„Einstein“: Sterne am Firmament im Hype — Zwischen Psychologie und Kritik
Es ist ein globaler Hype, besonders junge Menschen finden Gefallen an astrologischen Vorhersagen.
Früher waren Astrologie und Astronomie eng verbunden. Heute widerlegen Erkenntnisse über Planeten und Sterne Berechnungen der Astrologie, doch die Faszination bleibt. Moderiert wird die Sendung von Kathrin Hönegger und Tobias Müller.
Die Anfänge der astrologischen Kunst
Vor 5000 Jahren beobachteten Babylonier und Assyrer die Sternenbewegungen am Himmel. Über 700 Jahre lang dokumentierten sie alle Beobachtungen. Sie erkannten, dass sich der sogenannte Tierkreis – 12 Sternbildkonstellationen – um die Erde dreht und jährlich wiederkommt. Sie erklärten sich diese Konstellationen als Weg der Götter. Es war die Geburtsstunde der Astrologie. Damals liess sich Astrologie und Astronomie nicht voneinander trennen.
Wissenschaftliche Kritik an den Grundlagen
In der Neuzeit ändert sich das Weltbild. Newton definiert das universelle Gesetz der Gravitation. Das Universum ist also unendlich. Die Beobachtungen wurden dank astronomischer Teleskope präziser. Unter anderem zeigt sich, dass heute zur Tagundnachtgleiche im Frühling nicht mehr das gleiche Sternbild zu sehen ist wie vor 5000 Jahren. Dahinter verbirgt sich das Phänomen der Präzession. Damit werden auch die Grundlagen der Astrologie in Frage gestellt.
Psychologischer Effekt
Warum verlieren Horoskope nicht an Bedeutung? Und warum springen wir immer wieder darauf an? Der Grund ist unser Gehirn. Denn die selektive Verzerrung manipuliert unser Hirn. Wir eliminieren Botschaften, welche uns nicht passen. Wenn etwas aber der Vorstellung von uns selbst entspricht, dann glauben wir daran. Es gibt auch den sogenannten Barnum‑Effekt. Der beschreibt, dass je allgemeiner und vager die Persönlichkeitsbeschreibungen sind, desto eher beziehen wir es auf uns.
Bedeutung für junge Generationen
Eine grossangelegte Studie in den USA zeigt, dass vor allem bei der Generation der Millennials die Astrologie an persönlicher Bedeutung zunimmt. 16 Prozent geben an, dass Astrologie für sie eine wichtige Orientierung bietet. Heute sagen immer mehr Influencer, sie hätten keinen Therapeuten, dafür einen Astrologen.
Ausstrahlung: Donnerstag, 22. Januar 2026, 10.00 Uhr, Play SRF und 21.05 Uhr, SRF 1
Quelle: SRF
Bildquelle: SRF
