Jérôme Kym schlägt Weltnummer 4 – Sensation bei den Swiss Indoors Basel
von belmedia Redaktion Allgemein ATP Tour Basel-Stadt Herren Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Resultate Schweiz Schweiz Schweizer Tennis Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Tennis tennis.ch Themen Turniere Ⳇ Verbreitung
Jérôme Kym sorgt bei den Swiss Indoors Basel für eine der grössten Überraschungen des Turniers. Der 23-jährige Aargauer bezwingt den topgesetzten Amerikaner Ben Shelton, die Nummer vier der Welt, mit 6:3, 6:7 (4:7), 7:6 (7:1). Nach einem dramatischen Entscheidungssatz, in dem er eine 5:2-Führung verspielt, behält Kym im entscheidenden Tiebreak die Nerven. Um 00.40 Uhr am Freitagmorgen steht sein bisher grösster Karrieresieg fest.
Der Schweizer Wildcard-Spieler beginnt mutig und gewinnt den ersten Satz dank zweier Breaks mit 6:3. Shelton gleicht im zweiten Durchgang im Tiebreak aus. Im dritten Satz führt Kym bereits mit zwei Breaks, verliert anschliessend aber vier Games hintereinander. Bei 5:6 rettet er sich mit einem Aufschlagspiel zu null ins Tiebreak, das er überraschend deutlich mit 7:1 gewinnt.
Für das Schweizer Tennis ist der Erfolg ein besonderer Moment. Kym, aktuell die Nummer 222 der Welt, hatte bereits mit seinem Auftaktsieg gegen Arthur Rinderknech überzeugt. Nun steht erstmals seit 2023 wieder ein Schweizer im Basler Einzel-Viertelfinal. Dort trifft der Fricktaler am Freitagabend auf den Tschechen Jiří Lehečka, der zuvor Stan Wawrinka ausgeschaltet hatte.
Kym überrascht Shelton mit mutigem Tennis
Der Schweizer startet selbstbewusst in die Begegnung. Gleich in seinem ersten Aufschlagspiel muss er drei Breakbälle abwehren, findet danach aber immer besser ins Spiel.
Beim Stand von 2:2 gelingt ihm der erste Servicedurchbruch. Kym spielt aggressiv, setzt Shelton unter Druck und nutzt beim Stand von 5:3 seine nächste Breakchance zum Satzgewinn.
Die Weltnummer vier findet zunächst kein Mittel gegen die entschlossenen Angriffe des Aargauers.
Im zweiten Satz fehlen nur wenige Punkte
Shelton verbessert anschliessend sein Aufschlagspiel. Bei 3:3 erspielt sich Kym dennoch drei Breakmöglichkeiten, kann aber keine verwerten.
Zweimal fehlen dem Schweizer später lediglich zwei Punkte zum Matchgewinn.
Im Tiebreak führt Kym zunächst mit einem Mini-Break. Doch Shelton dreht die Kurzentscheidung und gewinnt sie mit 7:4.
Aus einer 5:2-Führung wird ein Nervendrama
Im Entscheidungssatz übernimmt Kym erneut die Kontrolle.
Mit Breaks zum 2:1 und 5:2 bringt er sich in eine hervorragende Ausgangsposition. Bis dahin hat der Schweizer während der gesamten Partie kein einziges Aufschlagspiel verloren.
Doch unmittelbar vor dem grössten Erfolg seiner Karriere beginnt er zu schwanken.
Shelton nimmt ihm zweimal den Aufschlag ab und gewinnt vier Games hintereinander. Plötzlich führt der Amerikaner mit 6:5.
Kym zeigt jedoch bemerkenswerte Nervenstärke. Er serviert zu null zum 6:6 und erzwingt das entscheidende Tiebreak.
Um 00.40 Uhr ist die Sensation perfekt
Die Kurzentscheidung verläuft überraschend einseitig.
Kym führt schnell mit 3:0 und lässt sich den Vorsprung nicht mehr nehmen. Mit 7:1 gewinnt er das Tiebreak und verwandelt seinen Matchball mit einem Passierschlag.
Nach der Partie kann der Aargauer seinen Erfolg kaum fassen. Er bezeichnet den Moment als "surreal" und erklärt, er habe auch nach dem Verlust seiner Führung nie aufgegeben.
Das Publikum in der mittlerweile deutlich geleerten St. Jakobshalle feiert den Schweizer begeistert.
Lehečka wartet im Viertelfinal
Für Kym bleibt kaum Zeit zur Erholung.
Bereits am Freitagabend trifft er auf Jiří Lehečka, die Nummer 21 der Welt. Der Tscheche besiegte Daniel Altmaier im Achtelfinal mit 7:5, 6:4.
Lehečka hatte zuvor auch Stan Wawrinka bei dessen letztem Profiturnier ausgeschaltet.
Kym steht somit vor der nächsten anspruchsvollen Aufgabe. Sein Sieg gegen Shelton zeigt allerdings, dass er auch gegen die internationale Spitze bestehen kann.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert