Transformation am Seeufer: In Uetikon entsteht ein zukunftsweisender Bildungsbau

Auf dem Areal der ehemaligen Chemischen Fabrik Uetikon am See entsteht ein zukunftsweisender Bildungsbau.

Geplant ist eine Kantonsschule für rund 1’500 Schülerinnen und Schüler, eingebettet in ein umfassendes städtebauliches Gesamtkonzept.

Bildungsort mit Geschichte

Wo einst Industrie das Ufer prägte, entsteht ein Ort des Lernens und der Begegnung. Die neue Kantonsschule vereint Lang- und Kurzzeitgymnasium und entlastet damit die bestehenden Stadtzürcher Schulen. In zwei denkmalgeschützten Produktionsgebäuden werden künftig Unterrichts- und Verwaltungsräume eingerichtet; ein weiteres historisches Gebäude wird zur Mensa umgebaut.

Ergänzt wird das Ensemble durch einen modernen Neubau auf der gegenüberliegenden Seite der Seestrasse: Hier finden künftig die Sporthallen und Räume für die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) Platz – mit Mehrfachnutzung durch lokale Vereine in der Freizeit.

Architektur trifft Nachhaltigkeit

Das Energiekonzept der Anlage setzt auf zeitgemässe Technik: Angeschlossen an ein mit Seewasser betriebenes Fernwärme-/Fernkältenetz, wird die Schule energetisch effizient betrieben. Begrünte Flachdächer fördern den ökologischen Ausgleich, wirken temperaturregulierend und bieten Platz für Photovoltaik. Regenwasser wird zurückgehalten und sinnvoll verwertet.

Auch der Aussenraum ist Teil des architektonischen Gesamtkonzepts: Schattenspendende Bäume, artenreiche Bepflanzungen und Rückzugsräume für Mensch und Natur schaffen eine klimaresiliente Lernumgebung. Eine neue, gedeckte Passerelle über Bahn und Seestrasse verbindet das Schulareal barrierefrei mit dem Dorf und dem Seeufer.



Nachhaltige Bildungsarchitektur – auf einen Blick:

  • Flächennutzung: Kombination aus denkmalgeschützter Bausubstanz und Neubau, öffentlich zugänglicher Aussenraum
  • Energieversorgung: Anschluss an lokales Fernwärme-/Fernkältenetz mit Seewasser
  • Ökologie: Dachbegrünung, Photovoltaik, Rückhalt von Regenwasser, Förderung der Biodiversität
  • Mobilität: Neue Passerelle für Fussgänger und Velos verbindet Dorf, Schule und See
  • Denkmalpflege: Umnutzung historischer Industriegebäude mit sensibler Integration
  • Mehrfachnutzung: Sporthallen auch für Vereine zugänglich


Bauen im Spannungsfeld zwischen Erbe und Zukunft

Die Verbindung zwischen alter Bausubstanz und modernen Lernwelten stellt hohe Anforderungen an die architektonische Gestaltung. Denkmalpflege, Nachhaltigkeit und Bildungsarchitektur müssen zusammengedacht werden. Der Umbau der ehemaligen Produktionsgebäude zu Schulräumen zeigt exemplarisch, wie industrielle Identität bewahrt und zugleich zeitgemässe Bildungsräume geschaffen werden können.

Revitalisierung mit Verantwortung

Die industrielle Vergangenheit des Areals bringt besondere Herausforderungen mit sich: Das Gelände wurde im 19. und 20. Jahrhundert mit belastetem Material aufgeschüttet. Eine sorgfältige Altlastensanierung sowie die Entfernung schadstoffhaltiger Baustoffe aus den Bestandsgebäuden sind Voraussetzung für den Bau. Diese Massnahmen sind integraler Bestandteil des Projekts, für das der Regierungsrat beim Kantonsrat einen Objektkredit von 233,1 Millionen Franken beantragt.

Ein Areal, viele Funktionen

Das Schulareal ist Teil einer grösseren Entwicklung. Die Transformation des früheren Industriegebiets gliedert sich in vier Abschnitte mit fliessenden Übergängen: Wohnen im Westen, ein gemischt genutztes Zentrum, das Schulareal sowie gewerbliche und öffentliche Nutzungen im Bereich des Hafens. Der Uferbereich mit 750 Metern Länge wird neu gestaltet und öffnet sich mit einem terrassierten Zugang zum See – für Schule, Quartier und Öffentlichkeit.

 

Quelle: Architektenwelt-Redaktion/Kanton Zürich
Bildquelle: Visualisierung: VPA Architektur/Indievisual