Lausanne dreht Wahnsinns-Derby gegen Servette in 101 Sekunden
von belmedia Redaktion Allgemein Eishockey Genf Magazine nachrichtenticker.ch National League News Orte Regionen Schweiz Schweiz Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch swisshockey.ch Themen Vereine Waadt Ⳇ Verbreitung
Der Lausanne HC hat Genève-Servette in einem spektakulären Léman-Derby mit 6:5 nach Penaltyschiessen geschlagen. Weniger als drei Minuten vor Schluss lagen die Waadtländer noch 2:5 zurück, ehe drei Tore innert 101 Sekunden die Partie vollständig drehten. Erik Brännström verwandelte schliesslich den entscheidenden Penalty und sicherte Lausanne den Zusatzpunkt.
Genève erwischte den besseren Start und ging durch Simas Ignatavicius früh in Führung. Axel Simic glich für Lausanne aus, Roger Karrer brachte die Gäste erneut nach vorne, ehe Stefan Rüegsegger noch im ersten Drittel das 2:2 erzielte. Im Mitteldrittel übernahm Servette mit Treffern von Matthew Verboon und Dave Sutter die Kontrolle und zog auf 4:2 davon.
Als Simon Le Coultre in der 56. Minute das 5:2 erzielte, schien die Partie entschieden. Doch Lausanne reagierte mit einer kaum noch erwarteten Schlussoffensive: Curtis Lazar verkürzte um 57:04 auf 3:5, nur 28 Sekunden später traf Ahti Oksanen zum 4:5. Um 58:45 gelang Drake Caggiula tatsächlich noch der Ausgleich zum 5:5.
Lausanne explodiert in der Schlussphase
Die letzten 176 Sekunden der regulären Spielzeit verwandelten ein beinahe entschiedenes Derby in einen der spektakulärsten National-League-Abende der jungen Saison.
Servette hatte die Partie über weite Strecken unter Kontrolle und führte nach Le Coultres Treffer mit drei Toren Vorsprung. Lausanne nahm danach volles Risiko und wurde belohnt.
Lazar traf zunächst in Überzahl zum 3:5. Oksanen legte unmittelbar nach, ehe Caggiula mit zusätzlichem Feldspieler auf dem Eis den Ausgleich erzielte. Zwischen dem ersten Lausanner Treffer der Aufholjagd und dem 5:5 lagen lediglich 101 Sekunden.
In der Verlängerung fiel kein weiterer Treffer. Das Penaltyschiessen musste entscheiden, dort behielt Lausanne das bessere Ende für sich.
Puljujärvi muss früh unter die Dusche
Ein wichtiger Moment ereignete sich bereits im ersten Drittel.
Jesse Puljujärvi erhielt um 13:53 nach einem Check gegen den Kopf- oder Nackenbereich eine Fünf-Minuten-Strafe sowie eine Spieldauerdisziplinarstrafe. Genève musste damit schon früh auf einen seiner wichtigsten Offensivspieler verzichten.
Lausanne konnte die lange Überzahl zunächst nicht entscheidend nutzen. Stattdessen waren es später die Gäste, die im zweiten Drittel durch Verboon und Sutter auf 4:2 davonzogen.
Le Coultres Treffer zum 5:2 schien schliesslich die Entscheidung zu bringen – bis Lausanne seine spektakuläre Aufholjagd startete.
Servettes Siegesserie reisst auf dramatische Weise
Für Genève-Servette ist die Niederlage besonders bitter.
Die Grenat hatten zuvor vier National-League-Spiele in Folge gewonnen und standen kurz vor dem fünften Erfolg. Stattdessen nimmt die Mannschaft von Sam Hallam nur einen Punkt aus Lausanne mit.
Noch am Vortag hatte Servette den EHC Kloten mit 4:0 bezwungen. Gegen Lausanne fehlten weniger als drei Minuten zu einem weiteren Sieg.
Lausanne springt auf acht Punkte
Für Lausanne kommt der Erfolg zum richtigen Zeitpunkt.
Die Waadtländer hatten zuvor beim HC Davos mit 2:4 und beim HC Ajoie mit 0:3 verloren. Gegen Servette folgte nun eine Reaktion, die wegen ihres Verlaufs zusätzliche Bedeutung erhält.
Lausanne steht nach sieben Partien bei acht Punkten und liegt damit auf Rang zehn. Genève-Servette nimmt durch die Niederlage nach Penaltyschiessen immerhin einen Punkt mit und steht nach acht Spielen bei 13 Zählern auf Rang zwei.
Der Rückstand auf Leader ZSC Lions beträgt für Servette allerdings bereits acht Punkte. Zürich hat nach sieben Spielen das Punktemaximum von 21 Zählern auf dem Konto.
Für Lausanne geht es am Freitag, 2. Oktober, zuhause gegen den EHC Biel-Bienne weiter. Genève-Servette tritt am selben Abend auswärts beim SC Bern an.
- 55:11: Simon Le Coultre erhöht für Genève-Servette auf 5:2.
- 57:04: Curtis Lazar startet Lausannes Aufholjagd mit dem 3:5.
- 57:32: Ahti Oksanen trifft nur 28 Sekunden später zum 4:5.
- 58:45: Drake Caggiula gleicht zum 5:5 aus – Lausanne gewinnt später im Penaltyschiessen.
| Team | Sp. | S | S n.V./P. | N n.V./P. | N | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. ZSC Lions | 7 | 7 | 0 | 0 | 0 | 31:16 | +15 | 21 |
| 2. Genève-Servette HC | 8 | 3 | 1 | 2 | 2 | 25:24 | +1 | 13 |
| 3. Fribourg-Gottéron | 7 | 2 | 2 | 1 | 2 | 22:19 | +3 | 11 |
| 4. HC Ambri-Piotta | 7 | 3 | 1 | 0 | 3 | 22:24 | -2 | 11 |
| 5. HC Ajoie | 7 | 1 | 3 | 2 | 1 | 22:20 | +2 | 11 |
| 6. EV Zug | 5 | 3 | 0 | 1 | 1 | 21:12 | +9 | 10 |
| 7. HC Davos | 7 | 3 | 0 | 1 | 3 | 18:19 | -1 | 10 |
| 8. SCL Tigers | 7 | 2 | 1 | 1 | 3 | 23:26 | -3 | 9 |
| 9. SC Rapperswil-Jona Lakers | 7 | 2 | 1 | 1 | 3 | 21:27 | -6 | 9 |
| 10. Lausanne HC | 7 | 2 | 1 | 0 | 4 | 19:25 | -6 | 8 |
| 11. EHC Biel-Bienne | 6 | 2 | 0 | 1 | 3 | 19:18 | +1 | 7 |
| 12. SC Bern | 5 | 2 | 0 | 1 | 2 | 16:16 | 0 | 7 |
| 13. EHC Kloten | 7 | 1 | 1 | 1 | 4 | 15:26 | -11 | 6 |
| 14. HC Lugano | 5 | 1 | 1 | 0 | 3 | 17:19 | -2 | 5 |
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert