Schweizer Eishockey vor Schweden – und Leksand ist das schwedische Ambri
von belmedia Redaktion Allgemein Eishockey Europa Magazine nachrichtenticker.ch National League News Orte Regionen Schweiz Schweiz Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch swisshockey.ch Tessin Themen Vereine Ⳇ Verbreitung
Die Schweizer National League bleibt bei den Zuschauerzahlen vor der schwedischen SHL. In der Saison 2025/26 besuchten durchschnittlich 7’367 Fans die Spiele in der Schweiz, in Schweden waren es 7’047. Doch die Schweden holen deutlich auf. Und mit Leksands IF gibt es einen Traditionsverein, dessen aussergewöhnliche Fankultur stark an den HC Ambri-Piotta erinnert.
Beide Ligen absolvierten in der regulären Saison jeweils 364 Partien. Die National League verzeichnete insgesamt 2’681’504 Stadionbesuche, die SHL 2’565’027. Der Schweizer Vorsprung beträgt damit rund 116’500 Eintritte. Besonders bemerkenswert: In Schweden stieg der Zuschauerschnitt gegenüber der Vorsaison um 404 Personen, in der Schweiz lediglich um zwei.
Während der SC Bern bei den absoluten Besucherzahlen dominiert, beeindrucken kleinere Traditionsvereine durch ihre Verwurzelung. Ambri zieht durchschnittlich 6’454 Menschen in die Gottardo Arena. Das schwedische Leksand kam auf 6’358, obwohl der Ort selbst nur rund 6’500 Einwohner zählt. Die Fans tragen beide Vereine weit über ihre Heimatregionen hinaus.
Bern ist Europas grosser Publikumsmagnet
Mit durchschnittlich 15’505 Zuschauern bleibt der SC Bern die klare Schweizer Nummer eins. Die PostFinance Arena gehört zu den meistbesuchten Eishockeystadien Europas.
Dahinter folgen die ZSC Lions mit 11’427 und Lausanne mit 9’403 Zuschauern. Fribourg-Gottéron erreicht 9’343 Besucher pro Heimspiel.
In Schweden führt Frölunda Göteborg die Statistik mit 11’769 Fans an. Djurgårdens IF kommt auf 9’221 und die Malmö Redhawks auf 8’289.
Die Schweizer Liga profitiert besonders von ihren grossen Arenen. Schweden überzeugt dagegen durch eine hohe Auslastung. Djurgården und Luleå verkauften in der Saison 2025/26 sämtliche 26 Heimspiele der Hauptrunde aus.
Leksand: Das schwedische Gegenstück zu Ambri
Wer in Schweden einen Verein sucht, der eine vergleichbare emotionale Bedeutung wie Ambri-Piotta besitzt, landet fast zwangsläufig bei Leksands IF.
Der 1919 gegründete Klub stammt aus der kleinen Gemeinde Leksand in der Region Dalarna. Eishockey ist dort weit mehr als eine Freizeitbeschäftigung. Der Verein gehört zur regionalen Identität und besitzt Anhänger in ganz Schweden.
Die Parallelen zur Leventina sind auffällig. Beide Klubs stehen für eine ländliche Herkunft, aussergewöhnliche Vereinstreue und eine Anhängerschaft, die sportliche Rückschläge nicht einfach zum Anlass nimmt, sich abzuwenden.
Auch die Grössenverhältnisse beeindrucken: Leksands durchschnittliche Besucherzahl erreicht beinahe die Einwohnerzahl des Ortes. Ambri mobilisiert ebenfalls weit über das eigene Dorf hinaus Tausende Menschen.
Leksand ist abgestiegen – die Leidenschaft bleibt
Es gibt allerdings einen entscheidenden Unterschied: Leksand gewann zwischen 1969 und 1975 vier schwedische Meisterschaften. Ambri wartet weiterhin auf seinen ersten nationalen Meistertitel.
Im März 2026 erlitt Leksand einen schweren Rückschlag. Nach einer dramatischen Niederlage in der Abstiegsserie gegen HV71 musste der Klub die SHL verlassen. In der Saison 2026/27 spielt er deshalb in der zweitklassigen HockeyAllsvenskan.
Das macht den Vergleich besonders interessant. Während Ambri weiterhin in der National League vertreten ist, muss sich Leksand sportlich neu aufbauen.
Dass sämtliche Schweden den Klub lieben, wäre übertrieben. Auch Leksand hat Rivalen und Gegner. Seine überregionale Popularität und die emotionale Verbindung zu seinen Anhängern sind jedoch aussergewöhnlich.
Ambri-Fans investieren sogar eigenes Geld
Wie weit diese Vereinstreue reichen kann, zeigt die gemeinsame Sammelaktion für Ambri-Klubaktien im Oktober 2026. Mehrere Fangruppen engagieren sich direkt für die wirtschaftliche Zukunft ihres Vereins.
Auch andere Schweizer Klubs haben eine besondere Anhängerschaft. Die SCL Tigers sind eng mit dem Emmental verbunden, Fribourg-Gottéron besitzt eine leidenschaftliche Fanbasis und der HC Davos vereint Tradition mit internationaler Bekanntheit.
Die National League bleibt beim Zuschauerschnitt vorne. Ob das auch in den kommenden Jahren so bleibt, hängt von der Entwicklung der beiden Ligen ab. Gerade Schweden hat zuletzt deutlich gezeigt, welches Wachstumspotenzial weiterhin vorhanden ist.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert