Silikonfugen erneuern: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Bad und Küche
von belmedia Redaktion Allgemein Alltag Arbeitswelt architektenwelt.com Ausbau Bad bauenaktuell.ch Beruf Beschäftigung Betrieb Bildung & Arbeit Business Dienstleistungen Experten handwerker24.ch Haus Haus, Garten & Einrichtung Heimwerken hometipp.ch Inspiration Konzeption Küche Magazine nachrichtenticker.ch News Produkte Projekte Renovation Renovieren Sanitär Strategie Technologie Themen Tipps Trends Wohnen Wohnräume Zubehör Ⳇ Verbreitung
Vergilbte Fugen, schwarze Schimmelflecken, Silikon das sich von der Wand ablöst: Kaum etwas lässt ein sauberes Bad oder eine frische Küche so ungepflegt wirken wie schadhafter Dichtstoff. Die gute Nachricht: Silikonfugen erneuern ist ein überschaubares Heimwerkerprojekt – wenn man die richtige Reihenfolge kennt und die häufigsten Fehler vermeidet.
Silikonfugen haben im Bad und in der Küche eine wichtige Schutzfunktion. Sie dichten Übergänge zwischen Badewanne, Dusche, Waschbecken und Fliesen dauerhaft ab und verhindern, dass Feuchtigkeit in die Bausubstanz eindringt. Experten empfehlen, Silikonfugen alle fünf bis acht Jahre zu erneuern – bei stark beanspruchten Stellen wie der Dusche früher. Wer scharzen Schimmel, Risse oder sich ablösendes Silikon sieht, sollte nicht warten.
Wann muss Silikon erneuert werden?
Nicht jede leicht verfärbte Fuge muss sofort raus. Aber bei diesen Zeichen ist Handeln angesagt:
- Schwarze Punkte oder Flecken: Schimmel hat sich tief ins Material gefressen – Reinigungsmittel helfen hier nicht mehr dauerhaft.
- Risse oder Lücken: Wasser kann eindringen und Schäden hinter den Fliesen verursachen.
- Ablösung von einer Seite: Die Fuge dichtet nicht mehr ab, auch wenn sie noch intakt aussieht.
- Starke Vergilbung: Optisch unansehnlich und oft ein Zeichen von Materialermüdung.
Wichtig zu wissen: Neues Silikon auf altes aufzutragen funktioniert nicht. Ausgehärtetes Silikon hat eine glatte, feuchtigkeitsabweisende Oberfläche, auf der nichts dauerhaft haftet. Die alte Fuge muss vollständig entfernt werden.
Schritt 1: Alte Silikonfuge entfernen
Das ist der aufwendigste Teil – und gleichzeitig der wichtigste. Mit einem Cuttermesser oder Fugenschneider beidseitig entlang der Fuge schneiden, dann den Silikonstreifen mit den Händen herausziehen. Mit etwas Glück lässt er sich wie eine Gummiwurst in einem Stück herausziehen.
Verbleibende Reste mit einem Kunststoffspachtel oder Silikonentferner beseitigen. Silikonentferner ist wirksam, aber giftig – Handschuhe tragen, gut lüften und die Herstellerangaben genau beachten. Anschliessend die Fugenflanken mit Isopropylalkohol oder Reinigungsalkohol gründlich entfetten und trocknen lassen. Dieser Schritt entscheidet massgeblich darüber, wie lange das neue Silikon hält.
Schritt 2: Das richtige Silikon wählen
Nicht jedes Silikon ist für jeden Bereich geeignet. Wer hier spart oder das Falsche kauft, hat schnell wieder Probleme:
- Sanitärsilikon: Speziell für Bad, Dusche und WC – pilzhemmend, wasserbeständig und besonders langlebig bei Feuchtigkeitskontakt. Erste Wahl für alle Nassbereiche.
- Küchensilikon: Schadstofffreier Dichtstoff für den Lebensmittelbereich – rund um Spüle, Arbeitsplatten und Herd.
- Fenster- und Aussensilikon: UV-beständig und witterungsfest, für Aussen- und Fensterfugen.
- Acryl: Kein Silikon – nicht für Feuchträume geeignet. Acryl ist überstreichbar und eignet sich für Innenraumfugen ohne Wasserbelastung, z. B. zwischen Wand und Decke.
Profi-Tipp: Weisse Fugen sind klassisch und zeitlos. Wer oft putzt und Verfärbungen vermeiden möchte, wählt Grau oder Anthrazit – diese Farben kaschieren Ablagerungen besser.
Schritt 3: Abkleben und Silikon auftragen
Für saubere, gerade Kanten die Fugenflanken mit Malerkrepp abkleben – je näher an der Fuge, desto präziser das Ergebnis. Die Kartuschenpistole vorbereiten: Spitze der Kartusche schräg im 45°-Winkel abschneiden, sodass die Öffnung der gewünschten Fugenbreite entspricht.
Die Pistole ebenfalls im 45°-Winkel zur Fuge ansetzen und mit gleichmässigem Druck in einem ruhigen, zügigen Zug das Silikon einbringen – möglichst ohne abzusetzen. Lieber etwas zu viel als zu wenig auftragen, der Überschuss wird beim Glätten entfernt.
Schritt 4: Glätten und Malerkrepp abziehen
Jetzt muss es schnell gehen: Silikon bildet nach etwa 10 bis 20 Minuten eine Haut und lässt sich dann nicht mehr sauber bearbeiten. Den Fugenglätter kurz in Wasser tauchen – oder spezielles Glättmittel verwenden – und in einem Zug gleichmässig über die Fuge ziehen. Überschüssiges Silikon wird dabei abgestreift.
Das Malerkrepp sofort abziehen, solange das Silikon noch frisch ist – nicht nach dem Aushärten. So entstehen saubere, gerade Kanten.
Achtung: Spülmittel wird oft als Glättmittel empfohlen, greift aber das Silikon an und kann es porös werden lassen. Besser spezielles Glättmittel oder klares Wasser verwenden.
Schritt 5: Aushärten lassen
Das neue Silikon muss mindestens 24 Stunden aushärten, bevor es mit Wasser in Kontakt kommt. Dusche, Badewanne oder Spüle in dieser Zeit nicht benutzen. Die vollständige Durchhärtung kann je nach Schichtdicke und Raumtemperatur bis zu 48 Stunden dauern – die Herstellerangaben auf der Kartusche sind verbindlich.
Die häufigsten Fehler kurz zusammengefasst
- Altes Silikon nicht vollständig entfernt: Neues Silikon haftet nicht dauerhaft auf altem.
- Untergrund nicht entfettet: Fett und Schmutz verhindern die Haftung – Isopropylalkohol ist Pflicht.
- Falsches Silikon gewählt: Acryl statt Sanitärsilikon im Bad hält nicht und schimmelt schnell.
- Spülmittel zum Glätten verwendet: Greift das Silikon an und verkürzt die Haltbarkeit.
- Zu früh belastet: Mindestens 24 Stunden warten, bevor Wasser an die Fuge kommt.
Video-Tipp: Silikonfugen entfernen und neu ziehen
Wer den Prozess einmal von Anfang bis Ende in der Praxis sehen möchte, dem empfehlen wir diese professionelle Anleitung vom BAUHAUS Workshop aus dem Jahr 2023 – von der Fugenvorbereitung bis zur fertigen, sauberen Silikonfuge:
Fazit
Silikonfugen erneuern ist kein Hexenwerk – aber es vergibt schlechte Vorbereitung kaum. Wer das alte Silikon sorgfältig entfernt, den Untergrund gründlich entfettet und das richtige Sanitärsilikon wählt, wird mit einer sauberen, dichten Fuge belohnt, die viele Jahre hält. Der grösste Zeitaufwand steckt im Entfernen der alten Fuge. Was danach kommt, geht erstaunlich schnell.
Bildquellen: Bild 1: Symbolbild © New Africa/Shutterstock.com; Bild 2: Symbolbild © Elena Shishkina/Shutterstock.com