Studie: Soziale Medien können die psychische Gesundheit von Senioren belasten

Laut Forschern der York University leidet auch die psychische Gesundheit von Senioren, wenn sie sich zu viel mit den sozialen Medien befassen. Ebenso nutzen Senioren mit angeschlagener psychischer Gesundheit verstärkt diese Medien.

Das geht aus den Daten einer Umfrage zur Internetnutzung aus dem Jahr 2022 hervor, in der 13’500 Kanadier über 55 Jahren über ihre Aktivitäten im Bereich der Online-Kommunikation in den vorangegangenen drei Monaten sowie über ihre Wahrnehmung der eigenen psychischen Gesundheit und soziodemografische Faktoren berichteten.

E-Mails verbessern Gesundheit

Über die Hälfte der Teilnehmer nutzt eigenen Angaben nach digitale Kommunikationsmittel. E-Mails senden und empfangen korrelieren demnach positiv mit der psychischen Gesundheit. Dagegen führt die Nutzung sozialer Medien zu einer schlechteren psychischen Gesundheit.

Die Forscher der York University vermuten, dass dies auf die Konfrontation mit belastenden Inhalten oder möglicherweise sogar auf soziale Vergleiche zurückzuführen ist. Bei Instant Messaging, Online-Sprach- oder Videoanrufen, Dating-Websites oder dem Hochladen von Inhalten haben die Forscher keine Zusammenhänge dieser Art festgestellt.

Mehrheit der Senioren online aktiv

Senioren sind, weil die Menschen immer älter werden, die am schnellsten wachsende Gruppe der Internetnutzer. So sind allein in Deutschland 90 Prozent der 60- bis 69-Jährigen im Internet aktiv. Bei den über 80-Jährigen ist es noch etwa die Hälfte. In vielen Fällen ist Einsamkeit der Beweggrund dafür.

„Das Verständnis, wie digitale Kommunikationsmittel mit psychischen Gesundheitsergebnissen zusammenhängen, sollte in Politik und Praxis einfliessen, um das psychische Wohlbefinden in dieser Altersgruppe zu fördern. Unsere Ergebnisse können für die Entwicklung gezielter Interventionen und Strategien zur Förderung des psychischen Wohlbefindens bei älteren Erwachsenen genutzt werden“, so die Autoren der Studie.

 

Quelle: pressetext.redaktion / Wolfgang Kempkens
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