Schertenleib wird bei Barça zur Verteidigerin

Sydney Schertenleib hat beim Champions-League-Auftakt des FC Barcelona gegen Paris FC erneut eine ungewohnte Rolle übernommen. Die 19-jährige Schweizer Nationalspielerin stand beim 5:2-Heimsieg über die gesamten 90 Minuten auf dem Platz – als rechte Aussenverteidigerin. Damit bestätigt sich, dass Trainer Pere Romeu die offensiv ausgebildete Schweizerin in dieser Saison deutlich defensiver einplant.

Paris FC ging bereits in der 5. Minute in Führung, doch Barcelona reagierte mit grosser Wucht. Kerolin glich aus, Clara Serrajordi drehte die Partie, danach trafen Ewa Pajor und Caroline Graham Hansen noch vor der Pause zum 4:1. Pajor erhöhte in der zweiten Halbzeit auf 5:1, ehe Clara Mateo für Paris FC noch verkürzte.

Schertenleib spielte die komplette Partie durch und kam laut UEFA auf eine Passquote von 90 Prozent. Besonders interessant ist ihre neue Rolle: Beim FC Barcelona wird sie zunehmend rechts in der Viererkette eingesetzt, während sie in der Schweizer Nationalmannschaft weiterhin deutlich offensiver interpretiert wird. Der Klub selbst führt sie offiziell weiterhin als Mittelfeldspielerin beziehungsweise offensive Spielerin.

Barcelona dreht die Partie noch vor der Pause

Der Start verlief für den Titelverteidiger alles andere als ideal.

Paris FC nutzte bereits nach fünf Minuten eine frühe Gelegenheit und ging durch Adriana Viens mit 1:0 in Führung.

Barcelona benötigte jedoch nicht lange für die Antwort. Kerolin erzielte in der 18. Minute den Ausgleich, zehn Minuten später brachte Serrajordi die Katalaninnen erstmals in Führung.

Danach nahm Barcelona endgültig Fahrt auf. Pajor traf in der 35. Minute zum 3:1, Graham Hansen erhöhte noch vor der Pause auf 4:1.

Damit war die Partie praktisch entschieden.

Schertenleib über die gesamte Distanz

Für Schertenleib war der Abend dennoch besonders interessant.

Die Schweizerin begann rechts in der Defensive und blieb über die vollen 90 Minuten auf dem Feld. In den UEFA-Statistiken werden für sie 90 Spielminuten und eine Passgenauigkeit von 90 Prozent ausgewiesen.

Dass Romeu ihr in einem Champions-League-Spiel über die komplette Distanz vertraut, ist ein weiteres Zeichen für ihren gestiegenen Stellenwert innerhalb des Teams.

Schertenleib rückte bereits in der vergangenen Saison zunehmend näher an die erste Mannschaft heran. Seit Sommer gehört sie fest zum Kader des Fanionteams.

Vom offensiven Mittelfeld auf die rechte Seite

Bemerkenswert ist vor allem die Positionsveränderung.

Schertenleib wurde während ihrer bisherigen Karriere hauptsächlich im offensiven Mittelfeld oder auf einer höheren Position eingesetzt. Auch im Schweizer Nationalteam ist sie deutlich näher am gegnerischen Strafraum zu finden.

In Barcelona erhält sie nun immer häufiger defensive Aufgaben.

SRF ordnete sie zuletzt bereits als aktuelle Stammkraft auf der rechten Aussenverteidigerposition ein. Gerade ihre Dynamik, Technik und Athletik ermöglichen es ihr, diese Rolle offensiv zu interpretieren.

Damit entwickelt sich Schertenleib zu einer noch vielseitigeren Spielerin.

Auch offensiv mit Einfluss

Obwohl sie nominell aus der Defensive kam, beteiligte sich Schertenleib regelmässig am Angriffsspiel.

Beim fünften Barça-Treffer leitete sie die Aktion mit einer technisch starken Kombination ein. Ihr Hackenpass brachte Lúa Arufe in die nächste Angriffsphase, ehe Pajor die Aktion zum 5:1 abschloss.

Solche Szenen zeigen, weshalb Romeu die Schweizerin auf dieser Position einsetzen kann.

Sie bringt genügend Tempo für die rechte Seite mit, kann unter Druck kombinieren und besitzt weiterhin den Instinkt einer offensiv ausgebildeten Spielerin.

Barcelona startet standesgemäss

Der 5:2-Erfolg ist für Barça ein gelungener Auftakt in die neue Champions-League-Kampagne.

Die Katalaninnen gehören erneut zu den klaren Titelanwärterinnen und gehen als amtierende Champions-League-Siegerinnen in den Wettbewerb.

Schertenleib hat damit bereits im ersten Spiel gezeigt, dass sie auch auf der höchsten europäischen Bühne zum engeren Stammpersonal gehört.

Zusätzliche Aufmerksamkeit hatte sie zuletzt auch ausserhalb des Platzes erhalten. Schertenleib gehört bereits zum Fussballprojekt der Schweizer Sportmarke On, die ihren Einstieg in den Fussballmarkt derzeit massiv ausbaut.

Auch weitere Schweizerinnen erfolgreich

Der Europacup-Abend brachte noch weitere starke Schweizer Leistungen.

Livia Peng stand beim 1:0 von Chelsea gegen Austria Wien im Tor und blieb ohne Gegentreffer.

Smilla Vallotto traf beim 6:1-Erfolg von Wolfsburg gegen Sturm Graz. Noch auffälliger war Ella Touon, die beim 8:0 von Ajax gegen Aktobe gleich dreimal traf.

Damit sorgten mehrere Schweizer Nationalspielerinnen auf internationaler Ebene für positive Schlagzeilen.

⚽ SCHERTENLEIBS NEUE ROLLE

  • 90 Minuten beim 5:2 gegen Paris FC.
  • 90 Prozent Passgenauigkeit laut UEFA.
  • Bei Barcelona derzeit vermehrt als rechte Aussenverteidigerin eingesetzt.
  • Im Schweizer Nationalteam weiterhin deutlich offensiver eingeplant.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert