Schweizer Armee: Michelle Martin macht Karriere zwischen Pferden und Offiziersschule
von belmedia Redaktion ➔ tierwelt.news Blaulicht-Branchennews Pferde polizei.news Polizeinews Regionen Schweiz Schweizer Armee Tierwelt
Hauptmann Michelle Martin fand ihren Weg zur Schweizer Armee eher zufällig – über einen Flyer, einen Veterinärvorkurs und die Begegnung mit Militärpferden.
Heute ist sie angehende Berufsoffizierin der Schweizer Armee und verbindet ihre militärische Laufbahn mit einem Masterstudium in Rechtswissenschaft.
Für Michelle Martin bedeutet die Armee in einem Wort: Chance. Eine Chance, neue Kompetenzen zu lernen, Verantwortung zu übernehmen, Freundschaften fürs Leben zu schliessen und über sich hinauszuwachsen. Ihr eigener Weg begann 2019 mit der Rekrutenschule im Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere beim Train.
Ursprünglich interessierte sie sich für Tiermedizin. Als sie mit 18 Jahren einen Flyer zu den Möglichkeiten für Frauen in der Armee erhielt, machte ihre Mutter sie auf den Veterinärvorkurs aufmerksam. Dort begegnete Michelle nicht nur dem Veterinärdienst, sondern auch den Militärpferden. Als ihr eine Reitergruppe entgegenkam, wusste sie, dass sie genau das machen wollte.
Nach der Rekrutenschule absolvierte sie die Unteroffiziersschule und wurde Wachtmeister. Danach folgte die Offiziersschule, das Abverdienen als Zugführer und später die Funktion als Kompaniekommandantin. Heute steht Michelle vor dem nächsten Schritt: Sie ist angehende Berufsoffizierin.
Besonders geprägt hat sie die Arbeit mit den Pferden. Sie lernte, ruhig zu bleiben, geduldig zu sein und klar zu kommunizieren. Denn ein Pferd versteht keine langen Erklärungen. Es braucht Vertrauen, Ruhe und Konsequenz. Genau diese Erfahrungen helfen ihr auch in der Führung von Menschen.
Auch im zivilen Leben profitiert Michelle von der Armee. Disziplin, Durchhaltewille und der Umgang mit Rückschlägen gehören für sie zu den wichtigsten Erfahrungen. Gleichzeitig betont sie, wie wichtig Balance ist: Studium, Militär, Umfeld und eigene Erholung müssen miteinander vereinbar bleiben.
Frauen, die sich für die Armee interessieren, aber noch zögern, gibt Michelle eine klare Botschaft mit: „Probiere es aus, was kann schon passieren?“ Denn oft würden unterwegs neue Möglichkeiten entstehen und manchmal merke man erst dabei, welcher Weg wirklich zu einem passe. Rückblickend sagt sie heute selbst: „Wenn ich meinem jüngeren Ich erzählen würde, wo ich heute stehe, würde es mir wahrscheinlich nicht glauben.“
Quelle: Schweizer Armee/Kommunikation Verteidigung, Melanie O’Connor
Bildquelle: © VBS/DDPS