Zhegrova und die Schweiz: Basel und Sion waren Thema – Juventus-Zukunft bleibt offen
von belmedia Redaktion Allgemein Basel-Stadt Europa Fussball Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz Serie A soccer.ch Sport sportaktuell.ch Super League Themen Transfermarkt Wallis Ⳇ Verbreitung
Edon Zhegrova hat sich mit seinem Doppelpack gegen Sassuolo eindrucksvoll zurückgemeldet – doch seine Zukunft bei Juventus Turin ist damit längst nicht geklärt. Noch Anfang September galt der 27-Jährige als Verkaufskandidat, zudem fehlt er im Europa-League-Kader der Italiener. Nach Informationen aus dem Umfeld des Spielers war während dieser schwierigen Phase auch eine Rückkehr in die Schweiz ein Thema.
Beim 2:3 gegen Sassuolo kam Zhegrova in der 60. Minute ins Spiel und erzielte in der 82. sowie in der 91. Minute beide Treffer der Turiner. In der spektakulären Schlussphase brachte Zhegrova Juventus gleich zweimal zurück, ehe der von Juve ausgeliehene Vasilije Adžić in der 94. Minute Sassuolo doch noch zum Sieg schoss. Ein starkes Spiel allein bedeutet allerdings noch nicht, dass sich Zhegrovas Stellung bei Juventus grundsätzlich verändert hat.
Nach Informationen aus dem Umfeld des Spielers wurden im Zusammenhang mit einer möglichen Schweizer Lösung auch der FC Basel und der FC Sion thematisiert. Die wahrscheinlichste Variante wäre dabei eine Abgabe auf Leihbasis gewesen. Ein definitiver Transfer hätte sich angesichts von Zhegrovas langfristigem Vertrag und der beträchtlichen Investition von Juventus für einen Schweizer Klub deutlich schwieriger gestaltet.
Schweizer Rückkehr war wieder eine Option
Besonders interessant ist die Verbindung zum FC Basel. Zhegrova spielte ab 2019 für die Basler und entwickelte sich am Rheinknie zu einem der auffälligsten Flügelspieler der Super League. Im Januar 2022 wechselte er zu Lille und schaffte von dort den Sprung zu Juventus.
Auch Sion soll sich mit der Situation des kosovarischen Nationalspielers beschäftigt haben. Für beide Schweizer Klubs wäre angesichts der finanziellen Dimension am ehesten eine Leihe infrage gekommen. Nach den vorliegenden Informationen konkretisierte sich diese Spur jedoch nicht so weit, dass Zhegrova die Turiner tatsächlich verliess.
Ganz vom Tisch muss die Schweiz deshalb langfristig nicht sein. Entscheidend wird sein, welche Rolle Zhegrova in den kommenden Monaten bei Juventus erhält und ob sich seine Einsatzzeiten nach dem Doppelpack gegen Sassuolo nachhaltig erhöhen.
Juventus wollte im Sommer eine Lösung finden
Dass Zhegrovas Zukunft in Turin tatsächlich infrage stand, ist dokumentiert. Die «Gazzetta dello Sport» berichtete am 6. September, der Flügelspieler sei während des gesamten Sommers zum Verkauf gestanden, weil er ausserhalb der eigentlichen sportlichen Planung gelegen habe. Zu diesem Zeitpunkt wurden selbst nach Ende der wichtigsten europäischen Transferfenster noch mögliche Lösungen in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten geprüft.
Ein besonders deutliches Signal setzte Juventus bei der Meldung für die Europa League. Zhegrova wurde nicht in die UEFA-Liste aufgenommen. Beim 5:0 gegen NEC Nijmegen am Donnerstag konnte er deshalb nicht eingesetzt werden.
Die Turiner gewannen auch ohne ihn souverän. Nico Gonzalez, Kerim Alajbegovic, Nick Woltemade, Zeki Celik und Randal Kolo Muani erzielten die fünf Treffer. Für Zhegrova bedeutete dies nach seinem starken Auftritt in Sassuolo bereits wieder eine Partie ohne Möglichkeit, sich auf dem Platz zu präsentieren.
Zwei Tore in nur 53 Serie-A-Minuten
Seine aktuellen Liga-Zahlen sind dafür umso auffälliger. Juventus weist für Zhegrova in dieser Saison drei Serie-A-Einsätze und lediglich 53 Spielminuten aus. Trotzdem stehen bereits zwei Tore zu Buche. Seine beiden bisherigen Schüsse aufs Tor führten beide zu einem Treffer.
Der Doppelpack war gleichzeitig eine persönliche Befreiung. Zhegrova hatte zuvor in seinen ersten 29 Pflichtspielen für Juventus kein Tor erzielt. Laut «Gazzetta dello Sport» lagen zwischen seinem letzten Treffer für Lille und dem ersten Juve-Tor gegen Sassuolo 658 Tage.
Finanziell hat Juventus weiterhin gute Gründe, den Spieler nicht vorschnell unter Wert abzugeben. Der Klub verpflichtete Zhegrova am 1. September 2025 definitiv von Lille. Die offiziell ausgewiesene Ablösesumme betrug 14,3 Millionen Euro, hinzu kamen Nebenkosten von bis zu 1,2 Millionen Euro sowie mögliche Bonuszahlungen von maximal drei Millionen Euro. Der Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2030.
Atalanta wird zum nächsten Gradmesser
Deshalb ist die Ausgangslage nach dem Doppelpack zwar verändert, aber keineswegs geklärt. Zhegrova hat Spalletti ein sportliches Argument geliefert. Ob daraus eine grössere Rolle entsteht, muss sich erst über mehrere Spiele zeigen.
Die nächste Gelegenheit bietet sich am Sonntag. Juventus empfängt Atalanta um 18.00 Uhr im Allianz Stadium. Gerade weil Zhegrova am Donnerstag in der Europa League nicht spielen durfte, könnte er für die Meisterschaft wieder eine Option sein.
Erhält er nun regelmässig Minuten und bestätigt seine Leistung, kann sich seine Stellung bei Juventus verändern. Bleibt er dagegen weiterhin Ergänzungsspieler, dürfte seine Zukunft spätestens mit Blick auf das Wintertransferfenster erneut diskutiert werden. Dann könnte auch die Frage nach einer anderen sportlichen Lösung wieder aktuell werden – und damit möglicherweise erneut die Schweiz.
- Serie A 2026/27: 3 Einsätze, 53 Spielminuten und 2 Tore.
- Für die Ligaphase der Europa League wurde Zhegrova von Juventus nicht gemeldet.
- Sein Vertrag in Turin läuft bis zum 30. Juni 2030.
- Nächster Gradmesser: Juventus – Atalanta am Sonntag, 20. September, um 18.00 Uhr.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert