Kurashev-Poker spitzt sich zu – Lugano und Zug im Fokus

Der Poker um Philipp Kurashev geht in die entscheidende Phase. Der 26-jährige Schweizer steht weiterhin ohne NHL-Vertrag da und eine Rückkehr in die National League wird immer konkreter. Im Mittelpunkt stehen nun vor allem der HC Lugano und der EV Zug, während auch der SC Bern und die ZSC Lions als Optionen gelten.

Besonders Lugano bleibt im Rennen sehr interessant. Kurashev kennt die Bianconeri bereits aus eigener Erfahrung: In der Saison 2020/21 lief er während 13 National-League-Partien für den HCL auf und bereitete dabei neun Treffer vor. Der Klub weiss damit genau, welchen Spielertyp er bekommen würde, während Kurashev das Umfeld, die Cornèr Arena und den Tessiner Hockeyalltag bereits kennt.

Auch der EV Zug ist eine sehr ernsthafte Option. Der Klub verfügt über die sportlichen und finanziellen Möglichkeiten, einen Spieler mit Kurashevs NHL-Erfahrung zu integrieren. Gleichzeitig könnte Zug dem Schweizer eine zentrale offensive Rolle bieten. Neben Lugano und Zug bleiben der SC Bern und die ZSC Lions im Kreis der möglichen Destinationen, während andere zuletzt gehandelte Klubs für diesen Entscheid derzeit weniger im Vordergrund stehen.

Lugano hat einen entscheidenden Vorteil

Kaum ein Schweizer Klub besitzt bei Kurashev eine vergleichbare Vorgeschichte wie der HC Lugano. Der Stürmer kennt die Organisation bereits und musste sich dort schon einmal nicht lange an die National League gewöhnen.

Sein kurzes Engagement 2020/21 fiel in eine besondere Phase seiner Karriere. Kurashev kam damals aus Nordamerika in die Schweiz und sammelte bei Lugano Spielpraxis. Mit neun Assists in 13 Partien zeigte er dabei vor allem seine Qualitäten als kreativer Offensivspieler.

Genau dieses Profil könnte Lugano aktuell gebrauchen. Kurashev ist kein klassischer physischer Power-Forward, sondern lebt von Geschwindigkeit, Spielübersicht, Puckkontrolle und der Fähigkeit, mit Tempo durch die neutrale Zone zu kommen.

Für den HCL wäre eine Verpflichtung deshalb nicht nur ein grosser Name, sondern auch sportlich klar nachvollziehbar.

Auch Zug passt sehr gut zu Kurashev

Mindestens ebenso spannend ist der EV Zug.

Zug besitzt seit Jahren eine klare sportliche Struktur und gehört zu jenen National-League-Klubs, die einen Spieler dieser Kategorie sowohl sportlich als auch wirtschaftlich integrieren können. Für Kurashev könnte das Umfeld interessant sein, weil der EVZ traditionell auf schnelles, technisch sauberes Eishockey setzt.

Dazu kommt die mögliche Rolle innerhalb der Mannschaft. Ein Spieler mit mehreren Jahren NHL-Erfahrung würde in Zug nicht einfach als Ergänzung verpflichtet, sondern könnte unmittelbar eine wichtige offensive Position übernehmen.

Gerade weil Kurashev weiterhin eine spätere Rückkehr nach Nordamerika offenhalten dürfte, könnte ein Klub wie Zug mit einer klar definierten Rolle und einer entsprechenden Vertragsstruktur attraktiv sein.

Bern besitzt die stärkste persönliche Verbindung

Der SC Bern bleibt ebenfalls eine logische Option.

Kurashev durchlief Teile des Berner Nachwuchses und besitzt dadurch eine enge Verbindung zur Organisation. Auch sein Vater Konstantin war im Schweizer Eishockey über Jahre als Trainer tätig und arbeitete unter anderem in Bern.

Sportlich könnte der SCB einen kreativen Schweizer Stürmer dieser Qualität ebenfalls gut gebrauchen. Bern müsste Kurashev allerdings eine Rolle bieten, die sowohl sportlich als auch finanziell mit den Angeboten aus Lugano und Zug mithalten kann.

ZSC Lions bleiben im Hintergrund gefährlich

Auch die ZSC Lions dürfen nicht komplett abgeschrieben werden.

Kurashev spielte in jungen Jahren ebenfalls zeitweise innerhalb der Zürcher Nachwuchsorganisation. Die Lions besitzen zudem einen tiefen Kader und gehören wirtschaftlich zu den stärksten Klubs der National League.

Gerade diese Kadertiefe könnte allerdings auch eine Frage aufwerfen: Für Kurashev dürfte entscheidend sein, wo er sofort eine zentrale Rolle erhält. Bei einem möglichen Einjahresengagement mit Blick auf eine spätere NHL-Rückkehr wäre viel Eiszeit besonders wertvoll.

Kurashev wartet bereits seit Beginn der NHL-Trainingscamps auf eine neue Adresse und steht weiterhin ohne Vertrag da.

Der Entscheid dürfte stark vom Gesamtpaket abhängen

Es geht deshalb nicht nur um den höchsten Lohn.

Kurashev dürfte abwägen, wo er offensiv die grösste Verantwortung erhält, welche Vertragsdauer angeboten wird und wie flexibel ein möglicher späterer Wechsel zurück in die NHL geregelt werden kann.

Lugano kann mit Vertrautheit und einer möglichen Schlüsselrolle argumentieren. Zug bietet ein stabiles sportliches Umfeld und ebenfalls grosse finanzielle Möglichkeiten. Bern besitzt die persönliche Vergangenheit, Zürich die sportliche Qualität und Infrastruktur.

Aktuell spricht damit vieles dafür, dass sich der Entscheid zwischen diesen vier Klubs zuspitzt. Besonders Lugano und Zug dürften dabei bis zuletzt ernsthafte Optionen bleiben.

🏆 DIE VIER OPTIONEN IM ÜBERBLICK

  • HC Lugano: Kurashev kennt Klub und Umfeld bereits und spielte 2020/21 für die Bianconeri.
  • EV Zug: sportlich und finanziell sehr attraktive Option mit möglicher Schlüsselrolle.
  • SC Bern: starke persönliche Verbindung durch Kurashevs Vergangenheit im Berner Nachwuchs.
  • ZSC Lions: Toporganisation mit grosser Qualität, allerdings auch enormer Konkurrenz innerhalb des Kaders.
📊NATIONAL LEAGUE 2026/27 – AKTUELLER STAND
Offizieller SIHF-Stand vom 30. September 2026.
# Team Sp. S OT-S SO-S SO-N OT-N N Tore Diff. Pkt.
1. ZSC Lions 7 7 0 0 0 0 0 31:16 +15 21
2. Genève-Servette HC 7 3 0 1 1 0 2 20:18 +2 12
3. Fribourg-Gottéron 7 2 1 1 1 0 2 22:19 +3 11
4. HC Ambri-Piotta 7 3 0 1 0 0 3 22:24 -2 11
5. HC Ajoie 7 1 2 1 1 1 1 22:20 +2 11
6. EV Zug 5 3 0 0 0 1 1 21:12 +9 10
7. HC Davos 7 3 0 0 1 0 3 18:19 -1 10
8. SCL Tigers 7 2 0 1 0 1 3 23:26 -3 9
9. SC Rapperswil-Jona Lakers 7 2 1 0 0 1 3 21:27 -6 9
10. EHC Biel-Bienne 6 2 0 0 1 0 3 19:18 +1 7
11. SC Bern 5 2 0 0 0 1 2 16:16 0 7
12. Lausanne HC 6 2 0 0 0 0 4 13:20 -7 6
13. EHC Kloten 7 1 1 0 0 1 4 15:26 -11 6
14. HC Lugano 5 1 1 0 0 0 3 17:19 -2 5

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert