5 einfache Tricks, mit denen Sie sich vor Betrügern schützen

Eine dringende Nachricht, ein angeblicher Bankanruf oder ein verlockendes Onlineangebot: Betrugsversuche können im Alltag sehr glaubwürdig wirken. Mit fünf einfachen Gewohnheiten lassen sich viele Fallen erkennen und Risiken verringern.

Betrüger versuchen häufig, ihre Opfer unter Zeitdruck zu setzen oder deren Vertrauen zu gewinnen. Sie geben sich als Angehörige, Bankmitarbeitende oder bekannte Unternehmen aus und verlangen Geld, persönliche Daten oder die Freigabe einer Zahlung.

Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) und die Schweizerische Kriminalprävention empfehlen, verdächtige Kontakte zu unterbrechen und Forderungen unabhängig zu überprüfen. Diese fünf Tipps zeigen, wie sich das am Telefon, beim Lesen von Nachrichten und beim Onlineeinkauf umsetzen lässt.

1. Bei Druck auflegen statt diskutieren

«Ihr Konto wird gesperrt» oder «Ihr Sohn braucht sofort Geld»: Solche Behauptungen sollen eine schnelle Reaktion erzwingen. Werden Sie am Telefon unter Druck gesetzt, beenden Sie das Gespräch. Übergeben Sie weder Bargeld noch Wertsachen an eine unbekannte Person, die angeblich im Auftrag der Polizei oder eines Angehörigen kommt. Besprechen Sie die Situation zuerst mit einer Vertrauensperson. Sie müssen sich gegenüber einem verdächtigen Anrufer weder rechtfertigen noch dessen Geschichte widerlegen.

2. Selbst zurückrufen – über eine bekannte Nummer

Meldet sich angeblich ein Familienmitglied in Not, kontaktieren Sie diese Person über die bereits gespeicherte Nummer. Bei einem vermeintlichen Bankanruf verwenden Sie die Kontaktdaten auf Ihrer Bankkarte oder in der offiziellen App. Nutzen Sie nicht einfach die Nummer aus der verdächtigen Nachricht oder der Anrufliste. Die auf dem Display angezeigte Telefonnummer lässt sich fälschen – eine Methode, die auch bei Betrugsanrufen im Namen von Banken eingesetzt wird. Ein selbst gewählter Kontaktweg hilft, die Geschichte unabhängig zu prüfen, statt erneut beim Betrüger zu landen.

3. Die App öffnen statt auf den Link klicken

Eine unerwartete SMS verlangt eine Zahlung, eine E-Mail fordert zur Überprüfung des Bankkontos auf: Folgen Sie dem mitgeschickten Link nicht. Öffnen Sie stattdessen die bereits installierte offizielle App des Anbieters oder tippen Sie dessen bekannte Internetadresse selbst in den Browser ein. Geben Sie auf einer verdächtigen Seite keine Zugangsdaten ein. Ein vertrauter Firmenname oder eine professionell gestaltete Webseite beweist nicht, dass die Aufforderung echt ist.

4. Passwörter und Sicherheitscodes für sich behalten

Verraten Sie am Telefon weder Ihre Login-Passwörter noch Karten-PINs oder Einmalcodes aus SMS. Das gilt auch dann, wenn sich jemand als Bankmitarbeiter ausgibt und damit angeblich eine betrügerische Zahlung stoppen will. Solche Codes können Angreifern den Zugang zu einem Konto oder die Freigabe einer Zahlung ermöglichen. Bestätigen Sie keine Anmeldung oder Zahlung, die Sie nicht selbst veranlasst haben. Aktivieren Sie zusätzlich die Zwei-Faktor-Authentisierung, wo diese angeboten wird – deren Sicherheitscodes bleiben ebenfalls vertraulich.

5. Vor dem Bezahlen den Anbieter prüfen

Prüfen Sie bei einem unbekannten Onlineshop, ob ein nachvollziehbarer Firmenname, eine Adresse und erreichbare Kontaktmöglichkeiten vorhanden sind. Suchen Sie ausserhalb des Shops nach Erfahrungen anderer Kunden und lesen Sie auch kritische Bewertungen. Viele Sterne allein sind kein Beweis für Seriosität: Positive Rezensionen können gekauft oder erfunden sein. Bevorzugen Sie nach Möglichkeit den Kauf auf Rechnung statt einer Vorauszahlung. Bleiben Zweifel am Anbieter bestehen, verzichten Sie auf die Bestellung.

🛡️ Im Ernstfall: Diese Schritte helfen jetzt

  • Kartendaten weitergegeben: Kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank oder den Kartenanbieter und lassen Sie die betroffene Karte sperren. Verwenden Sie dafür eine unabhängig überprüfte Telefonnummer.
  • Passwort verraten: Ändern Sie es sofort beim betroffenen Dienst und überall dort, wo Sie dasselbe Passwort verwenden. Nutzen Sie anschliessend für jedes Konto ein eigenes, starkes Passwort.
  • Geld überwiesen: Informieren Sie unverzüglich Ihre Bank. Möglicherweise lässt sich die Zahlung noch stoppen. Erstatten Sie bei finanziellem Schaden Anzeige bei der Polizei.
  • Jemand will Geld oder Wertsachen abholen: Lassen Sie die unbekannte Person nicht in Ihre Wohnung und übergeben Sie nichts. Verständigen Sie bei einem solchen Betrugsverdacht die Polizei unter 117.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert