Bosideng feiert 50 Jahre: Ausstellung zeigt Daunenmode, Design und Innovation
von belmedia Redaktion Allgemein Alltag Ausstellungen beautytipps.ch business24.ch businessaktuell.ch events24.ch Inspiration Konzeption Lifestyle Marken Messen Mode nachrichtenticker.ch News Trends Übersee
Bosideng hat im Gate M West Bund Dream Center in Shanghai die Ausstellung „Warmth Code: Half a Century of History“ zu seinem 50-jährigen Jubiläum eröffnet. An der Eröffnungszeremonie nahmen hochrangige Bosideng-Führungskräfte, Markenbotschafter und internationale Filmstars teil.
Zwei Wochen nach der Präsentation von „The Bloom“ während der Paris Fashion Week vereint die Marke Archive, wegweisende Kleidungsstücke und Arbeiten aus ihren internationalen Designkooperationen. Die Ausstellung blickt auf fünf Jahrzehnte zurück, die der Daunenjacke gewidmet waren, und zeichnet den Weg der Marke von Produktinnovation zu zeitgenössischem Modedesign nach. Sie öffnet am 19. Oktober für die Öffentlichkeit und läuft bis zum 1. November.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Jubiläum: Bosideng feiert sein 50-jähriges Bestehen mit einer Ausstellung in Shanghai.
- Design: Archive, historische Modelle und internationale Kooperationen zeigen die Entwicklung der Daunenjacke.
- Paris: „The Bloom“ präsentierte Bosideng am 5. Oktober während der Paris Fashion Week.
- Innovation: Fünf Jahrzehnte Forschung zu Daunen, Konstruktion und Fertigung bilden die technische Grundlage.
- Förderung: Partnerschaften mit Vogue China Fashion Fund und ANDAM sollen junge Designer vernetzen.
Die Ausstellung ist in sechs Themenbereiche gegliedert. Im Bereich „Chronicle“ vereinen 15 Vitrinen wegweisende Kleidungsstücke mit Designskizzen, Stoffmustern und Archivbildern und markieren wichtige Innovationsmomente in der Geschichte der Marke. An anderen Stellen der Ausstellung tragen Objekte aus der Gründungszeit, darunter eine frühe Nähmaschine, noch die Spuren der Anfänge der Marke. Kleidungsstücke aus verschiedenen Epochen stehen in deutlichem Kontrast zueinander: der einteilige Daunenanzug, der den Gipfel des Qomolangma, des höchsten Berges der Welt, erreichte; die Trench Coat Down Jacket, die klassische Schneiderkunst mit Wärme verbindet; und im Bereich „Boundless“ architektonisch geprägte Stücke internationaler Designer. Zusammen zeigen sie, wie sich die Daunenjacke in Funktion, Form und Ästhetik verändert hat. Insbesondere die Designkooperationen erkunden ausdrucksstarke Silhouetten und Konstruktionen und zeigen, welches Potenzial diese spezialisierte Kategorie in der Mode entfalten kann.
Grenzenlose Kreation: Expertise im Zentrum internationaler Zusammenarbeit
Durch Bosidengs Kooperationen mit Jean Paul Gaultier und Kim Jones erhält dieselbe Daune deutlich unterschiedliche modische Persönlichkeiten. Die New-Generation Down Jacket Collection mit Jean Paul Gaultier nutzt innovative Fülltechniken und Bekleidungskonstruktionen, um ausdrucksstarke Silhouetten zu schaffen, während die von Kim Jones geleitete Premiumlinie AREAL architektonische Formen und eine futuristische Ästhetik in funktionale Bekleidung bringt. Diese Stücke werden im Bereich „Boundless“ gemeinsam mit Kooperationen mit Kenzo Takada und Errolson Hugh gezeigt.
Während diese Kooperationen das Material durch die Augen anderer Designer zeigen, trat Bosidengs eigene Designvision am 5. Oktober während der Paris Fashion Week mit „The Bloom“, der Show zum 50-jährigen Jubiläum, in den Vordergrund. Creative Director Pietro Ferragina nahm das Volumen der Daune als Ausgangspunkt und verband die geometrische Ordnung des Art déco, die Konstruktion des Haipai-Qipao, des figurbetonten Kleids im Shanghai-Stil mit Stehkragen, und die Webkunst des Song-Brokats, eines gemusterten Seidenstoffs aus Suzhou, der auf die Song-Dynastie zurückgeht, mit zeitgenössischem Design.
Die Linie Extreme Cold kombiniert Daune mit Tüll und Satin und bringt technische Kälteschutzbekleidung näher an Abendmode. Die Puff-Linie mit ihrem neu interpretierten Qipao-Stehkragen und leichten, voluminösen Formen bietet eine moderne Lesart chinesischer Kleidung. In diesen Stücken formt das Volumen der Daune die Silhouette, ihre Leichtigkeit bestimmt Proportion und Schichtung, und die Eigenschaften des Materials selbst prägen das Design. Indem Bosideng die Daune die Form seiner Kleidungsstücke bestimmen lässt und chinesische Kleidungskultur in seine Ästhetik integriert, entwickelt die Marke eine eigene Modesprache für diese Kategorie.
Über Jahrzehnte hinweg hat Chinas Bekleidungsindustrie durch die Stärke ihrer Fertigungssysteme und ihres handwerklichen Könnens an der globalen Mode teilgenommen. Mit der Entwicklung eigener Forschungs- und Designkompetenzen ist das in Materialien, Techniken und Produkten aufgebaute Wissen zu einer wichtigen Ressource für chinesische Marken geworden, die im Modedesign tätig sind. Bosideng bringt das Wissen und das gestalterische Urteilsvermögen aus fünfzig Jahren Arbeit mit Daunen in seinen kreativen Prozess ein und trägt damit eine eigene Perspektive und originäre Arbeiten zu internationalen Kooperationen bei. Aufbauend auf seinen Wurzeln als Spezialist für die Entwicklung und Herstellung von Daunenjacken ist das Unternehmen zu einem aktiven Mitgestalter des globalen Modedesigns geworden.
Zum Jubiläum ist Bosideng eine strategische Partnerschaft mit dem Vogue China Fashion Fund und der französischen Association Nationale pour le Développement des Arts de la Mode (ANDAM) eingegangen. Damit werden aufstrebende chinesische Designer mit französischen und internationalen Kreativnetzwerken verbunden und das globale Designökosystem erweitert. Das Engagement der Marke für originäres Design reicht damit inzwischen von gemeinsam entwickelten Kollektionen bis zur Talentförderung. Durch die Verbindung der Entwicklung einer neuen Designergeneration, des interkulturellen kreativen Austauschs und der Erneuerung der eigenen Designkompetenzen möchte Bosideng einen langfristig tragfähigen Pool an Talenten und Ideen für nachhaltige Innovation in der Daunenmode aufbauen.
Innovation: Gesammelte Expertise wird zu gestalterischer Freiheit
Hinter den internationalen Kooperationen und den Looks auf dem Pariser Laufsteg stehen fünf Jahrzehnte Forschung zu Daunen, Bekleidungskonstruktion und Fertigungstechniken. Die Ausstellung präsentiert dieses technische Fundament unmittelbar anhand von Materialien, technischen Dokumenten und dekonstruierten Kleidungsinstallationen.
Im Bereich „Craft“ legt die schwebende Installation „Inside the Qomolangma 1.0 Jacket“ Schicht für Schicht die Isolationsstruktur, Schutzmaterialien und funktionalen Eigenschaften einer Daunenjacke offen, die für extreme Kälte entwickelt wurde. Die Anforderungen, die grosse Höhen und extreme Kälte an Wärme, Schutz, Gewicht und Bewegungsfreiheit stellen, führten die Marke dazu, genau zu untersuchen, wie Materialien und Bekleidungskonstruktion zusammenwirken. Diese Erfahrung unterstützt heute die Ausweitung der Daunenjacke auf ein breiteres Spektrum von Anlässen und Silhouetten.
Die 2021 eingeführte Trench Coat Down Jacket übertrug dieses Know-how auf klassische Konfektionsmode. Ein Trenchcoat verlangt nach einer klaren Kontur und fliessenden Linien; Daunen benötigen Raum, um sich aufzubauschen und Wärme zu speichern. Mit 52 Schnittteilen, 150 Produktionsschritten und präziser zonierter Befüllung überarbeitete Bosideng die Struktur des Kleidungsstücks, um den klassischen Schnitt des Trenchcoats mit der leichten Wärme von Daunen zu verbinden.
Revers, Gürtel und Kragenriegel tragen die Formensprache des Trenchcoats, während die Anordnung der inneren Daunenkanäle und die Fülltiefe Zone für Zone angepasst werden, um die klare Aussenlinie zu bewahren. Von der Materialauswahl und Schnittkonstruktion bis zur Produktion arbeiten Forschungs- und Fertigungsteams auf ein gemeinsames Designziel hin, sodass die Anforderungen urbaner Kleidung an Linie, Proportion und leichte Wärme in jedem fertigen Kleidungsstück umgesetzt werden.
Diese Beherrschung von Materialien und Konstruktion verschafft Bosideng gestalterische Freiheit: die Fähigkeit, sowohl durch präzise Handwerkskunst klare Linien zu erzielen als auch mit dem Volumen der Daune ausdrucksstarke Silhouetten zu formen. Jahrzehnte technischer Forschung und Fertigungspraxis ermöglichen es der Marke, Mode ausgehend von der Daune selbst zu gestalten und die funktionalen Eigenschaften des Materials in eine wiedererkennbare Ästhetik zu übersetzen.
Ursprünge: Ein halbes Jahrhundert Hingabe an ein Handwerk
Die Daunenjacke, Bosidengs Kernkategorie, steht seit den Anfängen der Marke ununterbrochen im Mittelpunkt. Dieses Engagement begann mit dem Traum eines jungen Schneiders: eine eigene chinesische Hochleistungs-Daunenjacke herzustellen.
Im Bereich „Dream“ werden zwei Ausgaben der Shanghaier Zeitung Jiefang Daily, eine von 1975 und eine von 2026, nebeneinander präsentiert. Sie verbinden einen vor einem halben Jahrhundert entstandenen Ehrgeiz mit dem 50-jährigen Jubiläum der Marke. 1975 las der spätere Bosideng-Gründer Gao Dekang, während er in einem Shikumen-Gassenhaus in Shanghai Kleidung für einen Professor anfertigte, einen Zeitungsbericht über die Besteigung des Qomolangma durch das chinesische Bergsteigerteam und fasste den Entschluss, Hochleistungs-Daunenjacken herzustellen. Im folgenden Jahr begann er mit einer Gruppe von Dorfbewohnern in Changshu in der Provinz Jiangsu und acht Nähmaschinen. 1998 erreichte ein speziell angefertigter einteiliger Daunenanzug von Bosideng gemeinsam mit dem chinesischen Bergsteigerteam den Gipfel des Qomolangma. Nach mehr als zwei Jahrzehnten Beharrlichkeit fand der 1975 entstandene Traum seine Antwort auf dem Dach der Welt.
Inspiriert von der immergrünen Kiefer, die Gao Dekang in den frühen Jahren des Unternehmens eigenhändig pflanzte, greift die Lichtinstallation „Ten Thousand Stitches, Ten Thousand Threads“ die Nadeln der Kiefer in den silbernen Nadeln eines Schneiders auf und würdigt damit das langjährige Engagement der Marke für ihr zentrales Handwerk.
Dieses handwerkliche Können zeigt sich in der kontinuierlichen Verbesserung jeder Produktgeneration. Die ausgestellten Anti-Daunenleck-Nadeln, dehnbaren Fäden und Schnittblöcke dokumentieren kleine Verfeinerungen, die entwickelt wurden, um das Austreten von Daunen zu reduzieren sowie Wärme und Komfort bei Bewegung zu verbessern. Eine wegweisende Daunenjacke aus dem Jahr 1995, die für den Alltag entwickelt wurde, brachte durch Veränderungen bei Füllung, Stoff, Farbe und Schnitt ein ausgeprägtes Modebewusstsein in die Kälteschutzbekleidung. Von der Arbeit mit Nadel und Faden bis zu Innovationen, die auf die Bedürfnisse jeder Epoche reagieren, zieht sich das Streben nach einer guten Daunenjacke durch die gesamte Geschichte der Marke.
Ein neues Kapitel: Eigenständige Kreation als Grundlage des internationalen Werts einer chinesischen Marke
Die in der Ausstellung gezeigten Archive zeichnen einen klaren Weg bis zu den zeitgenössischen Stücken auf dem Pariser Laufsteg nach. Von frühen technischen Arbeiten mit Fokus auf Wärme und praktische Tragbarkeit bis hin zur eigenständigen Gestaltung von Silhouetten und ästhetischem Ausdruck hat Bosideng das Gelernte schrittweise in die Fähigkeit überführt, eigene Designideen vorzulegen und kontinuierlich neue Arbeiten zu schaffen.
Für chinesische Marken, die in die internationale Mode eintreten, bietet die globale Bühne die Möglichkeit, gesehen zu werden. Dauerhafter Markenwert entsteht jedoch durch einen stetigen Fluss originärer Arbeiten und eine klare, unabhängige kreative Position dahinter. Auf Grundlage seines tiefgehenden Verständnisses von Daunen erweitert Bosideng seine gestalterische Freiheit, bringt chinesische Kleidungskultur in zeitgenössisches Design ein und trägt mit dem über Jahrzehnte aufgebauten Wissen und der ästhetischen Erfahrung Arbeiten mit einer unverwechselbaren eigenen Identität zur globalen Mode bei.
Mit Blick auf das nächste halbe Jahrhundert wird Bosideng weiterhin die Daunenjacke in den Mittelpunkt stellen, Innovation als Motor für originäres Design nutzen und durch den Austausch mit kreativen Talenten aus aller Welt eine eigene Modesprache entwickeln – auf der Suche nach neuen Formen und neuen ästhetischen Möglichkeiten.
Vor fünfzig Jahren träumte ein junger Schneider davon, Chinas eigene Hochleistungs-Daunenjacke herzustellen. Fünfzig Jahre später führt Bosideng diesen Traum weiter, indem die Marke ihre eigene Expertise und ästhetische Vision in die globale Mode einbringt.
Quelle: Bosideng
Bildquelle: Bosideng