Augenringe kaschieren: Natürliches Make-up und gesunde Pflege für die Augenpartie

Augenringe lassen sich mit Make-up optisch mildern, ohne die gesamte Augenpartie dick zu überschminken. Entscheidend sind ein passender Farbton, eine geschmeidige Textur und ein gezielter Auftrag auf die dunklen Stellen. Eine zusätzliche Farbkorrektur kann helfen, wenn ein hautfarbener Concealer allein die Verfärbung nicht ausreichend ausgleicht.

Dabei lohnt sich ein genauer Blick auf die Schatten: Braune Pigmentierung, bläulich durchscheinende Gefässe und Vertiefungen unter dem Auge verlangen unterschiedliche Lösungen. Kosmetik kann Farbunterschiede ausgleichen und Übergänge weicher erscheinen lassen. Die Form der Tränenrinne, Schwellungen und natürliche Hautlinien bleiben jedoch bestehen. Ein überzeugendes Ergebnis entsteht deshalb durch abgestimmte Produkte und eine dünne, sorgfältig verblendete Schicht.

Warum Augenringe unterschiedlich aussehen

„Augenringe“ beschreibt ein Erscheinungsbild mit verschiedenen möglichen Ursachen. Die Haut unter den Augen ist dünn; darunterliegende Gefässe können durchscheinen. Eine stärkere Pigmentierung kann die Partie bräunlich wirken lassen. Hinzu kommen anatomische Schatten: Eine Vertiefung zwischen Unterlid und Wange oder eine vorgewölbte Lidpartie verändert, wie das Licht auf das Gesicht fällt.

Veranlagung und altersbedingte Veränderungen können dabei eine Rolle spielen. Auch Hautentzündungen, Reiben an den Augen und Sonnenexposition kommen als Einflussfaktoren infrage. Müdigkeit kann vorhandene Schatten deutlicher hervortreten lassen. Daraus folgt aber weder, dass jeder Augenring auf Schlafmangel zurückgeht, noch dass mehr Schlaf sämtliche dunklen Ränder beseitigt.

Für das Schminken ist zunächst das sichtbare Ergebnis wichtig. In weichem Tageslicht lässt sich besser beurteilen, wo tatsächlich eine Verfärbung liegt und wo lediglich ein Schatten entsteht. Licht von oben kann Vertiefungen stärker betonen. Eine Beobachtung im Spiegel ersetzt allerdings keine medizinische Beurteilung und erlaubt keine sichere Diagnose der Ursache.

Die Haut vorbereiten, ohne sie zu überladen

Die Vorbereitung beginnt mit einer sanften Reinigung. Anschliessend wird eine kleine Menge gut verträglicher Feuchtigkeitspflege aufgetragen. Die Haut soll sich geschmeidig anfühlen, bevor Concealer hinzukommt. Ein noch deutlich fettiger oder klebriger Pflegefilm erschwert dagegen einen kontrollierten Auftrag. Eine feste Wartezeit gilt nicht für alle Produkte: Entscheidend sind die Anwendungshinweise und das Verhalten der jeweiligen Kombination auf der Haut.

Ein zusätzliches Serum, Augenpads und ein Primer sind keine Pflichtbestandteile. Für eine einfache Routine genügt zunächst eine passende Pflege unter dem Abdeckprodukt. Weitere Schichten sind erst sinnvoll, wenn sie ein konkretes Problem verbessern. Krümelt die Kombination, sollte die Zahl der Produkte und die verwendete Menge reduziert werden, statt immer neue Schichten darüberzulegen.

Tagsüber gehört auch Sonnenschutz zur Gesichtspflege. Bei der Anwendung rund um die Augen gelten die Hinweise des Herstellers; das Produkt darf nicht ins Auge gelangen. Starkes Reiben und Ziehen an der Haut sind bei der Vorbereitung ebenso zu vermeiden wie beim späteren Verblenden.

Concealer nach Farbton und Textur auswählen

Ein Concealer ist ein Abdeckprodukt für begrenzte Gesichtspartien. Für Augenringe eignen sich häufig flüssige oder cremige Formulierungen, die sich dünn verteilen lassen. Hohe Deckkraft muss dabei keine dicke Schicht bedeuten: Ein pigmentreiches Produkt kann bereits in kleiner Menge ausreichend abdecken. Ob die Formulierung angenehm sitzt, zeigt sich allerdings erst auf der eigenen Haut.

Als Ausgangspunkt empfiehlt sich eine Nuance nahe am natürlichen Hautton. Eine leicht hellere Variante kann dezent aufhellen, sollte aber keinen auffälligen hellen Halbmond erzeugen. Sehr heller Concealer über einer dunklen Verfärbung kann gräulich oder aschig wirken. Dann hilft es oft mehr, die Farbe besser auszugleichen, als die Menge des hellen Produkts zu erhöhen.

Auch der Unterton verdient Beachtung: Ein zu rosiges, gelbes oder orangefarbenes Produkt kann sich sichtbar von der Wange abheben. Beim Farbvergleich ist der Übergang zur umliegenden Haut aussagekräftiger als die dunkle Stelle allein. Ein Test bei Tageslicht zeigt, ob der Concealer nach dem Verblenden unauffällig bleibt. Bei gemeinsam genutzten Testern werden frische Einwegapplikatoren verwendet.


Die Frau präsentiert einen verschlossenen Concealer. Für die Auswahl zählen neben dem Farbton vor allem Deckkraft und Verhalten der Formulierung auf der Haut; die Verpackung allein gibt darüber keine Auskunft.

Farbkorrektur: Wann Pfirsich, Rosa oder Gelb helfen können

Ein Farbkorrektor, auch „Corrector“ genannt, verändert zunächst den Farbeindruck der dunklen Partie. Darüber folgt bei Bedarf ein hautfarbener Concealer. Dieser zusätzliche Schritt ist sinnvoll, wenn die Verfärbung trotz einer dünnen Abdeckung deutlich durchscheint. Leichte Augenringe benötigen häufig keinen separaten Korrektor.

Für bläuliche Schatten kommen warme Pfirsich- und Apricottöne infrage. Bei heller Haut können zarte rosa- oder lachsfarbene Nuancen passen; bei dunkleren Hauttönen werden häufig kräftigere warme Töne verwendet. Gelbliche Korrektoren können bei violetten Verfärbungen hilfreich sein. Entscheidend ist das Ergebnis auf der Haut, denn Farbintensität und Pigmentierung unterscheiden sich zwischen Produkten.

Für braune Augenringe gibt es keine universelle Korrekturfarbe. Ein pfirsichfarbener Ton kann je nach Hautton und Farbeindruck unterstützen; ebenso kann ein ausreichend deckender hautfarbener Concealer genügen. Eine starre Zuordnung nach dem Farbkreis greift hier zu kurz. Die Korrektur soll den Übergang zur übrigen Haut erleichtern und keine zusätzliche sichtbare Farbschicht hinterlassen.

Das Produkt wird daher nur auf die verfärbte Stelle gesetzt und dünn eingetupft. Bleibt die Partie unter dem anschliessenden Concealer orange oder rosa, ist die Korrektur zu kräftig, zu grossflächig oder farblich unpassend. Eine schwächer getönte Variante kann dann ein natürlicheres Ergebnis ermöglichen.


Die geöffnete Palette enthält helle und dunkle Hauttöne sowie gelbe, grüne und rosafarbene Felder. Die Auswahl verdeutlicht den Unterschied zwischen hautfarbener Abdeckung und gezielter Farbkorrektur.

Augenringe Schritt für Schritt abdecken

Eine natürliche Abdeckung orientiert sich an den tatsächlich dunklen Stellen. Die gesamte Fläche zwischen Unterlid und Wange muss deshalb nicht gleich stark geschminkt werden. Ein grossflächiges Dreieck aus Concealer ist für eine punktuelle Korrektur meist unnötig. Besonders am beweglichen Unterlid lohnt sich ein sparsamer Einstieg.

  1. Die gereinigte Haut mit wenig verträglicher Pflege vorbereiten. Erst weiterarbeiten, wenn die Oberfläche für den Make-up-Auftrag geeignet ist.
  2. Falls erforderlich, einen Farbkorrektor dünn auf die Verfärbung tupfen. Bei einer Routine mit Foundation folgt diese vor der abschliessenden hautfarbenen Abdeckung.
  3. Eine kleine Menge Concealer auf die dunklen Bereiche setzen. Häufig liegt der Schwerpunkt nahe dem inneren Augenwinkel und entlang des dunklen Übergangs zur Wange.
  4. Das Produkt mit einem geeigneten Pinsel, einem sauberen Finger oder einem Schminkschwamm sanft eintupfen. Die Ränder weich auslaufen lassen, ohne die Haut zu ziehen.
  5. Die Abdeckung bei Tageslicht kontrollieren. Nur dort nachlegen, wo die Verfärbung noch deutlich durchscheint.
  6. Bei Bedarf mit sehr wenig feinem Puder fixieren. Vorher bereits angesammeltes Produkt in Hautlinien vorsichtig verteilen.

Foundation ist dabei optional. Wird ausschliesslich die Augenpartie korrigiert, muss der Concealer besonders sorgfältig zur ungeschminkten Wange hin verblendet werden. Das Ergebnis darf kleine natürliche Unterschiede behalten. Eine völlig deckende Fläche neben sichtbarer Haut wirkt häufig auffälliger als eine zurückhaltende Korrektur.

Pinsel, Finger oder Schwamm: Das Werkzeug passend einsetzen

Ein kleiner Pinsel erleichtert den kontrollierten Auftrag an schmalen dunklen Übergängen. Ein sauberer Finger eignet sich zum sanften Einklopfen kleiner Mengen. Ein Schminkschwamm kann die Ränder weich ausarbeiten; bei dafür vorgesehenen Schwämmen wird überschüssiges Wasser nach dem Anfeuchten gründlich ausgedrückt. Das Werkzeug sollte die Stelle erreichen, ohne Druck auf das Auge auszuüben.

Unabhängig von der Methode bleiben saubere Hände und gereinigte Utensilien wichtig. Feuchte Schwämme müssen nach der Reinigung offen und vollständig trocknen können. Weitere Hinweise zu Reinigung, Lagerung und dem Umgang mit angebrochenen Produkten bietet der Beitrag Kosmetikprodukte hygienisch verwenden: Pinsel, Schwämme und Haltbarkeit.


Ein gelber Schminkschwamm mit abgeschrägter Fläche liegt neben einem Pinsel mit hellem Stiel. Für kleine Stellen unter dem Auge sind die erreichbare Fläche und ein kontrollierter Druck entscheidend.

Feine Linien und Schwellungen gezielt berücksichtigen

Die Augenpartie bewegt sich beim Blinzeln und Lachen. Deshalb kann sich auch sorgfältig aufgetragener Concealer im Tagesverlauf in Hautlinien sammeln. Eine geringe Produktmenge erleichtert die Kontrolle. Bei trockener Haut ist eine geschmeidige Formulierung häufig angenehmer als eine stark mattierende Kombination mit viel Puder.

Puder wird nur dort eingesetzt, wo die zusätzliche Fixierung tatsächlich gebraucht wird. Eine dünne Schicht kann den Halt unterstützen; eine dicke Puderschicht kann die Haut dagegen trocken erscheinen lassen. Das sogenannte „Baking“, bei dem reichlich loser Puder eine Zeit lang auf der Haut liegen bleibt, ist für eine dezente Alltagsabdeckung unter den Augen meist kein sinnvoller erster Schritt.

Bei vorgewölbten Partien liegt der dunkle Schatten häufig darunter. Sehr heller oder stark schimmernder Concealer auf der Wölbung kann diese optisch hervorheben. Eine zurückhaltende Korrektur entlang des dunklen Übergangs ist dann zweckmässiger. Make-up kann die Schwellung selbst jedoch nicht beseitigen.



Der NDR-Beitrag beleuchtet Augenringe und Tränensäcke und ordnet verschiedene Pflegeansätze ein. Hautärzte erläutern die Rolle von Augencremes und Inhaltsstoffen wie Hyaluronsäure, Retinol, Kollagen und Koffein. Weitere Themen sind kühlende Augenpads, Schwellungen und der vorsichtige Umgang mit Hausmitteln.

Das Video ergänzt die Schminkanleitung um den Blick auf die Hautpflege: Kosmetische Abdeckung verändert den sichtbaren Farbeindruck, während Pflege und mögliche Behandlungen andere Ziele verfolgen.


Abschminken und die Grenzen der Kosmetik beachten

Am Abend wird die Abdeckung mit einem für die Augenpartie geeigneten Entferner nach dessen Anwendungshinweisen gelöst. Starkes Rubbeln ist zu vermeiden. Gereizte, entzündete oder verletzte Haut sollte nicht mit zusätzlichen Kosmetikschichten überdeckt werden. Brennt ein Produkt oder treten neue Beschwerden auf, wird die Anwendung beendet.

Augenringe sind häufig ein kosmetisches Anliegen. Neue oder zunehmend ausgeprägte Veränderungen unter nur einem Auge gehören jedoch medizinisch abgeklärt. Auch anhaltende Reizung oder Schwellung verdient Aufmerksamkeit. Aus dunklen Rändern allein lässt sich kein bestimmter Nährstoffmangel ableiten; Nahrungsergänzungsmittel sind deshalb keine pauschale Lösung.

Ausreichende Erholung kann dazu beitragen, dass vorhandene Schatten weniger auffallen. Anregungen zu Schlafgewohnheiten und zur Schlafumgebung enthält der Beitrag Gesunder Schlaf: Warum Schlafwissen für Gesundheit, Beauty und Beruf wichtiger wird. Genetisch oder anatomisch bedingte Augenringe verschwinden dadurch allerdings nicht zwangsläufig.

Eine natürliche Augenpartie statt maximaler Deckkraft

Augenringe lassen sich besonders überzeugend kaschieren, wenn die Abdeckung auf Farbe und Lage der dunklen Stellen abgestimmt ist. Eine geeignete Pflege, ein hautnaher Concealerton und bei Bedarf eine sparsame Farbkorrektur bilden die Grundlage. Weiche Übergänge zur Wange und zurückhaltende Fixierung sorgen dafür, dass die Kosmetik weniger auffällt.

Das Ziel ist eine ausgeglichenere Augenpartie mit erkennbarer Hautstruktur. Natürliche Linien und Konturen müssen dafür nicht verschwinden. Wo mehr Produkt das Ergebnis schwerer oder trockener wirken lässt, bringt eine Korrektur von Farbton, Textur oder Platzierung meist mehr als eine weitere Schicht.

 

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