Saisonvorschau 1/10: Bellinzona setzt weiter auf Entwicklung

Die GDT Bellinzona Snakes eröffnen unsere zehnteilige Saisonvorschau zur Swiss League 2026/27. Nach Rang 10 mit 34 Punkten und 211 Gegentoren in der vergangenen Qualifikation bleibt für die junge Tessiner Mannschaft viel Arbeit – die Vorbereitung lieferte allerdings einige bemerkenswerte Lichtblicke. Unsere Prognose lautet Rang 10.

Bellinzona beendete die vergangene Regular Season mit acht Siegen nach 60 Minuten und insgesamt 34 Punkten. In 50 Partien erzielten die Snakes 100 Tore und kassierten 211 Gegentreffer. Damit lagen sie zwar vor Aufsteiger Arosa, der Rückstand auf die Playoff-Plätze war aber beträchtlich. In der neuen Saison wird die Aufgabe nicht einfacher: Nach dem Rückzug von Winterthur besteht die Swiss League nur noch aus zehn Mannschaften.

Trainer Nicola Pini setzte auch während der Vorbereitung auf zahlreiche junge Spieler und wechselnde Formationen. Die Resultate schwankten entsprechend stark – vom 1:2 nach Verlängerung gegen National-League-Klub Ambri-Piotta über ein 3:5 beim Meister Sierre bis zum 3:8 in Olten. Zum Ende der Vorbereitung stabilisierte sich Bellinzona allerdings und verlor die Generalprobe bei den GCK Lions erst im Penaltyschiessen mit 1:2.

Die Defensive bleibt die grösste Baustelle

Die Zahlen aus der vergangenen Saison zeigen deutlich, wo Bellinzona ansetzen muss. 211 Gegentore in 50 Qualifikationsspielen ergeben mehr als vier kassierte Treffer pro Partie. Nur Arosa musste mit 227 Gegentoren noch häufiger hinter sich greifen.

Auch in der Vorbereitung war diese Anfälligkeit zeitweise sichtbar. Gegen Visp verloren die Snakes mit 2:6, beim EHC Olten mit 3:8 und zuhause gegen die GCK Lions ebenfalls mit 2:6.

Es gab aber auch Auftritte, die Hoffnung machen. Besonders das Tessiner Duell mit Ambri-Piotta zeigte, welches Potenzial in der jungen Mannschaft steckt. Bellinzona hielt gegen den National-League-Klub über die gesamte reguläre Spielzeit mit und musste sich erst in der Verlängerung mit 1:2 geschlagen geben.

Auch gegen Meister Sierre blieb Bellinzona beim 3:5 lange im Spiel. Solche Leistungen müssen in der Meisterschaft allerdings regelmässiger abrufbar sein.

Viele junge Spieler erhalten Verantwortung

Der eingeschlagene Weg ist auch an den Aufstellungen der Testspiele erkennbar. Nicola Pini setzte zahlreiche junge Akteure ein und gab ihnen viel Eiszeit.

In der Defensive kamen unter anderem Thomas Moreno, Federico Comploj, Enea Togni, Matteo Palmisano, Quentin Delmas, Damian Meier, Nathan Favre und David Lekic zum Einsatz.

Im Angriff gehörten Gioele Pedrazzini, Robin Dey, Eliot Bernazzi, Téo Reynaud, Dean Schwenninger, Lenny Schenk, Benjamin Bonvin, Ian Marchetti, Manuele Zucconi und Alexander Negri regelmässig zum Aufgebot. Auch William Hedlund und Jordan Forget erhielten während der Vorbereitung wichtige Rollen.

Diese Breite gibt Pini verschiedene Möglichkeiten. Gleichzeitig fehlt Bellinzona im Vergleich zu den Spitzenteams viel Erfahrung. Gerade in engen Spielen dürfte deshalb entscheidend sein, wie schnell die jungen Spieler lernen, Fehler zu vermeiden und Führungen beziehungsweise knappe Rückstände geduldig zu verwalten.

Auch im Tor wurde viel ausprobiert

Eine feste Hierarchie war während der Vorbereitung nicht immer erkennbar. Andrea Feuz stand in mehreren Partien im Tor, daneben kamen auch Nassim Jaafri-Hayani und Alessio Beglieri zum Einsatz. Nicholas Negri gehörte ebenfalls zu verschiedenen Aufgeboten.

Für Bellinzona wird die Goalieposition besonders wichtig. Eine junge Mannschaft kann sich längere Schwächephasen defensiv kaum leisten und benötigt entsprechend starke Leistungen ihrer Torhüter.

Beim 1:2 nach Verlängerung gegen Ambri und beim abschliessenden 1:2 nach Penaltyschiessen gegen die GCK Lions zeigte die Mannschaft, dass sie Spiele auch über ihre defensive Organisation lange offenhalten kann.

Die Vorbereitung hatte zwei völlig unterschiedliche Gesichter

Bellinzona begann die Testphase mit einem 3:1 gegen Winterthur. Danach folgten das 2:6 gegen Visp, das starke 1:2 nach Verlängerung gegen Ambri und die deutliche 3:8-Niederlage in Olten.

Beim zweiten Duell mit Winterthur gelang ein 9:0. Gegen Sierre verlor Bellinzona mit 3:5, ehe die GCK Lions im Centro Sportivo einen klaren 6:2-Sieg feierten. Einen Beitrag zu diesem Test und weiteren Vorbereitungsspielen gibt es in unserer Übersicht zu den Eishockey-Testspielen vor dem Saisonstart.

Anschliessend reisten die Snakes nach Südtirol und gewannen zweimal gegen die Wipptal Broncos – zunächst 7:3 und tags darauf 4:1. Die Generalprobe bei den GCK Lions endete schliesslich mit einer 1:2-Niederlage nach Penaltyschiessen.

Vor allem die letzten drei Partien zeigen eine Entwicklung: Bellinzona kassierte insgesamt nur sechs Gegentore und konnte die defensiven Ausschläge deutlich reduzieren.

Basel und Arosa warten zum Auftakt

Der Meisterschaftsstart erfolgt am Donnerstag, 17. September. Bellinzona empfängt um 20.15 Uhr den EHC Basel.

Auf dem Papier ist das sofort eine sehr schwierige Aufgabe. Basel besitzt einen der qualitativ stärkeren Kader der Liga und gehört für uns klar in die obere Tabellenhälfte.

Noch interessanter dürfte deshalb das zweite Saisonspiel werden. Bereits am Samstag, 19. September, empfängt Bellinzona um 17.00 Uhr den EHC Arosa.

Arosa landete in der vergangenen Saison noch hinter den Snakes und dürfte einer jener Gegner sein, an denen sich Bellinzona messen lassen muss. Ein guter Saisonstart könnte gerade für die junge Mannschaft viel Selbstvertrauen freisetzen.

Warum wir Bellinzona auf Rang 10 setzen

Die Snakes haben in der Vorbereitung bewiesen, dass sie deutlich stärkeren Gegnern Schwierigkeiten bereiten können. Das knappe Resultat gegen Ambri, drei Tore beim Meister Sierre und die verbesserte Defensive gegen Ende der Testphase sind positive Signale.

Über eine komplette Regular Season bleiben die Fragezeichen dennoch gross. Bellinzona verfügt über einen sehr jungen Kader, muss die grosse Zahl an Gegentoren aus dem Vorjahr reduzieren und trifft nun in einer auf zehn Teams verkleinerten Liga ausschliesslich auf Gegner, die entweder bereits vor den Snakes klassiert waren oder sich wie Arosa weiterentwickeln wollen.

Unsere Prognose lautet deshalb Rang 10. Das bedeutet allerdings nicht, dass Bellinzona chancenlos ist. Gerade weil es in der Saison 2026/27 keinen sportlichen Absteiger aus der Swiss League gibt, kann Pini seinen jungen Spielern weiter Verantwortung übertragen und versuchen, den Abstand zur Konkurrenz Schritt für Schritt zu verkleinern.

🏆 UNSERE PROGNOSE: RANG 10

  • Pluspunkt: Der junge Kader besitzt Entwicklungspotenzial und zeigte gegen Ambri, dass er auch gegen einen National-League-Gegner bestehen kann.
  • Baustelle: Die 211 Gegentore der vergangenen Qualifikation müssen deutlich reduziert werden.
  • Formsignal: Die Generalprobe bei den GCK Lions ging erst im Penaltyschiessen mit 1:2 verloren.
  • Auftakt: Basel kommt am 17. September nach Bellinzona, zwei Tage später folgt das wichtige Heimspiel gegen Arosa.
📊 UNSERE PROGNOSE – KOMPLETT

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AKTUELL10. GDT Bellinzona Snakes

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert