Liebe zum Detail – Gipsabgüsse vom Basler Münster im Museum Kleines Klingental

Das Basler Münster beherbergt eine Vielzahl von Skulpturen und Bauteilen aus Sandstein, deren Details oft schwer zugänglich oder kaum beleuchtet sind. Die neue Ausstellung im Museum Kleines Klingental ermöglicht es, diese faszinierenden Objekte hautnah zu erleben.

Seit 1986 fertigt die Stiftung Basler Münsterbauhütte regelmässig Gipsabgüsse an, die nicht nur als Vorlage für Restaurierungen dienen, sondern auch den Zustand der Originale dokumentieren.

Handwerkliche Präzision und Forschung

Die Ausstellung zeigt nicht nur die Abgüsse selbst, sondern auch deren Bedeutung für die Forschung. In Zusammenarbeit mit dem Kunsthistorischen Seminar der Universität Basel wurden anhand der Abgüsse Arbeitstechniken mittelalterlicher Bildhauer untersucht.


Jean Hym, nach Entwurf des Kölner Bildhauers Johann Joseph Racké, Apostel Paulus, Hauptfassade Basler Münster, 1890, Gipsabguss von 2017. Foto: Basler Münsterbauhütte MBH

Exponate aus Basel, Strassburg, Paris sowie dem Burgund und Schottland werden erstmals zusammengeführt und ermöglichen einen direkten Vergleich von Werkstücken.


Kapitell mit Skiapode, Basler Münster, nordöstliches Emporenrundfenster des Chors, Ende 12. Jh., Gipsabguss von 2021. Foto: MKK, Walter Derungs

Herstellung von Gipsabgüssen

Die Herstellung von Gipsabgüssen ist ein mehrstufiger Prozess, bei dem eine Form von der Originalskulptur genommen und mit Gips ausgefüllt wird. Diese Technik ermöglicht es, detailgetreue Repliken zu erstellen, die sowohl für Restaurierungsarbeiten als auch für Forschungszwecke von grossem Wert sind.


Einblick in die Ausstellung. Foto: MKK

Einblick in die Ausstellung. Foto: MKK

Die Ausstellung bietet eine Schauwerkstatt, in der Besucherinnen und Besucher die handwerkliche Vorgehensweise nachvollziehen und an bestimmten Terminen praxisnah erleben können.

Historische und moderne Replikate

Neben den modernen Abgüssen werden auch historische Gipsobjekte präsentiert, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Diese Replikate wurden einst in ganz Europa gesammelt und gelangten bis nach Nürnberg und Moskau.


Kopf einer Königin, um 1280/85, Schottland, Privatsammlung. Foto: Courtesy of Sam Fogg, London

Die Ausstellung zeigt, wie sich die Abgusstechnik im Laufe der Zeit verändert hat und welche Möglichkeiten moderne digitale Verfahren bieten.

Publikation zur Ausstellung

Begleitend zur Ausstellung erscheint im Christoph Merian Verlag eine gleichnamige Publikation mit Aufsätzen zur Sammlungsgeschichte und 140 Abbildungen von Gipsabgüssen. Dieses Werk bietet vertiefte Einblicke in die Thematik und ergänzt die Ausstellung auf ideale Weise.

Besucherinformationen

  • Ausstellungsdauer: 24. Mai 2025 bis 15. März 2026
  • Vernissage: 22. Mai 2025, 18 Uhr
  • Öffnungszeiten: Mittwoch und Samstag, 14–17 Uhr; Sonntag, 10–17 Uhr
  • Eintritt: CHF 8.– / 5.–
  • Ort: Museum Kleines Klingental, Unterer Rheinweg 26, 4058 Basel

Die Ausstellung „Liebe zum Detail“ bietet eine einzigartige Gelegenheit, die verborgenen Schätze des Basler Münsters aus nächster Nähe zu entdecken und mehr über die Kunst der Gipsabgüsse zu erfahren. Ein Muss für alle, die sich für mittelalterliche Kunst, Denkmalpflege und Handwerkskunst interessieren.


Masswerkmotiv an einer Seitenwange des hölzernen Chorgestühls im südlichen Seitenschiff, Basler Münster, 1370, Gipsabguss von 2007. Foto: Basler Münsterbauhütte MBH

Gotischer Engelskopf, um 1270/85, Basel, Museum Kleines Klingental. Foto: MKK, Gian Casper Bott

Goldene Altartafel vom Hauptaltar des Basler Münsters, frühes 11. Jh., Gipsabguss von 1843 (Detail), Basel, Museum Kleines Klingental. Foto: MKK, Gian Casper Bott

 

Quelle: Kanton Basel-Stadt
Bildquellen: Bild 1: => Basler Münsterbauhütte MBH; sonstige Bilder: => siehe Bildlegenden