Alcaraz fordert Ende der Nachtspiele bei Grand Slams
von belmedia Redaktion Allgemein Amerika ATP Tour Europa Grand Slams nachrichtenticker.ch News Orte Schweiz Sport Sport & Spiel Tennis Themen Turniere WTA Tour
Carlos Alcaraz fordert nach seinem historischen US-Open-Marathon gegen Ben Shelton Änderungen bei der Spielplanung der Grand-Slam-Turniere. Der Spanier spricht sich gegen Matches aus, die bis tief in die Nacht dauern. Sein Viertelfinal in New York war erst um 3.33 Uhr Ortszeit beendet worden – so spät wie noch kein Match zuvor bei den US Open.
Alcaraz hatte sich am 9. September nach 4:28 Stunden Ben Shelton mit 7:6 (7:5), 1:6, 3:6, 6:1, 6:7 (7:10) geschlagen geben müssen. Die Partie begann erst kurz nach 23 Uhr und entwickelte sich zu einem Fünfsatz-Krimi, ehe Shelton um 3.33 Uhr mit einem Ass den Sieg perfekt machte. Damit wurde ein neuer Negativrekord für den spätesten Spielschluss in Flushing Meadows aufgestellt.
Nun hat Alcaraz vor dem Laver Cup in London deutlich gemacht, dass er solche Spielzeiten problematisch findet. Für Spieler seien derart späte Matches mit Blick auf Erholung und Regeneration schwierig, gleichzeitig seien sie auch für Zuschauer alles andere als ideal. Der 23-Jährige befindet sich derzeit mit Team Europe in London, wo er nach seinem Comeback bei den US Open den nächsten Belastungstest beim Laver Cup bestreitet.
3.33 Uhr wird zum Extrembeispiel
Das Viertelfinal zwischen Alcaraz und Shelton lieferte ein besonders drastisches Beispiel für die Problematik später Spielansetzungen. Erst nach 23 Uhr begann das Match im Arthur Ashe Stadium.
Weil sich beide Spieler anschliessend einen intensiven Kampf über fünf Sätze lieferten, verschob sich das Ende weit in den Mittwochmorgen. Shelton verwandelte den entscheidenden Matchball um 3.33 Uhr mit einem 146 Meilen pro Stunde schnellen Ass.
Die offiziellen US Open bestätigten danach, dass es sich um den spätesten Matchabschluss in der Geschichte des Turniers handelte.
Für Alcaraz kam hinzu, dass er gerade erst aus einer langen Verletzungspause zurückgekehrt war. Wegen einer Verletzung am rechten Handgelenk hatte der Spanier zuvor rund viereinhalb Monate kein Turnier bestritten.
Alcaraz sieht Spieler und Zuschauer betroffen
Der Spanier machte vor dem Laver Cup deutlich, dass aus seiner Sicht eine Lösung gefunden werden sollte, um solche extremen Spielzeiten bei Grand-Slam-Turnieren künftig zu vermeiden.
Dabei geht es nicht nur um die eigentliche Matchdauer. Nach einer Partie folgen für die Spieler noch Medienpflichten, Behandlung, Essen und die Rückkehr ins Hotel. Bei einem Matchende nach 3 Uhr morgens verschiebt sich die notwendige Regeneration entsprechend weit nach hinten.
Besonders problematisch wird dies bei Grand-Slam-Turnieren, wenn nach einem Ruhetag bereits die nächste mehrstündige Partie folgen kann.
Auch für die Zuschauer sind derartige Spielzeiten schwierig. Während beim Duell zwischen Shelton und Alcaraz trotz der Uhrzeit noch zahlreiche Fans im Arthur Ashe Stadium blieben, sind öffentliche Verkehrsmittel, Heimreise und Arbeitszeiten am folgenden Tag zusätzliche Faktoren.
Debatte um späte Matches begleitet Tennis seit Jahren
Die Diskussion ist im Profitennis nicht neu. Gerade bei Turnieren mit einer separaten Abendsession können lange vorherige Matches dazu führen, dass die letzte Partie erheblich später als geplant beginnt.
Grand-Slam-Veranstalter müssen dabei verschiedene Interessen berücksichtigen. Neben der körperlichen Belastung der Spieler spielen Ticketing, TV-Übertragungen und die Aufteilung in Tages- und Abendsessions eine Rolle.
Der Auftritt von Alcaraz und Shelton hat der Debatte nun neue Nahrung gegeben. Ein Matchbeginn nach 23 Uhr mit einem Ende um 3.33 Uhr stellt selbst für die im Tennis üblichen langen Abendsessions einen Extremfall dar.
Jetzt steht der Laver Cup im Mittelpunkt
Sportlich richtet Alcaraz seinen Fokus inzwischen auf London. Der Laver Cup findet vom 25. bis 27. September in der O2 Arena statt.
Der Spanier gehört zum Team Europe von Captain Yannick Noah. Neben Alcaraz stehen Alexander Zverev, Flavio Cobolli, Jakub Mensik, Rafael Jodar und Casper Ruud im europäischen Aufgebot.
Für Alcaraz ist London zugleich das zweite Turnier seit seiner langen Verletzungspause. Bei den US Open hatte er bei seiner Rückkehr vier Matches gewonnen, ehe Shelton seinen Lauf im Viertelfinal beendete.
Beim Laver Cup gelten klar geregelte Sessionzeiten: Am Freitag und Samstag beginnen die Tagessessions um 13 Uhr und die Abendsessions um 19 Uhr Ortszeit. Am Sonntag beginnt die abschliessende Session bereits um 12 Uhr.
- Ben Shelton besiegte Alcaraz im US-Open-Viertelfinal nach 4:28 Stunden in fünf Sätzen.
- Das Match endete um 3.33 Uhr Ortszeit – der späteste Spielschluss der US-Open-Geschichte.
- Shelton entschied den Match-Tiebreak des fünften Satzes mit 10:7 für sich.
- Für Alcaraz war New York das erste Turnier nach rund viereinhalb Monaten Verletzungspause.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert