Schweiz erlebt heissesten Sommer seit Messbeginn – Rekord von 2003 fällt
von belmedia Redaktion #Schweizweit Alltag Draussen Jahreszeiten Magazine nachrichtenticker.ch Natur Natur & Naturereignisse News Orte Regionen Schweiz Schweiz Sommer Themen wetter24.ch Wetterbericht Ⳇ Verbreitung
Der Sommer 2026 schreibt Schweizer Wettergeschichte. Die Monate Juni, Juli und August waren nach den bisherigen Auswertungen so warm wie noch nie seit Beginn der landesweiten Messungen im Jahr 1864. Mit einer mittleren Temperatur von rund 17,2 Grad übertraf der diesjährige Sommer sogar den legendären Hitzesommer 2003.
Damit verliert 2003 nach mehr als zwei Jahrzehnten seine Spitzenposition. Die landesweite Sommertemperatur lag 2026 rund 0,3 Grad über dem bisherigen Rekord und etwa 3,4 Grad über dem Mittel der Referenzperiode 1991 bis 2020.
Neben der Durchschnittstemperatur sorgten auch zahlreiche Hitzetage, Tropennächte und lokale Temperaturrekorde für einen aussergewöhnlichen Sommer.
Rekordsommer 2003 ist übertroffen
Der Sommer 2003 galt lange als aussergewöhnliches Ereignis. Damals lag die landesweite Mitteltemperatur rund drei Grad über der heutigen Klimanorm. 2026 wurde dieser Wert nun nochmals übertroffen.
Besonders ausgeprägt war die Wärme in der West- und Nordwestschweiz sowie teilweise auf der Alpensüdseite. Dort lagen die Temperaturen regional vier Grad oder mehr über dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020.
Auch der August blieb aussergewöhnlich warm. Die landesweit gemittelte Monatstemperatur erreichte 17,8 Grad und lag damit 3,5 Grad über der Norm. Nur der August 2003 war noch geringfügig wärmer.
Bemerkenswert ist zudem, wie stark sich die wärmsten Sommer inzwischen in der jüngeren Vergangenheit häufen. Neun der zehn wärmsten Schweizer Sommer der Messgeschichte wurden innerhalb der vergangenen zwölf Jahre registriert.
Neue Rekorde in Basel und anderen Regionen
Nicht nur das saisonale Mittel erreichte neue Dimensionen. An zahlreichen Messstationen wurden im Verlauf des Sommers lokale Temperaturrekorde gebrochen.
In Basel-Binningen stieg die Temperatur am 30. Juli auf 39,7 Grad. Damit wurde dort ein neuer Allzeitrekord erreicht und gleichzeitig einer der höchsten je auf der Alpennordseite gemessenen Werte registriert.
Auch Aarau erreichte mit 38,6 Grad einen neuen Höchstwert, am Flughafen Zürich in Kloten wurden 38,3 Grad gemessen. Selbst in höheren Lagen war die Hitze aussergewöhnlich: Im auf rund 1’300 Metern gelegenen Scuol stieg die Temperatur auf 35,1 Grad.
Die wiederholten Hitzeperioden hatten auch Auswirkungen auf die Alpen. Bereits im Juli warnte der Schweizer Alpen-Club davor, dass Hitze und stark ausgeaperte Gletscher die Bedingungen auf zahlreichen Hochtouren erheblich verändert hatten.
Hitze traf auf extreme Trockenheit
Der Rekordsommer war gleichzeitig von einer aussergewöhnlichen Trockenheit geprägt. Nach Angaben des Bundesamts für Umwelt erreichten zwischen Anfang Juni und Mitte August rund 40 Prozent der untersuchten Schweizer Messstationen neue Niedrigwasserrekorde für diesen Zeitraum.
Auch die Gewässer wurden ungewöhnlich warm. Fast 60 Prozent der untersuchten Messstationen registrierten zeitweise neue Höchstwerte bei den Wassertemperaturen.
In der Aare bei Bern wurden beispielsweise 24,8 Grad gemessen – ein neuer Rekord für diese Messstelle.
Der Sommer 2026 geht damit nicht wegen eines einzelnen extremen Tages in die Geschichte ein. Entscheidend waren vielmehr die über Monate anhaltende Wärme, die grosse Zahl heisser Tage und Nächte sowie die gleichzeitig ausgeprägte Trockenheit.
Der meteorologische Sommer endete am 31. August. Die detaillierte definitive Klimabilanz von MeteoSchweiz folgt nach Abschluss sämtlicher Auswertungen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert