Nachwuchs im Zoo Zürich: Drei junge Schneeleoparden sorgen für Freude

Drei Fellknäuel für den Arterhalt

Sie sind klein, flauschig und vor allem wichtig für den Erhalt der gefährdeten Grosskatzenart – die drei Schneeleoparden-Jungtiere im Zoo Zürich.

Nach rund zwei Monaten zusammen mit ihrer Mutter in der Wurfbox im Hintergrund beginnen die Jungtiere nun den Grosskatzen-Lebensraum Panthera erstmals eigenständig zu erkunden.

Als die drei männlichen Schneeleoparden-Jungtiere am 9. Mai 2025 in der extra eingerichteten Wurfbox geboren wurden, waren sie noch blind und taub.

Noch völlig hilflos brauchten sie die Betreuung durch die Mutter und machten das, was alle Nesthocker machen: ganz viel schlafen.

Rund zwei Monate später gehen sie nun neugierig und eigenständig im Lebensraum Panthera auf spannende Entdeckungstour.

Vorerst erkunden sie den Bereich Gebirge.

In den nächsten Wochen werden dann nach und nach auch die drei anderen Rotations-Bereiche des Lebensraums – Laubwald, Lichtung und Trockenwald – dazukommen.



Tarnung im Hochgebirge

Wo sich Augen und Ohren zuerst noch richtig entwickeln müssen, zeigt das Fell junger Schneeleoparden direkt von Beginn weg die typische Fellzeichnung mit den dunklen Rosetten und Flecken.

Zu Beginn ist dies ein Schutz vor Fressfeinden, um auf Distanz nicht entdeckt zu werden.

Später ermöglicht diese Färbung die optimale Tarnung im zentralasiatischen Hochgebirge bei der Jagd auf Beutetiere.

Im hochalpinen Lebensraum des Schneeleoparden, wo das Gelände aus grauen Felsen, Geröll, Schnee und trockenen Gräsern besteht, passt sich sein Fell perfekt der Umgebung an.

Mit den kräftigen Gliedmassen springt der Schneeleopard bis zu 16 Meter weit und packt seine Beute, während der lange, buschige Schwanz dabei eine wichtige Funktion für das Gleichgewicht im unwegsamen Gelände übernimmt.

Der gejagte Jäger

Der Schneeleopard ist aber nicht nur ein erfolgreicher Jäger auf leisen Sohlen, sondern auch Gejagter durch den Menschen.

Gründe dafür sind das längste und dichteste Fell aller Katzenarten sowie die Verwendung verschiedener Körperteile für die traditionelle Medizin.

In Kombination mit dem Klimawandel und dem damit verbundenen Lebensraumverlust schwindet die wilde Population der asiatischen Grosskatze zusehends.

Heute gibt es nur noch rund 3000 geschlechtsreife wildlebende Schneeleoparden, weshalb die Rote Liste der gefährdeten Arten der Weltnaturschutzunion IUCN diese Tierart als gefährdet einstuft.

Zucht für den Arterhalt

Damit der Schneeleopard nicht tatsächlich zum «Geist der Berge» – so sein Beiname in Kirgisistan – wird und ausstirbt, braucht es den Nachwuchs dieser Grosskatzenart im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramm EEP moderner wissenschaftlich geführter Zoos.

Mit der international koordinierten Zucht wird eine stabile Reservepopulation als Versicherung der wildlebenden Schneeleoparden aufrechterhalten.


Untypische Grosskatzen

Der Schneeleopard (Panthera uncia) gehört zur Gattung der Grosskatzen (Panthera).

Dies, obwohl er eine Reihe von anatomischen und verhaltensbiologischen Besonderheiten aufweist, die ihn von den anderen Grosskatzen unterscheidet.

Seine Schnauze ist relativ kurz, während der Schwanz im Vergleich zur Körpergrösse aussergewöhnlich lang ist.

Dieser verhilft ihm zu mehr Stabilität im unwegsamen Gelände des Hochgebirges und bei Sprüngen.

Die Anatomie des Zungenbeins ermöglicht Schneeleoparden Lautäusserungen wie Rufen oder Knurren. Jedoch sind sie – im Gegensatz zu anderen Vertretern der Gattung Panthera – nicht zum Brüllen fähig.

Auch ihr Fressverhalten zeigt eine Abweichung von den anderen Grosskatzen: Schneeleoparden verzehren ihre Beute in einer hockenden Position, ein Verhalten, das eher mit kleineren Katzenarten assoziiert wird.

Im Gegensatz dazu nehmen Löwen (Panthera leo) und Tiger (Panthera tigris) beim Fressen in der Regel eine liegende Körperhaltung ein, wobei sie ihre Beute mit den Vorderpranken fixieren.



 

Quelle: Zoo Zürich
Bildquelle: Zoo Zürich/ Tim Benz

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