Mehrsprachigkeit könnte die Alterung des Gehirns deutlich verlangsamen
von belmedia Redaktion Allgemein Alltag Arbeitswelt Ausbildung & Studium Beruf Beschäftigung Bildung Bildung & Arbeit Business Business business24.ch businessaktuell.ch Eltern elterntipps.ch Experten Familie Familienleben Forschung Gesundheit Grosseltern Hochschule hometipp.ch Inspiration Karriere Krankheiten Lifestyle Magazine Medizin nachrichtenticker.ch News Personal Prävention Schule Senioren Sicherheit Themen Trends Unternehmen Vital Wirtschaft xund24.ch Ⳇ Verbreitung
Menschen, die mehr als eine Sprache beherrschen, scheinen über ein jüngeres Gehirn zu verfügen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung des Basque Center on Cognition, Brain and Language (BCBL). Je mehr Sprachen Menschen sprechen, desto jünger erscheint ihr Gehirn. Auch das Erlernen einer weiteren Sprache in jungen Jahren könnte die Hirnalterung verlangsamen.
Die Forscher untersuchten mehrsprachige Menschen im Baskenland und stellten fest, dass mit jeder zusätzlich gesprochenen Sprache das biologische Alter des Gehirns geringer ausfällt. Die Ergebnisse könnten neue Erkenntnisse für die Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen liefern.
Baskenland ist mehrsprachig
Bereits eine frühere Studie des Forschungsteams hatte gezeigt, dass Menschen in Regionen mit weit verbreiteter Mehrsprachigkeit scheinbar langsamer altern. Für die aktuelle Untersuchung analysierten die Wissenschaftler Personen aus dem Baskenland, die zwischen einer und vier Sprachen beherrschten – vor allem Spanisch, Baskisch, Französisch und Englisch.
Mit einer Gruppe von 728 Probanden entwickelten die Forscher zunächst eine sogenannte „Gehirn-Alterungsuhr“. Mithilfe der Magnetoenzephalographie (MEG) wurde die Hirnaktivität anhand schwacher Magnetfelder gemessen, die bei der Aktivität von Nervenzellen entstehen. Anschliessend setzte das Team Künstliche Intelligenz ein, um altersabhängige Muster der Gehirnkonnektivität zu analysieren.
Sechs bis 13 Jahre jünger
Die entwickelte Gehirn-Alterungsuhr wurde anschliessend bei einer zweiten Gruppe mit 144 Teilnehmern eingesetzt. Der Vergleich zwischen biologischem Alter und dem errechneten Alter des Gehirns zeigte deutliche Unterschiede.
Menschen, die zwei Sprachen sprachen, verfügten über ein Gehirn, das durchschnittlich rund sechs Jahre jünger erschien als jenes einsprachiger Personen. Bei drei Sprachen betrug der Unterschied rund sieben Jahre. Wer vier Sprachen beherrschte, wies sogar ein um rund 13 Jahre jüngeres Gehirn auf.
Studienleiterin Lucia Amoruso betont, dass nicht allein die Zweisprachigkeit entscheidend sei. Vielmehr spielten die Intensität und die Dauer der mehrsprachigen Erfahrung eine wichtige Rolle. Die Forscher berücksichtigten Faktoren wie Alter, Geschlecht und Ausbildung. Der Einfluss weiterer Aspekte wie Lebensstil oder soziales Engagement könne jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Weitere Studien geplant
Künftig möchte das Forschungsteam ähnliche Untersuchungen bei Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer durchführen. Zudem soll erforscht werden, ob das Sprechen mehrerer eng verwandter Sprachen einen zusätzlichen Einfluss auf die Alterung und Widerstandsfähigkeit des Gehirns haben könnte.
Quelle: pressetext.redaktion/Moritz Bergmann
Bildquelle: Symbolbild © Prostock-studio/Shutterstock.com