Botev-Präsident Iliyan Filipov in Plovdiv erschossen
von belmedia Redaktion Allgemein Europa Kriminalität Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Polizeinews Schweiz soccer.ch Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Der bulgarische Fussball steht unter Schock: Iliyan Filipov, Präsident des Erstligisten Botev Plovdiv, ist in der Nacht auf Mittwoch in Plovdiv erschossen worden. Der 53-jährige Unternehmer wurde nahe seinem Wohnhaus tödlich getroffen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen vorsätzlicher Tötung, zu einem möglichen Motiv oder zu Tatverdächtigen gibt es bislang keine gesicherten Angaben.
Nach Angaben der Behörden ging der Notruf in den frühen Morgenstunden ein. Als Polizei und Rettungskräfte am Tatort eintrafen, konnte Filipov nicht mehr gerettet werden. Die Bezirksstaatsanwaltschaft von Plovdiv leitete unmittelbar ein Ermittlungsverfahren ein. Botev Plovdiv bestätigte später den Tod seines Präsidenten und veröffentlichte eine Trauerbotschaft.
Die Nachricht löste in Plovdiv grosse Bestürzung aus. Am Mittwochabend versammelten sich zahlreiche Fans vor dem Hristo-Botev-Stadion, legten Blumen nieder und entzündeten Kerzen. Auch Trainer Stanislav Genchev, der komplette Trainerstab, Spieler der ersten Mannschaft und Nachwuchsspieler nahmen an der Gedenkveranstaltung teil.
Ermittler halten sich zu Motiv und Tätern zurück
Die bulgarischen Ermittlungsbehörden behandeln den Fall als vorsätzliche Tötung. Weitere Einzelheiten zur Tat wurden zunächst nur zurückhaltend veröffentlicht.
Insbesondere gibt es bislang keine bestätigten Angaben darüber, wer für den Tod Filipovs verantwortlich sein könnte oder welches Motiv hinter der Tat steht. Spekulationen über geschäftliche, private oder fussballbezogene Hintergründe sind deshalb derzeit nicht belastbar.
Filipov war nicht nur Präsident von Botev Plovdiv, sondern auch ein bekannter Unternehmer. Er gehörte zu den führenden Personen des Transport- und Logistikunternehmens PIMK und war zudem Vorsitzender der Vereinigung "Business for Plovdiv".
Filipov spielte für die Zukunft von Botev eine wichtige Rolle
Beim Traditionsklub Botev war Filipov in einer sportlich und wirtschaftlich schwierigen Phase zu einer zentralen Figur geworden.
Der Verein würdigte nach seinem Tod insbesondere seinen Einsatz für die Stabilisierung des Klubs. Filipov hatte sich auch beim Wiederaufbau und bei der weiteren Entwicklung rund um das Hristo-Botev-Stadion engagiert.
Botev gehört zu den traditionsreichsten Vereinen Bulgariens. Der Klub aus Plovdiv wurde 1912 gegründet und verfügt über eine grosse Anhängerschaft.
Sportlich hatte sich die Mannschaft zuletzt deutlich stabilisiert. Vor der Länderspielpause gelangen drei Meisterschaftssiege in Serie. Nach Erfolgen gegen Arda Kardzhali und Stadtrivale Lokomotiv Plovdiv setzte sich Botev auch bei Septemvri Sofia mit 3:0 durch.
Fans und Mannschaft nehmen gemeinsam Abschied
Die Anteilnahme konzentrierte sich am Mittwochabend rund um das Stadion.
Spieler, Trainer, Nachwuchs und Fans kamen zusammen, um Filipov zu gedenken. Auch Stadtrivale Lokomotiv Plovdiv veröffentlichte eine offizielle Beileidsbekundung.
Der sportliche Alltag rückt damit vorerst in den Hintergrund. Für Freitag war ursprünglich ein Testspiel gegen Septemvri Sofia während der Meisterschaftspause vorgesehen. Das nächste reguläre Ligaspiel ist für den 10. Oktober zuhause gegen Slavia Sofia angesetzt.
Der bulgarische Fussball steckt sportlich seit Jahren in einer schwierigen Phase. Der gewaltsame Tod eines Klubpräsidenten erschüttert die Fussballszene nun jedoch weit über das Sportliche hinaus.
Botev steht sportlich auf Rang sechs
Vor der Unterbrechung hatte sich Botev mit einer starken Serie in der Tabelle nach vorne gearbeitet.
Nach zehn Meisterschaftsspielen stehen fünf Siege, ein Unentschieden und vier Niederlagen zu Buche. Mit 16 Punkten liegt der Klub derzeit auf Rang sechs.
Wann und in welcher Form der Verein nach dem Tod seines Präsidenten zum normalen Betrieb zurückkehren wird, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen. Priorität hat zunächst die Aufarbeitung des Verbrechens.
- Iliyan Filipov wurde 53 Jahre alt und war Präsident von Botev Plovdiv.
- Er wurde in der Nacht auf den 30. September in Plovdiv erschossen.
- Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen vorsätzlicher Tötung.
- Zu Motiv und möglichen Tatverdächtigen liegen bislang keine bestätigten Angaben vor.
| Team | Sp. | S | U | N | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Levski Sofia | 9 | 8 | 1 | 0 | +17 | 25 |
| 2. CSKA 1948 | 10 | 7 | 1 | 2 | +9 | 22 |
| 3. CSKA Sofia | 9 | 6 | 3 | 0 | +15 | 21 |
| 4. Ludogorets | 8 | 6 | 2 | 0 | +8 | 20 |
| 5. Arda Kardzhali | 10 | 5 | 2 | 3 | +3 | 17 |
| 6. Botev Plovdiv | 10 | 5 | 1 | 4 | +2 | 16 |
| 7. Slavia Sofia | 10 | 2 | 5 | 3 | +1 | 11 |
| 8. Spartak Varna | 10 | 2 | 4 | 4 | -5 | 10 |
| 9. Botev Vratsa | 10 | 2 | 3 | 5 | -10 | 9 |
| 10. Septemvri Sofia | 9 | 2 | 2 | 5 | -9 | 8 |
| 11. Lokomotiv Sofia | 9 | 1 | 4 | 4 | -5 | 7 |
| 12. Lokomotiv Plovdiv | 10 | 2 | 1 | 7 | -8 | 7 |
| 13. Cherno More Varna | 10 | 1 | 3 | 6 | -9 | 6 |
| 14. Dunav Ruse | 10 | 1 | 2 | 7 | -9 | 5 |
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert