Reifenpanne: Wie weit darf man mit Notrad oder Runflat-Reifen noch fahren?
von belmedia Redaktion Allgemein Alltag Auto Magazine Mobilität motor.ch motortipps.ch nachrichtenticker.ch News Orte Schweiz Sicherheit sicherheit.ch Themen Tipps Ⳇ Verbreitung
Nach einer Reifenpanne ermöglicht ein Notrad oder spezieller Sicherheitsreifen häufig die Weiterfahrt bis zur nächsten Garage. Doch wie viele Kilometer sind tatsächlich erlaubt? Bei vielen Runflat-Reifen gelten maximal 80 Kilometer Fahrstrecke und 80 km/h Geschwindigkeit. Für schmale Noträder gibt es dagegen keine allgemeingültige Kilometergrenze. Entscheidend sind die Herstellerangaben und der Zustand des Fahrzeugs.
Viele Autofahrer verwechseln Noträder, vollwertige Ersatzräder und sogenannte Runflat-Reifen. Während ein Notrad nach einer Panne montiert wird, kann ein Runflat-Reifen dank verstärkter Seitenwände auch mit stark reduziertem Luftdruck eine begrenzte Strecke zurücklegen. Ein gewöhnlicher Reifen darf bei vollständigem Druckverlust hingegen nicht weitergefahren werden.
Gerade auf Schweizer Autobahnen, Bergstrassen und längeren Überlandfahrten ist das richtige Verhalten entscheidend. Wer mit einem beschädigten Reifen zu lange oder zu schnell fährt, riskiert zusätzliche Schäden und einen Kontrollverlust. Neben der richtigen Pannenhilfe spielt deshalb auch die regelmässige Kontrolle des Reifenzustands eine wichtige Rolle.
Wie weit kann man mit einem Notrad fahren?
Das schmale Notrad ist eine provisorische Ersatzlösung. Es ist kleiner und leichter als ein normales Fahrzeugrad und benötigt weniger Platz im Kofferraum.
Bei vielen Noträdern liegt die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei 80 km/h. Eine allgemeine Begrenzung auf beispielsweise 50 oder 80 Kilometer Fahrstrecke besteht dagegen nicht.
Massgebend sind die Angaben des Fahrzeugherstellers und die Hinweise auf dem Notrad.
Wegen der abweichenden Reifenbreite und gegebenenfalls des unterschiedlichen Abrollumfangs können Bremsverhalten, Kurvenstabilität und elektronische Regelsysteme beeinträchtigt werden.
Deshalb sollte ausschliesslich die notwendige Strecke bis zur nächsten geeigneten Werkstatt zurückgelegt werden.
Runflat-Reifen: Bis zu 80 Kilometer ohne Luftdruck
Anders funktionieren sogenannte Runflat-Reifen.
Sie besitzen verstärkte Seitenwände, die das Fahrzeuggewicht bei einem Druckverlust vorübergehend tragen können.
Michelin nennt für seine entsprechenden Notlaufreifen eine maximale Strecke von 80 Kilometern bei höchstens 80 km/h.
Diese Werte gelten jedoch nicht automatisch für alle Hersteller und Reifentypen.
Die tatsächliche Reichweite hängt auch von Fahrzeuggewicht, Beladung, Temperatur und Strassenverhältnissen ab.
Wichtig ist ausserdem ein funktionierendes Reifendruckkontrollsystem. Nur so wird ein Druckverlust zuverlässig erkannt, wenn sich der Reifen äusserlich kaum verändert.
Was gilt für ein vollwertiges Ersatzrad?
Ein vollwertiges Ersatzrad entspricht grundsätzlich einem normalen Fahrzeugrad.
Sind Reifengrösse, Tragfähigkeit, Geschwindigkeitsfreigabe und Zustand geeignet, kann es regulär verwendet werden.
Dabei müssen auch die Vorgaben zur Reifen- und Radkombination des Fahrzeugs eingehalten werden.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Fahrzeuge mit Allradantrieb. Unterschiedliche Abrollumfänge können dort Probleme im Antriebsstrang verursachen.
Ein älteres Ersatzrad sollte zudem vor längerer Nutzung von einer Fachperson kontrolliert werden.
Warum ein Pannenset nicht immer genügt
Viele moderne Autos besitzen weder ein Ersatzrad noch ein Notrad. Stattdessen liegt ein Reparaturset mit Dichtmittel und Kompressor im Kofferraum.
Damit lassen sich kleinere Einstiche im Bereich der Reifenlauffläche provisorisch abdichten.
Bei aufgerissenen Seitenwänden, grösseren Beschädigungen oder Schäden an der Felge funktioniert diese Methode nicht zuverlässig.
Auch nach einer erfolgreichen Abdichtung gelten die Hinweise des jeweiligen Pannensets. Anschliessend muss der beschädigte Reifen fachgerecht überprüft werden.
Auf der Autobahn hat Sicherheit Vorrang
Bei einer Reifenpanne auf einer Schweizer Autobahn empfiehlt der Touring Club Schweiz ausdrücklich, keinen eigenständigen Radwechsel auf dem Pannenstreifen durchzuführen.
Die Gefahr durch vorbeifahrende Fahrzeuge ist erheblich.
Wer eine Panne bemerkt, sollte das Lenkrad ruhig halten, starkes Bremsen vermeiden und nach Möglichkeit einen sicheren Halteort erreichen.
Warnblinker einschalten, Warnweste anziehen und die Gefahrenzone verlassen, sobald dies sicher möglich ist.
Auf Autobahnen sollten sich Insassen hinter der Leitplanke in Sicherheit bringen und die Pannenhilfe verständigen.
Vorbeugen ist einfacher als reparieren
Wer regelmässig den Reifendruck kontrolliert, senkt das Risiko von Reifenschäden.
Auch das Notrad benötigt ausreichend Luftdruck. Dieser kann deutlich höher sein als bei den vier regulären Reifen.
Ein Blick ins Fahrzeughandbuch und auf die Angaben am Ersatzrad schafft Klarheit.
Darüber hinaus lohnt es sich, vor längeren Fahrten zu kontrollieren, ob Wagenheber, Radschlüssel und Pannenset vorhanden und einsatzbereit sind.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert