Visueller Konsum statt Kalorien: Wie Food-Videos beim Diäthalten helfen
von belmedia Redaktion Allgemein Alltag beautytipps.ch Ernährung Essen & Trinken Forschung Gesundheit gourmetnews.ch gourmettipp.ch Inspiration Lifestyle Magazine Medien nachrichtenticker.ch News Prävention Themen Tipps Vital xund24.ch Ⳇ Verbreitung
Mit Videos, die appetitlich erscheinendes Fast Food präsentieren, lässt sich der Heisshunger auf Fritten und Co effektiv bekämpfen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Esther Kang von der University of Bristol.
Das stellt die bisher gängige Annahme infrage, dass das Betrachten von Bildern verlockender Lebensmittel Menschen dazu ermutigt, diese zu essen.
Instrument zur Selbstregulierung
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Menschen, insbesondere diejenigen, die versuchen, ihre Ernährung zu kontrollieren, Bilder von Lebensmitteln als Instrument zur Selbstregulierung nutzen können. Die Auseinandersetzung mit Lebensmittelbildern kann helfen, Heisshunger zu stillen ohne tatsächlich zu essen. In der heutigen digitalen Umgebung, in der Lebensmittelvideos leicht zugänglich sind, kann diese Art der visuellen Auseinandersetzung eine einfache Möglichkeit sein, Diätziele zu unterstützen“, so Kang.
Das Team um Kang von der University of Bristol hat in Zusammenarbeit mit der School of Management der University at Buffalo und der State University of New York Experimente mit insgesamt 840 Teilnehmern zwischen 19 und 77 Jahren durchgeführt. Im ersten Experiment sahen sich die Teilnehmer kurze Videos in sozialen Medien an, die sowohl kalorienreiche als auch kalorienarme Schokoladendesserts zeigten. Die Diätwilligen verbrachten 30 Prozent mehr Zeit damit, sich die kalorienreiche Variante anzusehen, als die, die keine Diätziele hatten.
Als sie später jedoch Zugang zu echter Schokolade in einer Schale erhielten, verzehrten die Diätwilligen deutlich weniger Schokolade als die Probanden der Kontrollgruppe. Dies deutet darauf hin, dass die Bilder ihr Verlangen nach dem Genuss verringert haben, unterstreicht Kang. „Sie nahmen diese Form der ‚digitalen Futtersuche‘ offensichtlich gerne an und zeigten danach grosse Selbstbeherrschung, als es ans reale Essen ging.“
Gesundes gegen ungesundes Essen
In einem weiteren Experiment schauten beide Gruppen kurze Videos mit Pizzen, Hamburgern und Pommes frites sowie gesunden Alternativen wie Salaten, Joghurts und Smoothies. Die Diätwilligen betrachteten die Bilder von ungesunden Lebensmitteln 50 Prozent länger als die Kontrollgruppe, sahen sich daran also offensichtlich satt. „Wir bezeichnen diesen Prozess als ‚cross-modale Sättigung‘. Menschen können ihr Verlangen nach Essen teilweise stillen, indem sie Lebensmittel visuell statt physisch konsumieren“, sagt Arun Lakshmanan von der University at Buffalo.
„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass es eine Vielzahl kostenloser Online-Materialien gibt, die Menschen helfen könnten, ihrem ungesunden Heisshunger zu widerstehen und solche Leckereien zu meiden. Wir behaupten natürlich nicht, dass Bilder das Verlangen nach Schokolade oder anderen Genussmitteln vollständig ersetzen könnten, aber sie könnten Menschen, die auf ihre Kalorienzufuhr achten, vielleicht helfen, übermässigen Genuss zu reduzieren oder zu vermeiden“, schliesst Kang.
Quelle: pressetext.redaktion/Wolfgang Kempkens
Bildquelle: Symbolbild © SeventyFour/Shutterstock.com