Projekt RISTRETTO: Neue Technologie soll Exoplanet Proxima b sichtbar machen
von belmedia Redaktion Allgemein Arbeitsmarkt business24.ch Europa Finanzen News Schweiz Studien Technologie Wissenschaft
Das Astronomieteam der Universität Genf erreicht einen Meilenstein beim Bau des RISTRETTO-Spektrographen – erstmals soll damit Proxima b direkt beobachtet und seine Atmosphäre untersucht werden.
Das RISTRETTO-Projekt, das sich der Erforschung von Proxima b – dem nächsten Exoplaneten ausserhalb unseres Sonnensystems – widmet, hat eine entscheidende Etappe erreicht. Mehrere zentrale Komponenten des Hochpräzisionsspektrographen wurden in den Werkstätten des Astronomischen Departements der Universität Genf (UNIGE) erfolgreich prototypisiert und getestet. Zudem zeigen umfassende Simulationen, dass RISTRETTO in der Lage sein wird, Proxima b nachzuweisen und mögliche Anzeichen von Sauerstoff oder Wasser in dessen Atmosphäre zu erkennen. Die Ergebnisse sind in zwei Studien in Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.
Ein Planet im Schatten seines Sterns
Sterne sind in unserer Galaxie sehr weit voneinander entfernt, was die Erforschung von Exoplaneten besonders schwierig macht. Um einen Planeten von seinem Wirtsstern zu trennen – oder in wissenschaftlicher Sprache: ihn „aufzulösen“ – ist höchste Präzision nötig. Nur wenige Planetensysteme können mit den grössten Teleskopen, etwa dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO), direkt beobachtet werden.
Eine zusätzliche Herausforderung besteht darin, dass ein Stern wie Proxima Centauri rund zehn Millionen Mal heller leuchtet als sein Planet. Den schwachen Lichtschein von Proxima b mit dem VLT zu erkennen, ist in etwa so schwierig, wie das Glühen eines Glühwürmchens zu entdecken, das um einen Leuchtturm in New York kreist – gesehen vom Gipfel des Matterhorns aus.
Hochpräzise Instrumente für extreme Bedingungen
Um das blendende Sternenlicht zu unterdrücken, haben die Forschenden eine neuartige koronagrafische Integral Field Unit entwickelt. Diese Vorrichtung nutzt ein Feld aus hexagonalen Linsen, die die Eintrittsöffnung des Instruments abdecken, während Glasfasern das Licht gezielt in den Spektrographen leiten. Durch die präzise Manipulation der Lichtwellen kann das Licht des Sterns teilweise „ausgelöscht“ werden, um den nahen Planeten sichtbar zu machen.
Diese Entwicklung gilt als Meilenstein auf dem Weg zu einem neuen Instrument, das künftig am Very Large Telescope installiert wird. Damit rückt die direkte Beobachtung von Exoplaneten wie Proxima b und die Analyse ihrer Atmosphären erstmals in greifbare Nähe.
Quelle: Universität Genf
Bildquelle: ESO/M. Kornmesser