One Health Konzept – Tierschutz wird ein Schlüssel im Kampf gegen Pandemien

Tierschutz erreicht globales Gewicht.

Rund 190 Staaten weltweit haben sich nach intensiven Verhandlungen auf ein neues Pandemieabkommen geeinigt.

Darin wird erstmals offiziell anerkannt, dass Tierschutz eine entscheidende Rolle für die Verhinderung künftiger Pandemien spielt.

Mit dem Abkommen wird das sogenannte One Health-Konzept – das die enge Verbindung zwischen der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt betont – in ein verbindliches internationales Rahmenwerk aufgenommen.


Wenn Tiere unter menschlichem Einfluss leiden und nicht artgemäss gehalten werden, können sich Krankheiten schnell ausbreiten.

Das Abkommen wurde heute im Rahmen der 78. Weltgesundheitsversammlung verabschiedet.

One Health im Fokus der Pandemievorsorge

Tiere, die unter menschlichem Einfluss leiden und nicht artgerecht gehalten werden, stellen ein hohes Risiko für die Entstehung und Ausbreitung von Krankheiten dar.

Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN setzt sich seit Jahren für bessere Bedingungen in der Tierhaltung ein – etwa durch die Forderung nach der Schliessung von Pelzfarmen, einem Ende des Wildtierhandels sowie besseren Standards in der Nutztierhaltung.

Mit dem neuen Abkommen erfahren diese Anliegen nun internationale Anerkennung.

Krankheitsrisiken durch schlechte Tierhaltung

Wenn Tiere gestresst oder geschwächt sind, etwa durch zu enge Haltungsbedingungen wie auf Pelzfarmen, entstehen ideale Bedingungen für Krankheitserreger.



Diese können sich nicht nur unter Tieren verbreiten, sondern auch auf den Menschen überspringen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler warnen seit Langem vor dieser Gefahr – jetzt reagieren auch die Staaten.

Länder sollen konkrete Strategien entwickeln

Das Abkommen verpflichtet die unterzeichnenden Länder dazu, eigene nationale Strategien, Richtlinien oder Gesetzesinitiativen zu entwickeln, um Pandemien schon im Vorfeld zu verhindern.

Dabei soll ein sektorübergreifender Ansatz verfolgt und auch die Zivilgesellschaft einbezogen werden.



Einige Länder, darunter die Schweiz, haben bereits One Health-Strategien vorgelegt.

«Wir freuen uns über diese Massnahmen und fordern zugleich weitere Schritte in Richtung mehr Tierwohl und Tiergesundheit zum Schutz von Mensch, Tier und der Umwelt», erklärt Sarina Gerber, Policy Officer bei VIER PFOTEN Schweiz.

Was bedeutet One Health konkret?

Das internationale Expertengremium für One Health beschreibt das Konzept als einen integrierten, gemeinsamen Ansatz, der darauf abzielt, die Gesundheit von Menschen, Tieren und Ökosystemen dauerhaft ins Gleichgewicht zu bringen und zu verbessern.

Dabei wird anerkannt, dass Menschen, Nutztiere, Haustiere, Wildtiere, Pflanzen und ihre Umwelt – inklusive der Ökosysteme – untrennbar miteinander verbunden sind.

 

Quelle: Tierweltnews-Redaktion/VIER PFOTEN
Bildquelle: VIER PFOTEN