System „Mikro-nix“ filtert Reifenabrieb bereits während der Fahrt aus der Luft
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Das System „Mikro-nix“ fängt winzige Partikel von Reifen bereits während der Fahrt auf.
Entwickelt worden ist der Filter von Masterstudent Dominik Ehrlich an der Hochschule Heilbronn (HHN).
Strömungsberechnungen
Mittels hochauflösender Strömungsberechnungen wurde untersucht, wie sich Luft und Partikel rund um die Räder eines Audi A4 verhalten. Auf dieser Basis entwickelte Ehrlich ein System aus drei Komponenten.
Dabei handelt es sich um einen Abscheidekanal, der sich direkt in die Fahrzeugstruktur integrieren lässt, einen massgeschneiderten Filter sowie Ventilatoren, die Partikel gezielt ansaugen – strassentauglich und serienkompatibel, heisst es.
Das Mikroplastik-Problem durch Reifenabrieb ist enorm. Allein in der Schweiz sind laut einer Untersuchung der ETH Zürich von 1988 bis 2018 rund 200.000 Tonnen Mikrogummi durch abgefahrene Auto- und Lkw-Reifen in die Umwelt gelangt, wie pressetext berichtete.
40 Prozent Abscheiderate
Das HHN-System zahlt sich aus: Bei 30 Kilometer pro Stunde erhöht die Ansaugung die Abscheiderate für die einatembaren Partikel in einem Filter von rund drei Prozent auf über 40 Prozent – eine Steigerung um etwa das 14-Fache im Vergleich zu einer rein passiven Lösung.
Für diesen Dienst an der Umwelt sind rund 500 Watt zusätzliche Leistung nötig. Ein E-Auto mit 100 Kilometern Reichweite kommt mit diesem System im Stadtverkehr noch etwa 90 Kilometer weit. Bei 60 Kilometer pro Stunde reduziert sich die Reichweite nur noch auf rund 96 Kilometer.
„Gerade mit Blick auf die Verschärfung von Regulierungen könnten Technologien zum Einfangen von Reifen- und Bremsabrieb künftig zur Pflichtausstattung jedes Neuwagens gehören“, unterstreicht HHN-Forscherin Jennifer Niessner.
Quelle: pressetext.redaktion/Florian Fügemann
Bildquelle: hs-heilbronn.de