Genf GE: Rehbock schwimmt 500 Meter in den Genfersee – Polizei rettet Tier per Boot

Ein ungewöhnlicher Einsatz begann am Dienstag, 11. August 2026, kurz nach 10.30 Uhr auf dem Genfersee.

Die Seepolizei der Kantonspolizei Genf wurde über ein Tier vor Port-Tunnel in der Gemeinde Cologny informiert.

Zwei Boote der Genfer Einsatzkräfte wurden sofort losgeschickt, um dem Tier in Not zu helfen. Als die Polizisten der Seepolizei es erreichten, stellten sie fest, dass es sich um einen Rehbock, also ein ausgewachsenes männliches Reh, handelte.

Das Tier schwamm weiter in Richtung See hinaus und war durch die Anstrengung und die bereits zurückgelegte Distanz sichtlich geschwächt. Es befand sich zu diesem Zeitpunkt rund 500 Meter vom Ufer entfernt.

Nach mehreren erfolglosen Versuchen, das Tier aus dem Wasser zu holen, gelang es den Polizisten schliesslich, es an Bord eines ihrer Boote zu ziehen. Zwei von ihnen mussten den Rehbock festhalten, während die Einsatzboote zur Société Nautique de Genève zurückkehrten.

Der kantonale Wildhüterdienst, dessen Mitarbeitende in Genf als Umweltwächter bezeichnet werden, wurde unverzüglich über den laufenden Einsatz informiert und begab sich zur Société Nautique de Genève, um das Tier nach dessen Rückkehr an Land zu übernehmen.

Der Rehbock wurde anschliessend in eine belüftete Transportbox aus Holz gesetzt, die speziell für den Transport von Wildtieren geeignet ist, und in Richtung der Wälder von Jussy gebracht.

Vor Ort wurde das Tier gründlich untersucht, um seinen allgemeinen Gesundheitszustand zu überprüfen. Zudem wurde ihm eine Ohrmarke angebracht, damit es identifiziert und weiterverfolgt werden kann. Dieses Verfahren wird bei der Bergung von Huftieren in städtischem Umfeld oder, wie in diesem aussergewöhnlichen Fall, auf einem See systematisch angewendet.

Vor der Freilassung des Rehbocks überprüfte der diensthabende Umweltwächter das Gebiet, um sicherzustellen, dass die Bedingungen für die Rückkehr in den natürlichen Lebensraum geeignet waren.

Trotz der Erschöpfung durch die Anstrengungen im Genfersee kehrte der Rehbock ohne Anzeichen einer Lahmheit oder Beeinträchtigung seiner Orientierung in den Wald zurück.

Dieser ungewöhnliche Einsatz endete dank der engen Zusammenarbeit zwischen der Seepolizei und den Umweltwächtern bestmöglich. Die rechtzeitige Bergung des Rehbocks aus dem Genfersee sowie seine Betreuung und Freilassung in den Wäldern von Jussy zeigen die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Diensten.

 

Quelle: Kantonspolizei Genf
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