Winter im Garten: Laubschutz, Barbarazweige, Teichpflege und Christrosen gut vorbereiten

Die jährliche Laubschlacht ist erfolgreich geschlagen, die Blumenzwiebeln sind im Boden und alle Kübelpflanzen stehen frostsicher im Glashaus – jetzt darf der Winter kommen. Doch Halt: Bevor man sich für dieses Jahr vom Garten verabschiedet, müssen noch ein letztes Mal die Handschuhe übergezogen werden.

Natürlicher Winterschutz: Im Hochbeet und im Gemüsegarten ist inzwischen das meiste geerntet. Einzig Wintergemüse wie Federkohl oder Lauch steht hier und dort noch stramm. Wo keine Zwischensaat ausgebracht wurde, kann die offenen Flächen über den Winter mit einer rund 5 cm dicken Laubschicht vor Wind, Wetter und Erosion schützen. Das Laub zersetzt sich nach und nach und führt den Beeten wertvolle organische Substanz und Nährstoffe zu. Nicht alle Laubarten eignen sich dafür gleich gut. Besonders rasch verrotten die Blätter von Linde, Hasel oder Ahorn. An windexponierten Stellen empfiehlt sich die Abdeckung der Laubschicht mit einem luft- und wasserdurchlässigen Gartenvlies oder ein Bestreuen mit Erde, so wird es nicht zum Nachbarn verweht.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Beete: Eine rund fünf Zentimeter dicke Laubschicht schützt offene Flächen im Winter.
  • Barbarazweige: Am 4. Dezember geschnittene Zweige können zu Weihnachten blühen.
  • Gartenteich: Pflanzenreste entfernen und bei Eis stets ein Luftloch offen halten.
  • Kübelpflanzen: Töpfe isolieren, vor Wintersonne schützen und regelmässig kontrollieren.
  • Christrose: Vorgezogene Pflanzen zunächst kühl überwintern und später auspflanzen.

Ein Hauch Frühling im Winter



Das Schneiden der Barbarazweige zählt zu einer der schönsten Garten-Traditionen in der Weihnachtszeit. Dazu werden am 4. Dezember, dem Barbara-Tag, Zweige von Laubgehölzen, die zuerst Blüten und erst später Blätter bilden, im Garten geschnitten. Nebst Kirsche sind dies Apfel, Birne, Aprikose, Magnolien, Pfirsich, Hasel, Weiss- oder Schwarzdorn. Die Stiele werden darauf mit einem scharfen Messer lang angeschnitten und ins Wasser gestellt. In den folgenden Tagen bleiben die Zweige in einem hellen, kühlen Raum. Sobald die Knospen anschwellen, kommt die Vase ins warme Zimmer, wo sich dann bald die Blüten öffnen und dem Frühlingswunder zu Weihnachten nichts mehr im Weg steht.

Auf Tauchstation

Im Dezember ist es höchste Zeit, auch den Teich einzuwintern. Absterbende Pflanzenteile wie etwa Seerosenblätter oder Herbstlaub müssen entfernt werden, denn durch das Vermodern belasten sie die Wasserqualität. Für die Teichbewohner muss ebenfalls vorgesorgt werden: Bodenschlamm und Pflanzenreste am Teichgrund zersetzen sich auch im Winter, wodurch unter anderem Schwefelwasserstoff entstehen kann. Sobald der Gartenteich zufriert, kann dieses schädliche Gas nicht mehr entweichen. Um dem Erstickungstod der Fische vorzubeugen, muss deshalb immer ein Luftloch im Eis offen bleiben.

Profi-Tipp: Null Bock auf kalte Füsse



Wer seine Terrasse mit immergrünen Gehölzen, Rosen und mediterranen Kräutern wie Thymian, Rosmarin und Lavendel im Topf verschönert, sollte im Winter auf sie achtgeben: Sie sind zwar winterhart, laufen aber Gefahr zu vertrocknen, wenn der Ballen gefriert. Die Pflanzen sind für einen Standort dankbar, der sie vor der direkten Sonne und damit vor grossen Temperaturschwankungen schützt. Die Töpfe sollten mit einer Styropor-Unterlage isoliert werden. Mit einem Pflanzen-Vlies aus dem Fachhandel sowie einigen Bambusstöcken lässt sich ein Zelt um die Pflanze bauen. Man kann auch einen zwei bis drei Zentimeter dicken Kokosfaser-Mantel oder Holzwollematten um den Kübel legen, die ebenfalls die Kälte abhalten und zudem noch hübsch aussehen. Und: Auch bei kühler Witterung müssen die Pflanzen regelmässig kontrolliert und bei Bedarf mit Wasser versorgt werden.

Dezember-Highlight: Christrose (Helleborus)



Tapfer streckt die Christrose ihre weissen, gesprenkelten, zimt- oder roséfarbenen Blüten über das buschige Laub. Zum Teil als Glöckchen, die mit geneigtem Haupt beschämt zu Boden schauen, oder aber wie stolze Winterköniginnen mit hoch gerecktem Kinn. Zwar können die Winterblüher dank der Frostresistenz gut mit Kälteeinbrüchen umgehen. Die vorgetriebenen Pflanzen, die zu Weihnachten im Fachhandel angeboten werden, sollten aber nach dem Verblühen nicht gleich ins Freie gestellt, sondern in einem kühlen Zimmer überwintert werden. Sobald die Temperaturen milder werden und der Boden auftaut, pflanzt man die Christrosen in den Garten. Sie mögen einen halbschattigen Standort und eignen sich deshalb etwa gut zur Unterpflanzung von Laubgehölzen.

 

Quelle: JardinSuisse
Bildquellen:  Bild 1: @michaelmueller410; Bild 2, 3, 4: JardinSuisse