Manchester City in 114 von 115 Anklagepunkten schuldig gesprochen

Manchester City hat im jahrelangen Finanzverfahren gegen die Premier League einen schweren Rückschlag erlitten. Nach übereinstimmenden Medienberichten befand die unabhängige Kommission den englischen Spitzenklub in 114 von 115 Anklagepunkten für schuldig. Eine konkrete Strafe ist allerdings noch nicht ausgesprochen worden, zudem will City gegen die Entscheidung vorgehen.

Die Vorwürfe betreffen Verstösse gegen die Finanzregeln der Premier League und reichen teilweise bis in die Saison 2009/10 zurück. Im Zentrum des Verfahrens stehen unter anderem Angaben zu Sponsoringeinnahmen, finanziellen Informationen sowie Zahlungen und die Zusammenarbeit mit den Ermittlern. Die Premier League hatte Manchester City im Februar 2023 nach einer jahrelangen Untersuchung formell angeklagt.

Damit ist in einem der grössten sportrechtlichen Verfahren des englischen Fussballs eine entscheidende Etappe erreicht. Noch am 25. September hatte das Verfahren gegen Manchester City sportlich und juristisch für grosse Unsicherheit gesorgt. Nun liegt nach übereinstimmenden Berichten die Entscheidung der unabhängigen Kommission vor – endgültig abgeschlossen ist der Fall wegen des erwarteten Berufungsverfahrens aber noch lange nicht.

114 von 115 Anklagepunkten bestätigt

Die Dimension des Entscheids ist enorm. Laut mehreren englischen Medien sowie der Nachrichtenagentur Reuters wurde Manchester City in allen bis auf einen der insgesamt 115 behandelten Anklagepunkte für schuldig befunden.

Ein wesentlicher Teil der Vorwürfe betrifft die Frage, ob der Klub der Premier League über Jahre hinweg korrekte finanzielle Informationen zur Verfügung stellte. Dabei standen insbesondere Sponsoringeinnahmen und Zahlungen im Fokus. Die Premier League hatte ihre Untersuchung bereits 2018 aufgenommen und die Anklage schliesslich im Februar 2023 veröffentlicht.

Die Anhörung vor der unabhängigen Kommission begann im September 2024 und dauerte mehrere Wochen. Das Verfahren entwickelte sich damit zu einem der umfangreichsten und bedeutendsten Disziplinarfälle in der Geschichte der Premier League.

Strafe gegen Manchester City noch offen

Entscheidend ist: Über eine Sanktion wurde bislang noch nicht abschliessend entschieden. Das Regelwerk ermöglicht je nach Art und Schwere eines Verstosses unterschiedliche Massnahmen.

Diskutiert werden unter anderem eine hohe Geldstrafe, ein Punktabzug oder deutlich härtere sportliche Konsequenzen. Welche Sanktion tatsächlich ausgesprochen wird, muss jedoch von der zuständigen Kommission entschieden werden. Spekulationen über eine konkrete Anzahl abgezogener Punkte oder eine automatische Relegation sind deshalb derzeit nicht belastbar.

Ebenso offen ist, ob mögliche Sanktionen bereits während eines Berufungsverfahrens wirksam würden.

Manchester City kündigt Widerstand an

Manchester City bestreitet seit Beginn des Verfahrens ein Fehlverhalten. Klubpräsident Khaldoon Al Mubarak erklärte nach Bekanntwerden der Berichte, der Prozess habe noch einen langen Weg vor sich. Der Klub sei weiterhin überzeugt davon, seine Position durchsetzen zu können.

Auch Geschäftsführer Ferran Soriano machte deutlich, dass City den juristischen Kampf fortsetzen will. Ein Berufungsverfahren gilt deshalb als praktisch sicher.

Damit dürfte eine endgültige Entscheidung trotz des jetzigen Schuldspruchs noch auf sich warten lassen. Der Klub kann die Feststellungen der Kommission anfechten, wodurch sowohl die Beurteilung einzelner Anklagepunkte als auch mögliche Sanktionen weiter Gegenstand des Verfahrens bleiben können.

Historische Dimension für die Premier League

Der Fall reicht weit über Manchester City hinaus. Während des von den schwerwiegendsten Vorwürfen betroffenen Zeitraums entwickelte sich der Klub zu einer dominierenden Kraft im englischen Fussball und gewann mehrere Meisterschaften und Pokale.

Deshalb dürfte insbesondere die Frage nach der Sanktion intensiv diskutiert werden. Andere Premier-League-Klubs beobachten das Verfahren ebenfalls genau. Reuters zufolge holen Vereine bereits rechtlichen Rat zu möglichen weiteren Schritten ein.

Sportlich läuft die Saison für Manchester City derzeit erfolgreich. Abseits des Platzes beginnt mit dem Entscheid der unabhängigen Kommission jedoch die nächste Phase eines Verfahrens, das den englischen Fussball noch länger beschäftigen dürfte.

⚖️ SO GEHT ES IM CITY-VERFAHREN WEITER

  • Die unabhängige Kommission hat Manchester City laut übereinstimmenden Berichten in 114 von 115 Anklagepunkten für schuldig befunden.
  • Über die konkrete Sanktion ist noch nicht abschliessend entschieden worden.
  • Manchester City bestreitet weiterhin ein Fehlverhalten und will gegen die Entscheidung vorgehen.
  • Bis zu einem endgültigen Abschluss des Berufungsverfahrens kann sich der Fall weiter über einen längeren Zeitraum hinziehen.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert