Serpentine 2026/27: Grosse Einzelausstellung von Amar Kanwar in London

Von September 2026 bis Januar 2027 präsentiert Serpentine eine bedeutende Einzelausstellung des in Neu-Delhi lebenden Künstlers und Filmemachers Amar Kanwar.

Seit über zwei Jahrzehnten entwickelt Kanwar ein unverwechselbares Werk aus lyrischen Filmen, die sich zwischen Dokumentation, Reisetagebuch und visuellem Essay bewegen und die spezifischen Bedingungen des indischen Subkontinents erforschen.

Kanwar hat zahlreiche Filme und Multi-Video-Installationen produziert und inszeniert. Seine Arbeiten zeichnen häufig die Nachwirkungen der Dekolonialisierung sowie der Teilung Indiens und Pakistans nach. Obwohl seine Werke stark in regionalen Kontexten verankert sind, verhandeln sie zugleich universelle Themen wie Vertreibung, Nationalismus, Gewalt, Macht, Zensur und Erinnerung. Im Zentrum steht dabei weniger das Trennende als vielmehr das Verbindende menschlicher Erfahrungen, unabhängig vom jeweiligen Kontext.

Die Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler konzipiert wurde, ist als ortsspezifische Installation angelegt. Sie konzentriert sich auf neue und bestehende Filme und verwandelt das Gebäude der Serpentine North in eine meditative visuelle und akustische Umgebung.

Die Ausstellung setzt den langjährigen Dialog zwischen Serpentine und Amar Kanwar fort, der 2008 mit der Gruppenausstellung Indian Highway begann. Die damals in der Serpentine South gezeigte Ausstellung war das Ergebnis umfassender Recherchen in ganz Indien und bot einen Einblick in eine lebendige Generation von Künstlern, die mit unterschiedlichsten Medien arbeiteten.

Seither war Kanwar unter anderem Teil des Serpentine Map Marathon im Jahr 2010. 2018 wurde er in das Filmprogramm On Earth, Structure and Sadness aufgenommen, das künstlerische Arbeiten präsentierte, die sich mit Maschinen, Infrastrukturen und deren Auswirkungen auf Biosphäre und Landschaften auseinandersetzen. Seine Werke waren Gegenstand zahlreicher internationaler Einzelausstellungen, darunter im Metropolitan Museum of Art, New York (2022), in der Ishara Art Foundation, Dubai (2020), sowie in der Tate Modern, London (2018). Darüber hinaus war er an zahlreichen Gruppenausstellungen und Biennalen beteiligt, darunter die Sharjah Biennial (2023), die Kochi-Muziris Biennale (2022) sowie die Documenta 11, 12, 13 und 14 in Kassel (2002, 2007, 2012 und 2017).

Begleitend zur Ausstellung veröffentlicht Serpentine einen Katalog, der erstmals unveröffentlichte Texte des Künstlers versammelt. Zudem enthält die Publikation ein ausführliches Interview zwischen Amar Kanwar und dem Artistic Director von Serpentine, Hans Ulrich Obrist.

 

Quelle: Serpentine
Bildquelle: Amar Kanwar / Courtesy of the artist and Marian Goodman Gallery