenfalls wurde im Berichtsjahr im Rahmen von Jugendstrafverfahren gegen Jugendliche mit Gewaltaffinität und Neigung zur Gruppenbildung aktiv mit deren sozialem Umfeld gearbeitet und kommuniziert.

Dazu gehören gleichaltrige Bezugsgruppen und der Freundeskreis.

So werden auch Jugendliche erreicht, gegen die noch kein Strafverfahren läuft, die aber aufgrund ihres Umfelds gefährdet sind.

Auch diese Massnahme wird weitergeführt.

Die wichtigsten Zahlen 2025

Strafverfahren insgesamt 1090 Fälle
Vorjahr 1101 Fälle
Betäubungsmitteldelikte 105 Fälle
Verkehrsdelikte 790 Fälle
Zunahme Verkehrsdelikte rund 24 Prozent

 

Quelle: Jugendanwaltschaft Basel-Landschaft
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