Mobilfunkauktion ab 855 Millionen – teure Neuvergabe für Swisscom, Sunrise und Salt
von belmedia Redaktion #Schweizweit Betrieb Business business24.ch businessaktuell.ch digital.ch Digitalisierung Distribution Elektronik Handel haushaltsapparate.net Infrastruktur Innovation Magazine Management Nachhaltigkeit nachrichtenticker.ch News Orte Personal Produkte Projekte Regionen Schweiz Schweiz Service Smartphones Strategie Technik Technologie Themen Unternehmen Wirtschaft Ⳇ Verbreitung
Für Swisscom, Sunrise und Salt steht eine milliardenschwere Neuordnung des Schweizer Mobilfunks bevor. Die Eidgenössische Kommunikationskommission ComCom hat die Ausschreibung für einen grossen Teil der ab 2029 verfügbaren Mobilfunkfrequenzen eröffnet. Werden sämtliche angebotenen Frequenzen nachgefragt, liegt der Mindestpreis bei insgesamt 854,7 Millionen Franken.
Die betroffenen Frequenzen bilden einen wichtigen Teil der heutigen Mobilfunkversorgung in der Schweiz. Die bestehenden Konzessionen wurden 2012 vergeben und laufen Ende 2028 aus. Deshalb müssen die Nutzungsrechte für die Zeit ab 2029 neu verteilt werden.
Die eigentliche Auktion ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen. Interessierte Unternehmen können sich bis zum 3. Dezember 2026 für das Verfahren bewerben.
Fünf wichtige Frequenzbänder werden neu vergeben
Ausgeschrieben werden Frequenzen in den Bereichen 800, 900, 1800, 2100 und 2600 Megahertz. Sie machen gut die Hälfte der heute zugeteilten Mobilfunkfrequenzen aus und werden unter anderem für moderne 4G- und 5G-Netze eingesetzt.
Für die bestehenden Anbieter Swisscom, Sunrise und Salt sind diese Frequenzen entsprechend wichtig. Ohne ausreichende Frequenzressourcen lässt sich ein leistungsfähiges Mobilfunknetz langfristig kaum betreiben.
Die neuen Konzessionen werden technologieneutral vergeben. Die Netzbetreiber können deshalb innerhalb der gesetzlichen Vorgaben selbst entscheiden, mit welcher Mobilfunktechnologie sie die ersteigerten Frequenzen nutzen.
Die Konzessionen gelten ab dem 1. Januar 2029 während 15 Jahren und laufen damit bis Ende 2043.
Mindestpreis von 854,7 Millionen Franken
Der von der ComCom festgelegte Mindestpreis von insgesamt 854,7 Millionen Franken gilt unter der Voraussetzung, dass für sämtliche angebotenen Frequenzen eine Nachfrage besteht.
Wie hoch die Einnahmen des Bundes am Ende tatsächlich ausfallen, ist deshalb offen. Bei früheren Auktionen wurden nicht immer sämtliche angebotenen Frequenzblöcke ersteigert.
Gleichzeitig kann der Preis bei grosser Nachfrage deutlich steigen. In der ersten Stufe ist eine Mehrrundenauktion vorgesehen, sofern die Nachfrage der zugelassenen Bieter das verfügbare Angebot übersteigt. Anschliessend wird in einer verdeckten Bietrunde bestimmt, welche konkreten Frequenzen innerhalb der einzelnen Bänder zugeteilt werden.
Die ComCom betont, dass nicht die Maximierung der Einnahmen im Vordergrund stehe. Entscheidend seien eine effiziente Frequenznutzung, leistungsfähige Mobilfunknetze und ein funktionierender Wettbewerb.
Auch neue Anbieter könnten mitbieten
Das Verfahren ist nicht auf Swisscom, Sunrise und Salt beschränkt. Grundsätzlich können sich auch andere Unternehmen bewerben, sofern sie in der Schweiz ein Mobilfunknetz mit eigener Infrastruktur betreiben wollen.
Bietbeschränkungen sollen gleichzeitig verhindern, dass ein einzelnes Unternehmen zu viele Frequenzen erhält und dadurch den Wettbewerb beeinträchtigt.
Der Konkurrenzkampf auf dem Schweizer Mobilfunkmarkt ist bereits heute intensiv. Eine aktuelle Untersuchung zum Schweizer Mobilfunkmarkt zeigt deutliche Unterschiede bei Kundentreue und Anbieterwechseln.
Mit der nun gestarteten Frequenzvergabe werden gleichzeitig die infrastrukturellen Grundlagen für die nächste Phase des Wettbewerbs geschaffen. Für Swisscom, Sunrise und Salt könnte diese allerdings teuer werden: Allein die Mindestgebote summieren sich bei vollständiger Nachfrage auf fast 855 Millionen Franken.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert