Haarentfernung für Ferien und Sommerlook: Welche Methode Haut, Zeit und Budget schont
von belmedia Redaktion #Schweizweit Allgemein Alltag Beauty beautytipps.ch Hautpflege Inspiration Lifestyle Magazine Nachhaltigkeit nachrichtenticker.ch News Produkte Regionen reiseziele.ch Schweiz Strategie Themen Tipps tourismus.ch Trends wellnessaktuell.ch xund24.ch Zubehör Ⳇ Verbreitung
Rasieren dauert nur wenige Minuten, Waxing verspricht länger glatte Haut und ein Epiliergerät lässt sich jederzeit zu Hause verwenden. Doch welche Methode passt wirklich zum eigenen Alltag und welche beansprucht die Haut am wenigsten?
Eine pauschal beste Lösung gibt es nicht. Entscheidend sind Hautempfindlichkeit, Schmerzempfinden, Zeitaufwand und die Frage, wie lange das Ergebnis halten soll. Dieser Vergleich zeigt die wichtigsten Unterschiede und erklärt, wie sich Hautreizungen, kleine Verletzungen und eingewachsene Haare möglichst vermeiden lassen.
Depilation oder Epilation: Wo liegt der Unterschied?
Fachlich lassen sich die drei Methoden in zwei Gruppen einteilen. Bei der Rasur wird das Haar an der Hautoberfläche abgeschnitten. Dieses Verfahren heisst Depilation. Der Haarfollikel in der Haut bleibt unberührt, sodass bereits nach kurzer Zeit neue Stoppeln sichtbar oder spürbar werden.
Waxing und Epilieren ziehen das Haar dagegen aus dem Haarfollikel. Der Follikel selbst wird dabei nicht dauerhaft zerstört. Bis ein neues Haar an der Hautoberfläche erscheint, vergehen jedoch meist mehrere Wochen. Wie lange das Ergebnis anhält, hängt von Körperregion, individuellem Haarwachstum und Wachstumsphase der einzelnen Haare ab.
Die Entfernung von Körperhaaren ist eine persönliche Entscheidung und medizinisch in der Regel nicht notwendig. Körperbehaarung ist weder unhygienisch noch ein Zeichen mangelnder Pflege.
Rasur: schnell, günstig und unkompliziert
Die Rasur ist die einfachste Methode für alle, die ohne grosse Vorbereitung glatte Haut möchten. Sie eignet sich für Beine, Achseln und viele weitere Körperregionen. Ein Rasierer, Wasser und ein geeignetes Rasiergel reichen aus. Das Ergebnis hält allerdings nur kurz. Je nach Haarwuchs können schon nach einem bis drei Tagen wieder Stoppeln zu spüren sein.
Der oft gehörte Satz, rasierte Haare würden dicker oder schneller nachwachsen, stimmt nicht. Die Klinge schneidet das Haar an einer vergleichsweise breiten Stelle ab. Dadurch besitzt die nachwachsende Stoppel eine stumpfe Kante und fühlt sich kräftiger an. Haarfarbe, Wachstumsgeschwindigkeit und tatsächliche Dicke verändern sich durch das Rasieren nicht.
Ganz ohne Belastung für die Haut bleibt die Methode trotzdem nicht. Die Klinge trägt oberflächliche Hautzellen ab und kann kleinste Verletzungen verursachen. Mögliche Folgen sind Brennen, Rötungen, Schnitte, entzündete Haarfollikel oder eingewachsene Haare.
So gelingt die Rasur hautschonender
- Haut und Haare anfeuchten: Warmes Wasser macht die Haare weicher und erleichtert das Schneiden.
- Rasiergel oder -schaum verwenden: Die Klinge gleitet besser und scheuert weniger über die Haut.
- Eine saubere, scharfe Klinge benutzen: Stumpfe Klingen ziehen an den Haaren und verleiten dazu, mehrfach über dieselbe Stelle zu fahren.
- Bei empfindlicher Haut in Wuchsrichtung rasieren: Das Ergebnis ist eventuell etwas weniger glatt, dafür sinkt die Gefahr von Reizungen und eingewachsenen Haaren.
- Den Rasierer nicht teilen: Über kleinste Hautverletzungen können Keime übertragen werden.
- Anschliessend mild pflegen: Eine parfumfreie Feuchtigkeitspflege kann die Haut beruhigen.
Besonders an Knöcheln, Knien, Achseln und in anderen unebenen Bereichen ist wenig Druck gefragt. Mehrmaliges Rasieren derselben Stelle erhöht die Reizung, macht das Ergebnis aber nicht automatisch besser.
Waxing: länger glatte Haut mit einem kräftigen Zug
Beim Waxing wird warmes oder kaltes Wachs auf die Haut aufgetragen und zusammen mit den Haaren abgezogen. Die Haare werden dabei aus den Follikeln gezogen. Weil erst neue Haare nachwachsen und die Hautoberfläche erreichen müssen, bleibt sie häufig drei bis vier Wochen glatt. Der genaue Zeitraum ist individuell.
Für ein gutes Ergebnis müssen die Haare lang genug sein, damit das Wachs sie greifen kann. Dermatologische Empfehlungen nennen je nach Verfahren eine Länge von mehreren Millimetern. Massgebend sind die Hinweise des verwendeten Produkts oder des Studios. Sehr lange Haare können vor der Behandlung vorsichtig gekürzt werden.
Waxing eignet sich gut für grössere Flächen wie Beine, Rücken oder Arme. An Achseln, Gesicht und Intimbereich ist die Haut empfindlicher. Wer dort wenig Erfahrung hat, ist in einem professionellen Studio meist besser aufgehoben.
Der Nachteil ist offensichtlich: Das ruckartige Abziehen kann schmerzen. Zudem können Rötungen, kleine Blutpunkte, gereizte Haarfollikel und eingewachsene Haare auftreten. Zu heisses Wachs kann Verbrennungen verursachen. Die Temperatur sollte deshalb immer zuerst an einer kleinen Stelle geprüft werden.
Wann auf Waxing verzichtet werden sollte
Sonnenverbrannte, verletzte, entzündete oder stark gereizte Haut darf nicht gewachst werden. Vorsicht gilt auch bei retinoidhaltigen Hautpflegeprodukten und verschreibungspflichtigen Retinoiden. Sie können die Haut empfindlicher machen, sodass sich beim Abziehen des Wachses oberflächliche Hautschichten lösen.
Die American Academy of Dermatology empfiehlt, retinolhaltige und verschreibungspflichtige Retinoid-Produkte vor einem Waxing im Gesicht für einige Tage zu pausieren. Nach einer Behandlung mit dem Akne-Medikament Isotretinoin soll mindestens sechs Monate nicht gewachst werden. Wer solche Mittel verwendet, sollte die geplante Haarentfernung vorher mit dem behandelnden Arzt oder einer Hautärztin besprechen.
Bei einem neuen Wachsprodukt empfiehlt sich zunächst ein Test auf einer kleinen Hautfläche. Bleiben starke Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen länger als etwa zwei Tage bestehen, sollte die Haut ärztlich beurteilt werden.
Epilieren: länger glatt ohne laufende Studiotermine
Ein elektrischer Epilierer besitzt rotierende Pinzetten, die mehrere Haare gleichzeitig erfassen und aus der Haut ziehen. Das Ergebnis hält ähnlich wie beim Waxing mehrere Wochen. Nach der Anschaffung entstehen kaum laufende Kosten, abgesehen von Reinigung, Pflege und einem späteren Geräteersatz.
Epilieren lässt sich gut in den Alltag integrieren. Die Anwendung braucht jedoch mehr Zeit als eine Rasur und kann gerade am Anfang unangenehm sein. Häufig nimmt das Schmerzempfinden mit zunehmender Gewöhnung ab. Moderne Geräte bieten verschiedene Geschwindigkeitsstufen, Massageaufsätze oder eine Anwendung unter der Dusche. Ob ein Gerät nass verwendet werden darf, steht in der Bedienungsanleitung.
Das Gerät sollte langsam und ohne starken Druck über die Haut geführt werden. Wird die Haut mit der freien Hand leicht gespannt, kann der Epilierkopf die Haare besser erfassen. Die Haare sollten nicht zu lang sein, da sie sonst eher abbrechen oder die Behandlung unnötig schmerzhaft wird.
Hygiene beim Epiliergerät
Da der Epilierkopf unmittelbar über die Haut fährt und Haare aus den Follikeln zieht, muss er nach jeder Anwendung entsprechend der Herstelleranleitung gereinigt werden. Abnehmbare, wasserfeste Köpfe können häufig abgespült werden. Andere Geräte dürfen nur trocken mit einer kleinen Bürste gereinigt werden.
Ein Epiliergerät sollte nicht gemeinsam benutzt werden. Auf bereits entzündeten, verletzten oder stark gereizten Hautstellen hat es nichts verloren. Das gilt ebenso für erhabene Muttermale und andere auffällige Hautveränderungen.
Warum Haare einwachsen können
Ein eingewachsenes Haar findet nach dem Nachwachsen nicht gerade durch den Haarkanal nach draussen. Es wächst seitlich oder krümmt sich zurück in die Haut. Dadurch können rote Knötchen, Juckreiz, Schmerzen oder kleine Entzündungen entstehen. Das Problem kann nach jeder der drei Methoden auftreten, besonders häufig aber in Bereichen mit kräftigen, gekräuselten Haaren oder starker Reibung.
Nach Waxing oder Epilieren sollte die Haut zunächst zur Ruhe kommen. Erst wenn Rötungen und Empfindlichkeit verschwunden sind, kann ein sanftes Peeling helfen, lose Hornzellen zu entfernen. Aggressives Schrubben verschlimmert die Reizung. Welche Peeling-Methoden infrage kommen, hängt vom Hauttyp und der behandelten Körperregion ab.
Eingewachsene Haare sollten nicht mit einer Nadel aufgekratzt oder ausgedrückt werden. Dadurch können Bakterien eindringen und Entzündungen verstärken. Bei Eiter, zunehmender Schwellung, starken Schmerzen oder wiederkehrenden Problemen ist eine dermatologische Abklärung sinnvoll.
Die richtige Pflege nach der Haarentfernung
Direkt nach Waxing oder Epilieren ist die Haut häufig gerötet und empfindlich. Kühle Kompressen können beruhigen. Eine milde, parfumfreie und nicht komedogene Feuchtigkeitspflege unterstützt die Hautbarriere. Enge Kleidung, heisse Duschen, Vollbäder und Saunabesuche sollten vermieden werden, solange die Haut deutlich gereizt ist.
Auch frisch rasierte Haut kann auf stark parfümierte Lotionen, alkoholhaltige Produkte oder Deodorants mit Brennen reagieren. Besonders bei empfindlicher Haut lohnt es sich, wenige und möglichst milde Produkte zu verwenden.
Wird die behandelte Stelle der Sonne ausgesetzt, braucht sie konsequenten Schutz. Dabei kommt es auf eine ausreichende Menge, einen passenden Lichtschutzfaktor und regelmässiges Nachcremen an. Was die Angaben auf Sonnenschutzmitteln bedeuten, erklärt der Überblick zu LSF, UVA und UVB.
Welche Methode passt zu wem?
- Für Eilige: Die Rasur ist am schnellsten und lässt sich spontan durchführen.
- Für Schmerzempfindliche: Eine vorsichtige Nassrasur wird meist besser vertragen als Waxing oder Epilieren.
- Für länger glatte Haut: Waxing und Epilieren bieten gegenüber der Rasur den längeren Effekt.
- Für geringe laufende Kosten: Ein Epiliergerät kann sich bei regelmässiger Anwendung rechnen.
- Für schwer erreichbare oder empfindliche Zonen: Ein seriöses Kosmetikstudio kann sicherer sein als ein erster Selbstversuch.
- Für sehr empfindliche oder erkrankte Haut: Vor der Haarentfernung sollte dermatologischer Rat eingeholt werden.
Video-Tipp: Haarentfernungsmethoden im Vergleich
Welche Vor- und Nachteile Rasur, Waxing und weitere Verfahren haben, erklärt dieser Beitrag von ARD Gesund.
Fazit
Wer wenig Zeit investieren möchte und mit schnell nachwachsenden Stoppeln leben kann, ist mit der Rasur gut bedient. Waxing hält länger, verlangt aber eine gewisse Haarlänge und kann die Haut stärker reizen. Epilieren bietet einen ähnlich langen Effekt und lässt sich flexibel zu Hause durchführen, braucht jedoch Zeit und etwas Gewöhnung.
Entscheidend ist am Ende weniger die populärste Methode als die Reaktion der eigenen Haut. Saubere Werkzeuge, eine schonende Technik und milde Pflege sind bei allen Varianten wichtiger als das Versprechen vollkommen glatter Haut.
Bildquellen: Bild 1: Symbolbild © FotoDuets/Shutterstock.com; Bild 2: Symbolbild © Pixel-Shot/Shutterstock.com; Bild 3: Symbolbild © Andrey_Popov/Shutterstock.com; Bild 4: Symbolbild © StockCanarias/Shutterstock.com