Eishockey-WM 2027 in Gefahr – Fünf Nationen verweigern Spiele gegen Russland
von belmedia Redaktion Allgemein Eishockey Europa Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Schweiz Spiele sportaktuell.ch sportnachrichten.ch swisshockey.ch Themen Weltmeisterschaft Ⳇ Verbreitung
Die Eishockey-Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland gerät zunehmend unter Druck. Finnland, Schweden, Dänemark, Norwegen und Lettland haben angekündigt, nicht gegen Russland anzutreten. Auslöser ist das Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS, das die Wiederzulassung russischer Nationalmannschaften verlangt. Auch wichtige Sponsoren ziehen Konsequenzen, während Gastgeber Deutschland sogar eine Rückgabe der Weltmeisterschaft in Betracht zieht.
Am Dienstag, 3. November 2026, verschärfte sich die Situation erheblich. Nach Finnland bestätigten auch Schweden, Dänemark, Norwegen und Lettland ihre Weigerung, gegen Russland zu spielen. Die Verbände möchten an der WM teilnehmen, aber keine Begegnungen mit der russischen Auswahl bestreiten. Der tschechische Verbandspräsident Alois Hadamczik unterstützt ebenfalls ein gemeinsames Vorgehen mehrerer Nationen.
Für die Schweizer Nationalmannschaft entsteht eine schwierige Ausgangslage. Swiss Ice Hockey wartet weiterhin auf die Beschlüsse des Weltverbands IIHF. Die Schweiz soll am 13. Mai 2027 in Gelsenkirchen gegen Deutschland das WM-Eröffnungsspiel bestreiten. In ihrer Vorrundengruppe stehen mit Finnland, Schweden und Lettland gleich drei Nationen, die sich gegen Spiele mit Russland ausgesprochen haben.
Fünf Nationen bilden eine gemeinsame Front
Finnlands Eishockeyverband machte am Montag den Anfang. Präsident Heikki Hietanen erklärte, man wolle möglichst viele Nationen für eine gemeinsame Haltung gewinnen.
Solange der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine andauere, werde Finnland keine Begegnungen gegen Russland bestreiten.
Am Dienstag folgten weitere Entscheidungen.
Schwedens Verband bestätigte nach einer Sitzung seines Vorstands, dass seine Nationalmannschaften nicht gegen russische Teams antreten werden.
Norwegen teilte mit, die Entscheidung der IIHF bereits übermittelt zu haben. Die übrigen WM-Spiele sollen wie geplant stattfinden.
Auch Dänemark und Lettland schlossen sich an. In Lettland ist die Austragung sportlicher Begegnungen gegen Russland und Belarus zudem gesetzlich eingeschränkt.
CAS-Entscheid bringt die IIHF in Schwierigkeiten
Am 30. Oktober hob der Internationale Sportgerichtshof CAS den Ausschluss russischer Nationalmannschaften auf.
Der Eishockey-Weltverband hatte Russland wegen Sicherheitsbedenken weiterhin von seinen Wettbewerben ausgeschlossen.
Das CAS betrachtete die dafür vorgelegten Belege als unzureichend.
Die IIHF akzeptiert das Urteil, hält aber an ihren Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Spielern, Betreuern und Zuschauern fest.
Nun muss der Weltverband klären, wie Russland in bereits vorbereitete Turniere integriert werden kann.
Besonders schwierig ist die Situation bei der Männer-WM 2027. Der Wettbewerb wurde für 16 Nationen geplant, sämtliche Gruppen und Spieltermine stehen bereits fest.
Deutschland könnte die Weltmeisterschaft zurückgeben
Die Entwicklung stellt auch den Deutschen Eishockey-Bund vor erhebliche Probleme.
DEB-Vorstandschef Frank H. Lutz erklärte, dass Deutschland eine Rückgabe des Turniers nicht ausschliesse.
Zusätzliche Sicherheitsmassnahmen, politische Spannungen und wirtschaftliche Risiken könnten die Austragung erschweren.
Die bereits diskutierte mögliche Rückgabe der Weltmeisterschaft gewinnt durch die Entscheidungen mehrerer Nationalverbände zusätzlich an Bedeutung.
Sponsoren reagieren auf Russlands Rückkehr
Neben den Verbänden erhöht sich auch der wirtschaftliche Druck.
Der schwedische Büromöbelhersteller AJ Products, seit Jahrzehnten ein bedeutender WM-Sponsor, kündigte seinen Rückzug an.
Der finnische Reifenhersteller Nokian Tyres erklärte am Dienstag, das Sponsoring der WM 2027 zu beenden, sollte Russland am Turnier teilnehmen.
Für die Organisatoren entsteht damit neben der sportlichen auch eine finanzielle Herausforderung.
Wie reagiert Swiss Ice Hockey?
Der Schweizer Verband hat bislang keinen vergleichbaren Boykottentscheid bekanntgegeben.
Swiss Ice Hockey erklärte nach dem CAS-Urteil, die weiteren Schritte der IIHF abzuwarten.
Für die Schweizer Nationalmannschaft ist besonders die Vorrundengruppe A betroffen.
Neben Gastgeber Deutschland gehören Finnland, Schweden, Lettland, Österreich, Slowenien und die Ukraine zu den Gegnern.
Die Ukraine hatte sich sportlich für die höchste WM-Division qualifiziert. Wie eine zusätzliche Teilnahme Russlands mit dem bestehenden Teilnehmerfeld vereinbart werden könnte, gehört zu den offenen Fragen.
WM-Start gegen Deutschland steht auf dem Spiel
Der bisherige Spielplan sieht das Eröffnungsspiel zwischen der Schweiz und Deutschland am 13. Mai 2027 in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen vor.
Die weiteren Begegnungen sollen in Mannheim und Düsseldorf ausgetragen werden. Das Finale ist für den 30. Mai in Düsseldorf geplant.
Ob dieser Ablauf bestehen bleibt, hängt nun wesentlich von den nächsten Entscheidungen der IIHF ab.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert