Fehlstart-Schock für Jason Joseph – Europameister im Ultimate-Final disqualifiziert
von belmedia Redaktion #Schweizweit Allgemein Europa Leichtathletik Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Jason Joseph erlebt bei der Premiere der World Athletics Ultimate Championship in Budapest ein bitteres Saisonende. Der Schweizer Europameister qualifiziert sich über 110 m Hürden souverän für den Final, wird dort aber wegen eines Fehlstarts disqualifiziert. Den Sieg holt Weltrekordhalter Ja’Kobe Tharp in 12,94 Sekunden.
Joseph hatte wenige Stunden zuvor noch einen starken Halbfinal gezeigt. Der 27-jährige Baselbieter lief in 13,26 Sekunden auf Rang zwei seiner Serie und erzielte damit die fünftbeste Zeit aller 16 Teilnehmer.
Im Final wollte Joseph beim Start volles Risiko eingehen. Dieses ging nicht auf: Der Schweizer verliess den Block zu früh und musste das Rennen verlassen, bevor die Hürdenentscheidung überhaupt richtig begonnen hatte.
Starker Halbfinal endet mit Finalticket
Im Halbfinal zeigte Joseph zunächst, dass er seine starke Form vom EM-Triumph in Birmingham nach Budapest mitgenommen hatte.
Der Schweizer Rekordhalter wurde in seiner Serie in 13,26 Sekunden Zweiter hinter Trey Cunningham. Direkt hinter Joseph folgte ausgerechnet Ja’Kobe Tharp, der spätere Sieger des Finals.
Unter allen 16 gestarteten Athleten erreichte Joseph die fünftbeste Zeit. Nur vier US-Amerikaner waren in den beiden Halbfinals schneller.
Bereits vor dem Start in Budapest gehörte Joseph zu den prominentesten Schweizer Teilnehmern der neu geschaffenen Ultimate Championship. Nach seinem Europameistertitel im August durfte er sich auch beim Saisonfinale Chancen auf einen Spitzenplatz ausrechnen.
Im Final war diese Hoffnung jedoch nach wenigen Sekunden vorbei. Joseph reagierte zu früh auf das Startsignal und wurde regelkonform disqualifiziert.
Joseph wollte bewusst volles Risiko
Nach dem Rennen erklärte Joseph gegenüber SRF, dass der Fehlstart die Konsequenz seines bewusst aggressiven Starts gewesen sei. Der Schweizer wollte gegen die extrem starke US-Konkurrenz keine Zeit liegen lassen und nahm dafür mehr Risiko als gewöhnlich.
Lange ärgern wollte sich der 27-Jährige darüber nicht. Hinter ihm liegt eine der stärksten Saisons seiner Karriere.
Bei den Europameisterschaften in Birmingham gewann Joseph Mitte August in 13,12 Sekunden Gold über 110 m Hürden. Just Kwaou-Mathey aus Frankreich wurde in 13,16 Sekunden Zweiter, der Pole Jakub Szymanski folgte in 13,26 Sekunden auf Rang drei.
Joseph bestätigte damit seinen Platz in der internationalen Weltklasse. Auch der Halbfinal in Budapest zeigte nochmals, dass er zum Saisonende weiterhin auf höchstem Niveau konkurrenzfähig war.
Umso bitterer war das Ende: Statt im letzten Rennen des Jahres um einen Podestplatz und das hohe Preisgeld zu kämpfen, musste Joseph den Final von ausserhalb der Bahn verfolgen.
Tharp gewinnt Hundertstel-Krimi
Ohne Joseph entwickelte sich der Final zu einem extrem knappen amerikanischen Duell.
Ja’Kobe Tharp setzte sich in 12,94 Sekunden durch. Weltmeister Cordell Tinch lag lediglich eine Hundertstelsekunde zurück und wurde in 12,95 Sekunden Zweiter.
Bradley Franklin komplettierte in 13,01 Sekunden das rein amerikanische Podest. Tharp kassierte für seinen Sieg bei der Ultimate Championship 150’000 US-Dollar Preisgeld.
Für Joseph endet die Saison dagegen mit einer Enttäuschung, die seine starken Leistungen der vergangenen Monate kaum schmälert.
Der Schweizer verlässt Budapest als amtierender Europameister und einer der schnellsten Hürdensprinter Europas. Der Fehlstart verhindert lediglich, dass er seine Saison beim neu geschaffenen internationalen Finale mit einem weiteren grossen Resultat abschliessen kann.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert