Nestlé verkauft Vitamingeschäft für eine Milliarde Dollar

Nestlé trennt sich von einem milliardenschweren Teil seines Gesundheitsgeschäfts. Der Schweizer Lebensmittelkonzern verkauft sein Mainstream-Geschäft mit Vitaminen, Mineralstoffen und Nahrungsergänzungsmitteln für 1,0 Milliarden US-Dollar beziehungsweise rund 800 Millionen Franken an den US-Investor Yellow Wood Partners. Komplett aus dem Geschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln zieht sich Nestlé jedoch nicht zurück.

Die am Dienstagabend bekanntgegebene Transaktion ist Teil des laufenden Konzernumbaus. Nestlé will Kapital und Managementkapazitäten stärker auf jene Bereiche konzentrieren, in denen sich das Unternehmen langfristig besonders gute Wachstumschancen verspricht.

Der Abschluss des Verkaufs ist nach den notwendigen regulatorischen Genehmigungen für die erste Hälfte des Jahres 2027 vorgesehen.

Sieben bekannte Marken wechseln den Besitzer

Zum verkauften sogenannten «Holistic Health Portfolio» gehören insgesamt sieben etablierte Marken: Nature’s Bounty, Osteo Bi-Flex, Ester-C, Gard, Nuun, Puritan’s Pride und Sisu.

Mit übertragen werden ausserdem das amerikanische Eigenmarkengeschäft für Nahrungsergänzungsmittel sowie die dazugehörigen Produktions-, Verpackungs-, Lager- und Vertriebsaktivitäten.

Es handelt sich keineswegs um ein kleines Randgeschäft. Im vergangenen Jahr erzielten die nun zum Verkauf stehenden Aktivitäten einen Umsatz von rund 1,2 Milliarden US-Dollar beziehungsweise etwa einer Milliarde Franken.

Der Schwerpunkt des Geschäfts liegt in den USA. Die Produkte sind jedoch auch in zahlreichen anderen Märkten erhältlich, darunter Kanada und China.

Nestlé behält hochwertige Premiummarken

Der Verkauf bedeutet nicht, dass Nestlé das Geschäft mit Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln grundsätzlich aufgibt. Vielmehr will der Konzern innerhalb der Kategorie eine klarere Trennung vornehmen.

Künftig soll der Schwerpunkt stärker auf hochwertigen und wissenschaftlich ausgerichteten Produkten liegen. Nestlé nennt insbesondere Solgar und Pure Encapsulations als Marken, die sich gut entwickeln und weiterhin Teil der Strategie sein sollen.

CEO Philipp Navratil bezeichnete die Vereinbarung als weiteren wichtigen Schritt bei der strategischen Transformation des Portfolios. Nestlé wolle seine Ressourcen dort einsetzen, wo der Konzern über die grössten Wettbewerbsvorteile verfüge.

Das Gesundheitsgeschäft beschäftigt Nestlé bereits seit vielen Jahren. Schon früh baute der Schweizer Konzern mit Nestlé Health Science seine Aktivitäten an der Schnittstelle zwischen Ernährung und Gesundheit deutlich aus.

Konzern räumt sein Portfolio auf

Die Veräusserung reiht sich in eine grössere Neuordnung bei Nestlé ein. Bereits bei den Halbjahreszahlen 2026 hatte das Unternehmen das Mainstream-Geschäft mit Vitaminen, Mineralstoffen und Nahrungsergänzungsmitteln als zum Verkauf vorgesehen eingestuft.

Nestlé verfolgt dabei eine vergleichsweise klare Linie: Geschäfte sollen entweder attraktive Wachstumsaussichten bieten und eine starke Marktposition besitzen oder strategisch überprüft, mit Partnern weitergeführt beziehungsweise verkauft werden.

Im Vitamingeschäft setzt der Konzern deshalb künftig stärker auf das Premiumsegment, wissenschaftlich fundierte Produkte sowie Marken, bei denen Nestlé seine Forschungs-, Innovations- und Marketingkompetenz gezielt einsetzen kann.

Für Yellow Wood Partners eröffnet die Übernahme dagegen den Zugang zu einem bereits etablierten Portfolio mit mehreren bekannten Marken und einem Jahresumsatz in Milliardenhöhe.

Bis zum geplanten Abschluss in der ersten Hälfte 2027 bleibt die Transaktion noch von den erforderlichen behördlichen Genehmigungen abhängig.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
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