Weltcup-Auftakt ohne Simon Ammann – Remo Imhof erhält den Vorzug
von belmedia Redaktion Allgemein Europa Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Wintersport Ⳇ Verbreitung
Simon Ammann verpasst den Auftakt des Skisprung-Weltcups 2026/27. Der 45-jährige vierfache Olympiasieger konnte sich bei der internen Schweizer Ausscheidung in Oberstdorf nicht für das fünfköpfige Weltcup-Team qualifizieren. Den letzten verfügbaren Startplatz sicherte sich Remo Imhof. Damit beginnt die neue Weltcup-Saison am 20. November in Lillehammer ohne den erfolgreichsten Schweizer Skispringer der Geschichte.
Swiss-Ski hat das Aufgebot am Donnerstag, 5. November 2026, bekannt gegeben. Gregor Deschwanden, Killian Peier, Sandro Hauswirth und Juri Kesseli waren bereits vor dem abschliessenden Trainingslager gesetzt. Um den fünften Platz kämpften Ammann, Felix Trunz und Remo Imhof. Der 22-jährige Imhof überzeugte die sportliche Leitung und erhielt den Zuschlag.
Für Ammann ist es ein weiterer Rückschlag nach der verpassten Olympia-Qualifikation im vergangenen Winter. Die aktuelle Nomination gilt zunächst für die ersten vier Weltcup-Stationen in Lillehammer, Ruka, Wisla und Titisee-Neustadt. Eine neue Auswahl erfolgt vor dem Heimweltcup in Engelberg Mitte Dezember. Der Toggenburger kann sich bis dahin über den Continental Cup für eine Rückkehr empfehlen.
Imhof gewinnt die interne Ausscheidung
Das Trainingslager in Oberstdorf brachte die entscheidende Klärung.
Nationaltrainer Bine Norcic hatte angekündigt, die Vergabe des letzten Weltcup-Tickets ausschliesslich von den aktuellen Trainingsleistungen abhängig zu machen.
Frühere Erfolge sollten keine Rolle spielen.
Damit starteten Ammann, Trunz und Imhof unter denselben sportlichen Voraussetzungen in die Ausscheidung.
Am Ende entschied sich die sportliche Leitung für Remo Imhof. Der 22-Jährige setzte sich gegen seine beiden Konkurrenten durch und darf bei den ersten vier Weltcup-Stationen starten.
Für den jungen Schweizer ist diese Nomination ein wichtiger Schritt.
Ammann verpasst erneut eine wichtige Selektion
Die Nichtnomination trifft Simon Ammann in einer besonderen Phase seiner Laufbahn.
Der Toggenburger steht vor seiner 30. Weltcup-Saison. Seit seinem Debüt im Dezember 1997 gehört er zu den bekanntesten Persönlichkeiten des internationalen Skispringens.
Trotz seines Alters von 45 Jahren wollte er auch in diesem Winter wieder auf höchster Stufe antreten.
Bereits bei der Olympia-Selektion Anfang 2026 hatte sich ein jüngerer Konkurrent durchgesetzt.
Damals erhielt Felix Trunz den letzten Schweizer Startplatz für die Winterspiele in Italien.
Nun muss Ammann erneut einem Nachwuchsspringer den Vortritt lassen.
Nationaltrainer setzt konsequent auf Leistung
Bine Norcic machte vor der Ausscheidung deutlich, dass grosse Namen keinen Anspruch auf einen Weltcup-Platz begründen.
Ammann hatte zuletzt beim Training in Klingenthal positive Ansätze gezeigt.
Nach einer längeren Familienpause benötigte er jedoch Zeit, um seinen gewohnten Rhythmus wiederzufinden.
Auch Felix Trunz präsentierte sich zuletzt verbessert, nachdem er im Sommer Schwierigkeiten gehabt hatte.
Remo Imhof galt zunächst als Aussenseiter. Norcic sah bei ihm gute Ansätze, gleichzeitig aber Verbesserungspotenzial bei der Konstanz seiner Sprünge.
In Oberstdorf konnte sich der jüngste Kandidat gegen beide Konkurrenten behaupten.
Deschwanden führt das Schweizer Team an
Mit Gregor Deschwanden verfügt die Schweiz weiterhin über einen Springer, der regelmässig um vordere Weltcup-Platzierungen kämpfen kann.
Der Luzerner gewann im vergangenen Februar Olympia-Bronze auf der Normalschanze und feierte im März am Holmenkollen seinen ersten Weltcupsieg.
Neben ihm wurden Killian Peier, Sandro Hauswirth und Juri Kesseli bereits vor dem Trainingslager für den Saisonauftakt berücksichtigt.
Besonders Kesseli überzeugte während der Vorbereitung und sicherte sich frühzeitig seinen Platz.
Auch im Frauen-Weltcup ist die Schweiz vertreten. Sina Arnet wurde für den Auftakt in Lillehammer aufgeboten.
Continental Cup als möglicher Weg zurück
Für Ammann bedeutet die Nichtnomination nicht das Ende seiner Karriere.
Der Continental Cup bietet ihm die Möglichkeit, seine Wettkampfform unter Beweis zu stellen und sich für spätere Weltcup-Einsätze zu empfehlen.
Die derzeitige Schweizer Auswahl bleibt zunächst für Lillehammer, Ruka, Wisla und Titisee-Neustadt bestehen.
Vor den Weltcupspringen in Engelberg am 19. und 20. Dezember werden die Startplätze erneut vergeben.
Dort könnte Ammann erstmals in diesem Winter wieder auf Weltcup-Niveau antreten.
Auch Felix Trunz muss versuchen, sich für diese nächste Selektion zu empfehlen.
Vier Olympiasiege bleiben einzigartig
Ammanns Bedeutung für den Schweizer Wintersport reicht weit über die aktuelle sportliche Situation hinaus.
2002 gewann er bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City Gold auf der Normal- und Grossschanze.
Acht Jahre später wiederholte er diesen Doppelerfolg in Vancouver.
Damit gehört er zu den erfolgreichsten Olympioniken der Schweizer Sportgeschichte.
Seine lange Karriere macht die aktuelle Entscheidung besonders bemerkenswert: Auch nach fast drei Jahrzehnten im Weltcup muss sich Ammann seinen Platz weiterhin gegen die nächste Generation erkämpfen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert