Kostenermittlung in der Landschaftsarchitektur: Neue Publikation schafft Standards

Neu erschienen: Die Publikation zeigt, wie Mengen und Kosten direkt aus digitalen BIM-Modellen der Landschaftsarchitektur abgeleitet werden können.

Sie basiert auf der eBKP-H-Struktur, ist softwareunabhängig und bietet Modellierungsrichtlinien, Anwendungshilfen und Mustermodelle aus der Praxis. Die neue Publikation zur modellbasierten Kostenermittlung zeigt, wie Mengen und Kosten direkt aus digitalen BIM-Modellen der Landschaftsarchitektur abgeleitet werden können – auf Basis der eBKP-H-Struktur und unabhängig von spezifischer Software. Im Fokus stehen klare Modellierungsrichtlinien, Anwendungshilfen sowie ein praxisorientierter CRB-Regelsatz. Mustermodelle zeigen die Umsetzung in der Praxis.

Die Publikation, die gemeinsam mit dem Runden Tisch BIM Landschaftsarchitektur, BSLA, Jardin Suisse, Landscale AG, CRB und weiteren Fachpartnern erarbeitet wurde, schafft einheitliche Standards für die Kostenplanung, stärkt Qualität und Planungssicherheit und fördert die Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die BIM-Methode ist für die Landschaftsarchitektur zentral, um Planung effizient, koordiniert und nachhaltig zu gestalten.

Sie ermöglicht eine modellbasierte Zusammenarbeit mit Fachdisziplinen wie Hoch- und Tiefbau, verbessert die Datenqualität und liefert digitale Grundlagen für Mengen, Plänen und Pflegeinformationen.

So unterstützt BIM klimaresilienen Stadtentwicklung – etwa durch die Integration von Regenwassermanagement, Biodiversität und Stadtklima – und erleichtert die datenbasierte Pflege von Aussenräumen. Indem Landschaftsarchitekte frühzeitig in digitale Prozesse eingebunden werden, stärken sie ihre Rolle im interdisziplinären Planungsteam und schaffen die Grundlage für nachhaltige und lebenszyklusorientierte Lösungen.

Die Expert Group fördert eine digitale Planungskultur, die Effizienz mit kreative, nachhaltige und bürgernahe Ansätzen verbindet. Ein zentrales Element ist die Zusammenarbeit mit dem runden Tisch „BIM in der Landschaftsarchitektur“. Dieses Netzwerk ausführenden Landschaftsarchitekturbüros, Fachplanenden, Softwareanbietern und Verbänden wie dem BSLA bündelt Fachwissen und Erfahrungen aus der Praxis.

Anwendungshilfen für zentrale Themen der Landschaftsarchitektur

Regenwassermanagement – Blau-grüne Infrastruktur im Modell



Regenwassermanagement ist ein zentrales Thema in der Stadtentwicklung und Objektplanung, führt in der Praxis aber häufig zu Unklarheiten in der Planung und Zusammenarbeit. Diese Anwendungshilfe beschreibt, welche Grundlagen und Informationen für ein modellbasiertes Regenwassermanagement notwendig sind und wie diese zwischen Projektbeteiligten ausgetauscht werden können. Im Fokus steht die integrative Planung von blau-grüner Infrastruktur, bei der Wasser- und Grünflächen als systemrelevante Bestandteile verstanden werden. Damit wird Regenwassermanagement nicht nur als technische Aufgabe betrachtet, sondern als Beitrag zur Resilienz, Nachhaltigkeit und Lebensqualität urbaner Räume.

Die BIM-Methode bildet die Ausgangslage für diesen Anwendungsfall. Definiert werden Informationsstrukturen und -anforderungen, mit denen das gesamte System im Modell abgebildet werden kann. Der Ansatz orientiert sich am „Weg des Wassertropfens“: Wie fliesst ein Tropfen von Element A zu Element B, das von unterschiedlichen Planenden bearbeitet wird? Informationsübergaben am Modell sollen dadurch möglich werden und alle Beteiligten effizienter mit den jeweils benötigten Daten versorgen. Damit entsteht eine Grundlage für die Modellarbeit im Bereich Regenwassermanagement sowie für spätere Software-Implementierungen im BIM-Kontext. So werden Projektanpassungen effizienter, und Planungssicherheit, Qualität und Effizienz in Umgebungsprojekten deutlich gesteigert.

Schnittstellen Planung – Gartenbau



Landschaftsarchitektur und Gartenbau führt in der Praxis oft zu Unsicherheiten: Wer ist wann zuständig? Welche Grundlagen und Informationen werden benötigt, und wie gelingt ein effizienter Austausch? Diese Anwendungshilfe bietet eine strukturierte Grundlage, um typische Schnittstellenthemen wie Kosten, Geometrien, Materialien, Bepflanzung, Pflege oder Dokumentation nachvollziehbar darzustellen. Ziel ist es, Missverständnisse zu vermeiden, Abläufe verständlich zu strukturieren und die Zusammenarbeit zwischen Planung und Ausführung effizienter zu gestalten – sowohl in klassischen als auch in modellbasierten Projekten.

Im Fokus steht die Definition von Rollen, Abläufen und Informationsflüssen im optimierten und digitalen Kontext. Planende und Gartenbauer arbeiten dabei Hand in Hand, unterstützt durch die engagierte Mitwirkung von Vertretern von Jardin Suisse und BSLA. Die Anwendungshilfe liefert beschreibende Dokumente, Prozessdarstellungen und Beispieldateien aus Projekten, die als Orientierung für Best- und Worst-Practice-Situationen dienen. Damit wird eine Grundlage geschaffen, um Informationsübergaben klar zu regeln, digitale Prozesse zu optimieren und die Qualität von Projekten nachhaltig zu sichern. Schnittstellen werden nicht als Problemstellen verstanden, sondern als Chancen für mehr Transparenz, Effizienz und gemeinsame Verantwortung.

Vermessungsgrundlagen in der Umgebung



Vermessungsdaten bilden die Grundlage für eine präzise Planung und Ausführung von Umgebungsprojekten. Dieses Projekt definiert einheitliche Anforderungen an Vermessungsdaten für die Umgebung und standardisiert die Vorgehensweise für Vermessungsanfragen. Anwendungen und Formate wie IFC, PointCloud oder DXF werden berücksichtigt, um die Zusammenarbeit zwischen Vermessungsbüros und Planenden zu erleichtern und die Effizienz in der Datenverarbeitung zu steigern.

Die Anwendungshilfe liefert praxisorientierte Hilfsmittel, darunter ein Bestellformular für Vermessungen, Musterdateien mit allen definierten Elementen sowie standardisierte Projekttypen. Ziel ist es, die Datenqualität und Konsistenz zu verbessern, Fehlerquellen zu reduzieren und die Umsetzung von Vermessungen nach klaren Vorgaben zu ermöglichen. So werden Schnittstellen klar definiert, die Zusammenarbeit gestärkt und Planungsprozesse effizienter und nachvollziehbarer gestaltet.

 

Quelle: Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland / Expert Group BIM Landschaftsarchitektur / BSLA
Bildquelle: BRYUM / Landscale