UEFA-Report zeigt: Schweizer Klubs verdienen kräftig an Transfers
von belmedia Redaktion Allgemein Europa Fussball Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz soccer.ch Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch Super League Themen Transfermarkt Ⳇ Verbreitung
Die Schweizer Super League steht im neuen UEFA-Vergleich in mehreren Bereichen überraschend gut da. Besonders auffällig ist der Transfermarkt: Die Schweizer Klubs nahmen zuletzt rund 89 Millionen Franken durch Spielerverkäufe ein, investierten aber lediglich etwa 45 Millionen Franken in Neuzugänge. Unter dem Strich resultiert damit ein Transferplus von rund 44 Millionen Franken.
Die Zahlen stammen aus dem neuen «European Club Talent and Competition Landscape»-Report der UEFA, der mehr als 700 Klubs in Europa untersucht. Neben Transfers analysiert der Bericht unter anderem Zuschauerzahlen, eingesetzte Spieler und Trainerprofile. Für die Schweiz zeigt sich dabei ein bekanntes Modell: Die Super League kann finanziell nicht mit den grossen europäischen Ligen konkurrieren, besitzt aber weiterhin eine wichtige Rolle als Ausbildungs- und Transfermarkt.
Auch auf den Tribünen bleibt der Schweizer Klubfussball bemerkenswert stabil. In der vergangenen Saison kamen im Durchschnitt 12’331 Zuschauer zu den Partien der höchsten Spielklasse. Europaweit erreichten die Stadien erneut Rekordwerte: Insgesamt besuchten 242 Millionen Menschen Klub- und Nationalmannschaftsspiele auf dem Kontinent.
44 Millionen Franken Transferplus
Besonders interessant ist die Transferbilanz der Schweizer Klubs. Nach den Berechnungen im UEFA-Report wurden für neue Spieler rund 45 Millionen Franken ausgegeben. Gleichzeitig brachten Verkäufe ungefähr 89 Millionen Franken ein.
Damit verdienten die Schweizer Vereine netto rund 44 Millionen Franken auf dem Transfermarkt. Diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung der Entwicklung junger Spieler für das Geschäftsmodell vieler Super-League-Klubs.
Die Schweiz kann bei Ablösesummen nicht mit England oder anderen grossen Märkten konkurrieren. Stattdessen werden junge Spieler ausgebildet oder früh verpflichtet, entwickelt und später in finanzstärkere Ligen weiterverkauft.
Dass die Super League gleichzeitig sportlich umkämpft bleibt, zeigte sich bereits in den ersten Runden der laufenden Saison. Einen Überblick über die frühe Entwicklung gibt es in unserem Beitrag Super League: Basel, YB und St. Gallen setzen früh ein Zeichen.
Mehr als 32 Spieler pro Klub eingesetzt
Auch bei der Kaderrotation fällt die Schweiz auf. Die Super-League-Klubs setzten in der Saison 2025/26 durchschnittlich 32,3 verschiedene Spieler ein. Damit liegt die Schweiz im europäischen Vergleich auf Rang 18.
Zum Vergleich: In der deutschen Bundesliga wurden durchschnittlich 28,2 Spieler pro Klub eingesetzt. Die höhere Schweizer Zahl lässt sich unter anderem mit Kaderbewegungen, Verletzungen, europäischen Wettbewerben und der Integration junger Spieler erklären.
Der Trend passt zum Transfermodell. Spieler erhalten Einsatzmöglichkeiten, können ihren Marktwert steigern und werden anschliessend teilweise ins Ausland transferiert.
Schweizer Trainer meist ehemalige Profis
Eine weitere Besonderheit zeigt sich bei den Trainern. Rund 90 Prozent der Schweizer Cheftrainer verfügen laut UEFA über eine eigene Karriere als Spieler auf höherem Niveau.
Der europäische Durchschnitt liegt bei 68 Prozent. Damit ist der klassische Weg vom ehemaligen Profi zum Trainer in der Schweiz besonders stark ausgeprägt.
Europaweit wechselten während der Saison 2025/26 insgesamt 738 Trainer ihre Position. 488 Wechsel erfolgten während laufender Wettbewerbe.
Zuschauer bleiben eine wichtige Einnahmequelle
Mit durchschnittlich 12’331 Fans pro Super-League-Spiel gehört die Schweiz zwar nicht zur europäischen Spitze, erreicht gemessen an der Grösse des Landes aber weiterhin beachtliche Werte.
Europaweit besuchten in der Saison 2025/26 insgesamt 116 Millionen Zuschauer Spiele der höchsten Männerligen. Weitere 82 Millionen gingen zu Partien unterhalb der jeweiligen höchsten Spielklasse.
Die UEFA-Zahlen zeigen damit zwei zentrale Eigenschaften des Schweizer Klubfussballs: Die Stadien besitzen weiterhin eine solide Zuschauerbasis und gleichzeitig bleibt der Transfermarkt wirtschaftlich besonders wichtig.
- Schweizer Klubs nahmen rund 89 Millionen Franken aus Transfers ein und investierten etwa 45 Millionen Franken – ein Plus von rund 44 Millionen.
- Durchschnittlich kamen 32,3 verschiedene Spieler pro Super-League-Klub zum Einsatz.
- Die Super League erreichte im Schnitt 12’331 Zuschauer pro Partie.
- Rund 90 Prozent der Schweizer Cheftrainer besitzen Erfahrung als Spieler auf höherem Niveau.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert